Reporter-Workshop 2013
wie sich der Journalismus verändern muss
ausgebucht


Ariel Hauptmeier

Ariel Hauptmeier

 

WORKSHOP
Erste Hilfe für Prokrastinierer
Kürzlich habe ich einen bekannten Kollegen gefragt, ob das Schreiben für ihn eine Lust oder eine Last sei. – Eine Lust, antwortete er, er freue sich jedes Mal darauf, sich an seinen Schreibtisch zu setzen. – Ich war neidisch. Denn ich gehöre zu jenen Unglücklichen, die um gute Sätze ringen, vielleicht sogar kämpfen müssen, denen Schreiben schwer fällt, die gern aufschieben, die mit der Blockade flirten, mit anderen Worten: die Profis sind im Prokrastinieren. Mir blieb also nichts anderes übrig, als den Kampf anzunehmen und Strategien zu entwickeln gegen das Aufschieben. Die gute Nachricht: Ja, es gibt solche Strategien. — Wir wollen gar nicht lange das Problem erörtern, sondern auf Lösungen schauen, auf das, was bei uns heute schon funktioniert. Und anhand einiger Coaching-Übungen eine Checkliste entwickeln mit dem vermessenen Titel: Erste Hilfe für Prokrastinierer. Ein Brevier für den Alltag, mit dem ab morgen das Aufschieben weniger wird, versprochen. Am Ende werde ich eines meiner “heiligen Bücher” vorstellen, eine Anti-Aufschiebe-Bibel, nach deren Lektüre nichts mehr so ist wie es war.

 

VITA
Ich bin Ariel Hauptmeier. Ich stamme aus der in keiner Weise bemerkenswerten Stadt Löhne/Westfalen. Vielleicht hat mich das so hungrig auf die Welt gemacht. Ich bin, während meines Literaturstudiums, aus Freiburg für ein Jahr nach Paris geflohen und aus Berlin nach Granada. Nach der Henri-Nannen-Schule (1999) habe ich gut fünf Jahre frei gearbeitet mit dem obersten Ziel, möglichst viel in der Welt herumzukommen. Seit 2005 bin ich Redakteur bei Geo, seit 2009 plane und betreue ich vor allem Geo Specials, zuletzt die Hefte: Hamburg, Indischer Ozean, Naturerlebnis Deutschland, Rom, Brasilien, Peru+Bolivien. 2007 habe ich zusammen mit Cordt Schnibben und Stephan Lebert das Reporter-Forum gegründet, organisiere mit ihnen den Reporter-Workshop und betreue die Website des Vereins. Weil mich interessiert, wie sich Menschen verändern (können), mache ich seit 2012 eine berufsbegleitende Ausbildung zum Systemischen Business- und Management-Coach.
 

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Mehr über den Dozenten und seinen Workshop erfahrt ihr, wenn ihr das Foto anklickt
 

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Programm

Auf dem Reporter-Workshop kommen jedes Jahr 300 Journalisten zusammen, um über ihr Handwerk, ihre Branche, ihre Zukunft zu diskutieren

Montag, 13. Mai 2013, Spiegel-Verlag, Ericusspitze 1, Hamburg

9.00
Check-In

9.45
Begrüßung

10.00
Wie sich der Journalismus verändern muss – sieben schnelle Antworten

CHRISTOPH AMEND, Zeit-Magazin: Mehr Drama!

NIKOLAUS FÖRSTER, Impulse: Zeit der Zyniker und Analphabeten: Wie sich Journalisten todsicher zugrunde richten

CHARLES HOMANS, The Atavist: The Power of Sharing

TIMM KLOTZEK, SZ-Magazin: Lob der Arbeitsteilung – warum Journalisten keine Teilzeit-Verleger sind

INES POHL, taz: Mehr Lidschatten in die Chefetagen: Weil die Welt bunter ist als graue Anzüge

CONSTANTIN SEIBT, Tagesanzeiger, Blog Deadline: Welches sind die blinden Flecken des Journalismus?

 

10.45
WORKSHOPS 1

1A) CORDT SCHNIBBEN, Spiegel: Wer sind wir in zehn Jahren, und wenn ja, wie viele – wie uns die Verhältnisse zwingen, bessere Journalisten zu werden

1B) ANDRES VEIEL, Filmemacher, “Black Box BRD”: “Unmögliche” Stoffe recherchieren – und dramaturgisch geschickt erzählen

1C) PATRICK BAUER, Neon: Wie man Themen einen interessanten Spin gibt

1D) STEFAN WILLEKE, Spiegel: Textworkshop – mit Reportagen der Teilnehmer
Die Texte, über die Stefan Willeke in seinem Workshop spricht, kann man hier downloaden.

1E) CHARLES HOMANS, The Atavist, JENS RADÜ, Spiegel: Neues Erzählen – wie The Atavist arbeitet

 

12.30
WORKSHOPS 2

2A) CONSTANTIN SEIBT, Tagesanzeiger, Blog Deadline: Machen wir es anders! Wie man durch den Bruch von Branchenregeln zu klügeren Artikeln, steileren Karrieren und markttauglicheren Zeitungen kommt
Constantin Seibt empfiehlt: “Ein Portrait des längst verstorbenen Werbers Howard Luck Gossage, der mir mehr über Journalismus beibrachte als alle Journalismus-Professoren zusammen.” Hier kann man es downloaden

2B) LU YEN ROLOFF / DANIEL DREPPER / KAI SCHÄCHTELE / HARALD WILLENBROCK: Professionell frei arbeiten

2C) FLORIAN HANIG, Geo: Storytelling für Journalisten – was Reporter von Drehbuchschreibern lernen können
Die Texte, über die Florian Hanig in seinem Workshop spricht, kann man hier downloaden.

2D) NORA BERNING, Narratologin, Justus-Liebig-Universität Gießen: Das eigene Schreiben verstehen – und verbessern

2E) XAQUIN GONZALEZ, New York Times / JENS RADÜ, Spiegel: Neues Erzählen – wie “Snowfall” entstand

 

14.00
Mittagessen

 

15.15
WORKSHOPS 3

3A) LAURA HIMMELREICH, stern / ANNETT MEIRITZ, Spiegel Online /  DIRK KURBJUWEIT, Spiegel / ELISABETH NIEJAHR, Die Zeit (Moderation): (Un-)Geschützte Räume – wie sich die Grenzen von Privatheit und Öffentlichkeit verschieben und was das für uns Journalisten bedeutet

3B) WOLFGANG BAUER, Die Zeit / MARCEL METTELSIEFEN, Fotograf: Regarding the pain of others – aus Krisengebieten berichten

3C) ARIEL HAUPTMEIER, Geo: Erste Hilfe für Prokrastinierer

3D) STEPHAN LEBERT, Die Zeit: Wider die narrative Naivität – wie investigativ Reporter sein müssen

3E) UWE H. MARTIN, Bombay Flying Club: Neues Erzählen – wie man Stoffe multimedial umsetzt

3F) JOCHEN ARNTZ, Süddeutsche Zeitung, Seite Drei: Textworkshop – mit Reportagen der Teilnehmer
Die Texte, über die Jochen Arntz in seinem Workshop spricht, kann man hier downloaden.

 

 17.00
WORKSHOPS 4

 

 4A) JAKOB AUGSTEIN, Der Freitag / THIERRY CHERVEL, Perlentaucher / ULLRICH FICHTNER, Spiegel (Moderation): Was Print von Online lernen muss

4B) ALEX RÜHLE, Süddeutsche Zeitung: Der Road-Essay, die Gedanken-Reportage
Die Texte, über die Alex Rühle in seinem Workshop spricht, kann man hier downloaden

  • 4C) SAHRA WAGENKNECHT, Die Linke / ULRIKE DREMMER, Focus (Moderation): Was mich an Journalisten stört

    4D) SASCHA LOBO, Autor: Der Journalist als Marke – warum es sich lohnt, als Person ins Internet reinzuschreiben

    4E) HENNING SUßEBACH, Die Zeit: Textworkshop – mit Reportagen der Teilnehmer
    Die Texte, über die Henning Sußebach in seinem Workshop spricht, kann man hier downloaden.

    18.30
    18 schnelle Antworten à 100 Sekunden: Was mich am Journalismus nervt

    19.00
    Abendessen

    20.30
    Umtrunk in der Oberhafenkantine