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07.12.16

Deutscher Reporterpreis 2016 in Berlin verliehen

©Maria Feck



„Wir leben in einem Es-kann-nicht-sein-Zeitalter“, sagte Cordt Schnibben in seiner Rede, mit der er die Gala zum Deutschen Reporterpreis 2016 eröffnete. In einer Zeit also, in der Dinge geschehen, die wir uns bis vor Kurzem nicht vorstellen konnten, einer Zeit, in der wir Journalisten herausgefordert sind wie lange nicht mehr. 

Die Preisverleihung wurde musikalisch begleitet von Aeham Ahmad, einem Klavierspieler, der im vergangenen Jahr aus Aleppo geflohen war. Ein Sonderpreis ging an den syrischen Reporter Hadi Abdullah, der bis heute in Aleppo ausharrt, um über die Kriegsverbrechen des russischen und syrischen Militärs zu berichten.


Beste Reportage:
Die Jury war sich einig: So viele hervorragende Reportagen wie 2016 hat es unter den Nominierungen lange nicht gegeben. Etliche Stücke seien preiswürdig gewesen. Am Ende entschieden die Juroren, den Preis für die „Beste Reportage“ zu teilen und gleichberechtigt an zwei Texte zu vergeben: An Claas Relotius vom „Spiegel“ für „Nummer 440“ sowie an Malte Henk und Henning Sußebach von der „Zeit“ für „Der Exodus von Tel Goran“.

Claas Relotius beschreibt meisterhaft, wie ein junger Jemenit vor 14 Jahren als Unschuldiger nach Guantanamo verschleppt, dort gefoltert und isoliert wird. Als Barack Obama 2008 US-Präsident wird, hofft er auf seine Freilassung; als er 2015 endlich freigelassen werden soll, welch unfassbare Pointe, weigert er sich, das Flugzeug zu betreten, das ihn nach Europa bringen soll. Er kann sich ein Leben in Freiheit nicht mehr vorstellen.

Auch die Reportage von Malte Henk und Henning Sußebach ist ein Stück, das die Geschehnisse unserer Zeit wie in einem Brennglas konzentriert. Vor einem Jahr stürmt der IS ein von Christen bewohntes Dorf in Syrien. Die Bewohner fliehen und werden in alle Winde zerstreut, nach Deutschland, nach Schweden, in den USA, in den Libanon, nach Australien. Die Reporter heften sich an ihre Spuren und beschreiben, leise, präzise und handwerklich perfekt die Mechanik dieses vorerst letzten Exodus einer christlichen Gemeinde.


Beste Investigtion:
Als die "Panama Papers" im Frühjahr zeitgleich in Dutzenden Ländern veröffentlicht wurden, ist das Publikum empört, sind Hunderte Politiker, Prominente und Superreiche in Erklärungsnot. Ein anonymer Informant hatte sich an die „Süddeutsche Zeitung“ gewandt und den kompletten Datensatz einer Kanzlei in Panama übermittelt. Daraus wurde, unter Federführung der SZ, eine weltweite Recherche, an der 400 Journalisten aus rund 80 Ländern ein Jahr lang unter größter Geheimhaltung arbeiteten. Ein Scoop, für den Katrin Langhans, Hannes Munzinger, Frederik Obermaier, Bastian Obermayer, Mauritius Much und Vanessa Wormer sowie das Internationale Konsortium für Investigative Journalisten (ICIJ) ausgezeichnet wurden - in der Kategorie „Beste Investigation“. 



Bester Essay:
In der Kategorie „Bester Essay“ wird in diesem Jahr Lara Fritzsche vom SZ-Magazin ausgezeichnet für ihr Stück "Frauenlauer". Sie schildert darin den Landtagswahlkampf in Rheinland-Pfalz, in dem sich erstmals zwei Spitzenkandidatinnen gegenüber stehen, Julia Klöckner und Malu Dreyer. Gekonnt verwebt Fritzsche Essay und Reportage, um zu beschreiben, welchen Unterschied es macht, ob sich da ein Mann oder eine Frau um ein hohes Amt bewirbt. „Aus energisch wird hysterisch. Aus konsequent wird zickig. Aus realistisch wird verbittert. Aus attraktiv wird Barbie. Aus Vollzeitpolitikerin wird Rabenmutter. Aus durchsetzungsstark wird eiskalt. Aus schwanger wird "nicht erreichbar". Aus emotional wird gaga. Aus machtbewusst wird Königsmörderin. Das hat der Jury sehr imponiert.


Beste Lokalreportage:

Der Preis für die „Beste Lokalreportage“ geht an Doreen Reinhard von der „Sächsischen Zeitung“ für ihr Stück "Zu den Waffen". Sie porträtiert darin den Inhaber eines Waffengeschäftes, der seit 23 Jahren Messer, Pistolen und Schlagstöcke verkauft – und neuerdings die besten Geschäfte seines Lebens macht. Weil sich, und das ist die erschreckende Botschaft ihres Stückes, immer mehr Menschen in Sachsen nicht mehr sicher fühlen – und glauben, sie müssten sich gegen allerlei eingebildete Bedrohungen bewaffnen.


Beste Kulturkritik:
Der Preis für die „Beste Kulturkritik“ geht an Thomas Hüetlin vom „Spiegel“ für sein Stück "Auch Stuckimann unter den Opfern" – in dem er, anlässlich der frühen Memoiren des Schriftstellers Benjamin von Stuckrad-Barre, präzise und klug über die Obsessionen unserer westlichen Kultur räsoniert. Über einen, „der immer mehr braucht. Mehr Ruhm. Mehr Helden. Mehr Bret Easton Ellis. Mehr Geld. Mehr Drogen. Und der aus dem Licht immer tiefer hineingetrieben wird in die Finsternis. Ein Entwicklungs-Roman ins Nichts. Ein Krankenbericht der Generation Golf.“ Kurz: Den „Offenbarungseid eines Extrembegabten.“


Beste Wissenschaftsreportage:
Auch in der Kategorie Wissenschaft gibt es zwei Sieger. Nicola Meier von der „Zeit“ und Roland Schulz vom „SZ-Magazin“.

In ihren Stück "Wer rettet Klara?" beschreibt Nicola Meier den Kampf zweier Eltern um das Leben ihrer vierjährigen Tochter, die an einer seltenen Form von Epilepsie leidet. Es gibt ein Medikament, das dem todkranken Kind helfen könnte. Doch die Pharmafirma rückt das Mittel nicht heraus. Denn: Versagt es, wäre es auf Jahre vom Markt verschwunden - was, wenn die sofortige Rettung eines Patienten die spätere Rettung vieler Patienten verhindert? Ein ethisches Dilemma, das die Autorin glänzend auserzählt.

„Tage vor deinem Tod, wenn noch niemand deine Sterbestunde kennt, hört dein Herz auf, Blut bis in die Spitzen deiner Finger zu pumpen“, beginnt der Text  "Ganz am Ende" von Roland Schulz. In dem er minutiös jene physiologischen Vorgänge beschreibt, die einsetzen, wenn unsere letzte Stunde schlägt. Der aufwändig recherchierte Text offenbart, wie wenig wir über unser Sterben wissen – und konfrontiert uns, formvollendet und elegant, mit den tiefsten Fragen des Lebens.


Bester freier Reporter:

In Deutschland soll jedes Kind die gleichen Chancen bekommen. Doch wie stark hängt die Leistung eines Schülers von seiner Herkunft ab – und wie stark vom Unterricht? Dieser Frage ist Björn Stephan für das „SZ-Magazin“ nachgegangen in seiner Reportage"Klassenunterschied" . Selten, betonte Laudator Ulrich Matthes, habe er ein Stück gelesen, das so empathisch, detailreich und trotz aller irritierenden Beobachtungen humorvoll geschrieben war – weshalb Stephan in diesem Jahr die Trophäe als „Bester freier Reporter“ gewinnt.


Bestes Interview:
Am 24. März 2015 zerschellte Germanwings-Flug 9525 in den französischen Anden. Unter den Opfern: 16 Teenager aus Haltern am See. Bislang haben deren Eltern nicht mit der Presse gesprochen. Nun gelang es Kerstin Herrnkind und Dominik Stawski in ihrem Interview "Es gibt keinen Trost" im „stern“ mit den Eltern dreier Schülerinnen über die Tragödie zu sprechen. Die Jury war beeindruckt von dem Vertrauen, das die Reporter zu den Eltern aufgebaut hatten, und dem Mut, derart konkrete und detaillierte Fragen zu stellen. Ein Text, der im Gedächtnis bleibt.


Innovation:

In der Kategorie Innovation waren in diesem Jahr zwei Arbeiten nominiert, beide von CORRECTIV. Die Jury nahm das zum Anlass, die Arbeit des ersten gemeinnützigen Recherchezentrums im deutschsprachigen Raum insgesamt zu würdigen. Sie lobte den Mut und das Engagement, mit dem das kleine Recherche-Team in jene Lücken stößt, die von den Verlagen heute ausgelassen werden; wie das Büro mit Formen und Formaten spielt und neueste Recherchetools nutzt, von datengestützter Recherche zu Ausstellungen, von Roboter-Journalismus bis hin zur Zusammenarbeit mit Comedians.


Datenjournalismus:
Mehr als 200 Mal wurden im Jahr 2015 Flüchtlingsheime angegriffen. Gefasst wurde kaum jemand. Wie kann das sein? Das fragte sich ein Team von „Zeit“ und „Zeit Online“ und ging der Frage in einer aufwändigen Datenrecherche nach. Der Titel: "Ein Land in Flammen". Daran beteiligt: Paul Blickle, Kai Biermann, Philip Faigle, Astrid Geisler, Götz Hamann, Lenz Jacobsen, Anna Kemper, Martin Klingst, Karsten Polke-Majewski, Stefan Schirmer, Hannes Soltau, Julian Stahnke, Toralf Staud, Tilman Steffen und Sascha Venohr. Sie stützten sich auf frei verfügbare Daten – und offenbarten ein erschreckendes Maß an Fremdenfeindlichkeit. Preiswürdig, entschied die Jury.


Webreportage:
Die Beste Webreportage, hier war das Votum der Jury einstimmig, geht 2016 an Elisabeth Weydt, Jakob Fuhr und Christine Anas für ihr Projekt „Ackerbunt“. Darin porträtieren sie, mit den avanciertesten Mitteln, die der Digitaljournalismus heute bereithält, zwei Frauen aus dem peruanischen Hochland. Es ist eine Geschichte voller Hoffnung: In einer Gegend, benachteiligt vom Klimawandel und den Folgen einer rücksichtsvollen Landwirtschaft, kehren sie zurück zu den Techniken und zum Gemeinschaftsgeist ihrer Ahnen – und bringen den Bewohnern des Altiplano bei, wie man „Wasser züchtet“ und den kargen Boden wieder fruchtbar macht.



Webreportage - Die Nominierten

Foto Bastian Obermayer und Frederik Obermaier ©Stephanie Füssenich



Reporter im Netz erzählen auf neue Weise, sie kombinieren Text, Fotos, Videos und Sound zu Reportagen, die so nur im Web funktionieren. Wir wollen diese Experimente fördern und viele Reporter ermuntern, sich dieser neuen Art des Erzählens zuzuwenden.

Nominiert in der Kategorie "Webreportage":

Karsten Krogmann und Timo Ebbers mit "Beluga – Spuren eines Untergangs"; Stefan Schultz und Bernhard Riedmann mit "Vom Ende der Dunkelheit"; Elisabeth Weydt, Jakob Fuhr und Christine Anas mit "Ackerbunt"; Matthew Abbott und Jens Radü mit "Camp Dead End"; Daniela Jaschob und Olaf Preuß mit "Ein neuer Blick auf die Elbe"; Hendrik Lehmann, Julia Gabel, Vitali Rotteker, Tim Crombie, Philipp Bock, Jan Oberländer und Johannes Schneider mit "Der Sound der Stadt"; Frederik Obermaier, Bastian Obermayer, Vanessa Wormer, Fabian Heckenberger und Wolfgang Jaschensky mit "Panama Papers"; Julius Tröger, Max Boenke, David Wendler, Moritz Klack, Christopher Möller und André Pätzold mit "Turnhalle, Hotel, Container – So leben Flüchtlinge in Berlin"; Marius Münstermann, Chris Grodotzki, Gustav Pursche, Frederik Richter und Natascha Roshani mit "Entwicklungsgeld für blauen Dunst".



Datenjournalismus - Die Nominierten

Foto Bastian Obermayer und Frederik Obermaier ©Stephanie Füssenich (Es fehlt: Hannes Soltau)



Zunehmend entdecken Reporter ihre Stoffe in gewaltigen Datenmengen, visualisieren gesellschaftliche Zusammenhänge, indem sie aus diesen Daten Geschichten filtern, die einer anderen Dramaturgie folgen als die auf Personalisierung basierenden Stories. Meist sind es Teams, die gemeinsam in Datenbanken recherchieren und ihre Geschichten vor allem online und interaktiv so präsentieren, dass der Leser zum Mit-Rechercheur werden kann.

Nominiert in der Kategorie "Datenjournalismus":


Katrin Langhans, Hannes Munzinger, Frederik Obermaier, Bastian Obermayer, Mauritius Much und Vanessa Wormer, zusammen mit dem Internationalen Konsortium für Investigative Journalisten (ICIJ) mit "Recherche der Panama Papers"; Sascha Venohr, Paul Blickle, Kai Biermann, Philip Faigle, Astrid Geisler, Götz Hamann, Lenz Jacobsen, Anna Kemper, Martin Klingst, Karsten Polke-
Majewski, Stefan Schirmer, Hannes Soltau, Julian Stahnke, Toralf Staud, Tilman Steffen mit "Ein Land in Flammen"; Thierry Backes, Wolfgang Jaschensky, Katrin Langhans, Hannes Munzinger, Benedict Witzenberger und Vanessa Wormer mit "Timeline der Panik".



Innovation - Die Nominierten



Es gibt journalistische Arbeiten, die in keine Kategorie gehören, die auf originelle Weise den herkömmlichen Journalismus überwinden und in die Zukunft weisen. Alle Formate, Texte, Grafiken, Fotos, und die Mischung aus alldem, sind willkommen, auch Crowdfunding-Projekte, neue Formen in den sozialen Medien, Neugründungen und ähnliches. All das, was den Journalismus spektakulär erneuert, soll mit diesem Preis ausgezeichnet werden.


Nominiert in der Kategorie "Innovation":


Daniel Drepper, Simon Jockers, Michael Schomers, Stefan Wehrmeyer und Sandhya Kambhampati mit "Pflegewegweiser"; Jonathan Sachse, Simon Wörpel, Simon Jockers und David Schraven mit "Sparkassen".



Investigation - Die Nominierten

Foto Bastian Obermayer und Frederik Obermaier ©©Stephanie Füssenich



Die Recherche ist der Anfang jeder guten Story, nur was neu ist, nur was stimmt, kann begeistern. In jedem Jahr gibt es Enthüllungen, die mehr sind als Stories, sie überragen, weil sie die Wirklichkeit nicht nur beschreiben, sondern verändern.


Nominiert in der Kategorie "Investigation":


Eric Breitinger, Aleksandra Jolkina, Stanimir Vaglenov, Cristian Niculescu, Dimitra Triantafillou und David Leloup mit "Heilung nur für Reiche"; Sandro Mattioli, Alexander Bühler, Susanne Kölbl und Walter Mayr mit "Die Spur des Geldes"; Julia Friedrichs und Bettina Malter mit "Wie viel kosten die Flüchtlinge?"; Katrin Langhans, Hannes Munzinger, Frederik Obermaier, Bastian Obermayer, Mauritius Much und Vanessa Wormer, zusammen mit dem Internationalen Konsortium für Investigative Journalisten (ICIJ) mit "Das Leak"; Sonja Alvarez mit "Der Fanclub"; Astrid Geisler, Kai Biermann, Philip Faigle, Karsten Polke-Majewski, Tilman Steffen und Sascha Venohr mit "Abgrund unterm Regenbogen".



Freier Reporter - Die Nominierten

Foto Johannes Böhme ©Schnetz



Immer mehr Reporter arbeiten nicht mehr in Redaktionen, der wirtschaftliche Druck hat viele Zeitungen und Zeitschriften veranlasst, kostenaufwendige journalistische Formen auf Freie auszulagern. Sie tragen nun das Risiko aufwändiger Recherche und akribischer Textarbeit, viele von ihnen können sich Reportagen nicht mehr leisten. Sie wollen wir mit dem Preis für den besten freien Reporter ermuntern, weiter an Texten zu arbeiten, die ihnen wichtig sind, auch wenn sie sich vielleicht nicht mehr rechnen.


Nominiert in der Kategorie "Freier Reporter":



Johannes Böhme mit "Garten der Harten"; Anke Lübbert mit "Ja"; Stephan Hille mit "Sterben nach Ostern"; Tina Kaiser mit "Das Todesurteil"; Björn Stephan und Fritz Zimmermann mit "Herr Horst kauft sich ein Dorf"; Johannes Giesler mit "Grenzgänger"; Björn Stephan mit "Klassenunterschied";  Philipp Brandstädter mit "Unsere Magersucht".



Essay - Die Nominierten

Foto Heinrich Wefing ©Anatol Kotte; Foto Marco Maurer ©Evelyn Dragon



Oft ist das Erzählerische, die Reportage, eine zu szenische, zu gedankenarme, zu unintelligente journalistische Form, um über die Wirklichkeit und ihre Widerspiegelung im Überbau zu berichten. Zunehmend schreiben Reporter deshalb essayistische Reportagen, Texte, die irgendwo in der Wirklichkeit beginnen, aber dann lieber dem Gedanken folgen als der Erzählung. So entstehen beispielhaft gute Texte, die immer weniger Reportagen sind und immer mehr Essays und deshalb verdienen, mit einem Preis gewürdigt zu werden.


Nominiert in der Kategorie "Essay":



Alard von Kittlitz mit "Die Erde ist eine Scheibe"; Heinrich Wefing mit "Darf's auch etwas mehr sein?"; Christian Gesellmann mit "Warum ich aus Sachsen weggezogen bin"; Dieter Schnaas mit "Priester des Fortschritts"; Lara Fritzsche mit "Frauenlauer"; Barbara Supp mit "Im Rausch des Verzichts"; Laura Meschede mit "Wie wir in München die Nacht des Amoklaufs erlebten"; Juliane Schiemenz mit "Aus hartem Holz"; Marco Maurer mit "Mein Vater, das Volk".



Kulturkritik - Die Nominierten



Der Kritiker, vor allem im Feuilleton zuhause, ist eine uralte journalistische Figur, mal Hassfigur, mal König, immer umstritten - wir möchten jene Kritiker auszeichnen, denen es gelingt, mit eigener Sprache und neuen Formen ihren Job zu machen.


Nominiert in der Kategorie "Kulturkritik":


Raoul Löbbert mit "Jesus und ich"; Martina Kix mit "Batmans Söhne"; Thomas Hüetlin mit "Auch Stuckimann unter den Opfern"; Ulrich Gutmair mit "Der kleine Mann, dos kleine Menschele"; Jonas Leppin mit "Ein Jahr mit Jankowski"; Tobias Kniebe mit "Und das war dann dieser Sommer".



Reportage - Die Nominierten

Foto Jana Simon ©Frank Rothe; Foto Dmitrij Gawrisch ©Alessandro Della Bella; Foto Eva Wolfangel ©Helena Ebel; Foto Frederik Obermaier ©Stephanie Füssenich; Foto Bastian Obermayer ©Stephanie Füssenich; Foto Kia Vahland ©Alessandra Schellnegger



In den Redaktionen von Zeitungen und Zeitschriften wird der Platz und der Spielraum der Reporter beschnitten, der Preis für die beste Reportage des Jahres soll Ansporn sein für Reporter und Redaktionen, die große Reportage zu recherchieren und zu schreiben, immer wieder neue unerzählte Geschichten zu entdecken und sie auf ungewöhnliche Art zu erzählen.


Nominiert in der Kategorie "Beste Reportage":


Marc Neller mit "Der Code des Bösen"; Lukas Eberle mit "Mourad und das Monster"; Karin Steinberger mit "Finger weg"; Britta Stuff mit "Heimat"; Felix Hutt mit "71 Leben"; Jan Christoph Wiechmann mit "Im gefährlichsten Land der Welt"; Erwin Koch mit "Marha und Linda" sowie "Carlota"; Thorsten Fuchs mit "Der Mord, von dem wir nie geredet haben"; Malte Henk und Henning Sußebach mit "Der Exodus von Tel Goran"; Alice Bota mit "Dieser Mann will ins Gefängnis"; Amrai Coen und Tanja Stelzer mit "Brüssel, 22. März 2016"; Claas Relotius mit "Nummer 440"; Jana Simon mit "Heile Welt"; Rafael Buschmann, Fiona Ehlers, Özlem Gezer, Maik Großekathöfer, Guido Mingels, Claas Relotius und Takis Würger mit "Die Lebenden und die Toten"; Alexander Osang mit "Herr Preuß schreibt Geschichte";  Dmitrij Gawrisch mit "Sotchis Soundtrack"; Nadia Pantel mit "Kindeskind"; Eva Wolfangel mit "Mein Leben als Avatar"; Katrin Langhans, Frederik Obermaier, Bastian Obermayer, und Kia Vahland mit "Panama Painting".



Wissenschaftsreportage - Die Nominierten

Foto Katja Thimm ©Ralf Baumgarten



Die meist hochkomplizierten Erkenntnisse der Natur- und Gesellschaftswissenschaften einem breiten Publikum so zu erzählen, dass es sich gleichermaßen unterhalten wie informiert fühlt, ist eine Kunst, die wir besonders dann auszeichnen wollen, wenn sie sich aller Formen bedient, die heutzutage dem modernen Erzähler zur Verfügung stehen.


Nominiert in der Kategorie "Wissenschaftsreportage":


Jakob Vicari mit "Alles über 2812"; Nicola Meier mit "Wer rettet Klara?"; Nadine Ahr mit "Das Ende der Dunkelheit"; Nicola Meier mit "Das letzte Nashorn"; Katja Thimm mit "Im engsten Familienkreis"; Kerstin Greiner mit "Zur Natür zurück"; Roland Schulz mit "Ganz am Ende".



Interview - Die Nominierten

Foto Nadine Ahr ©Michèle Gareus; Foto Hauke Goos ©DER SPIEGEL



In den letzten Jahren haben Reporter neue Spielarten des Interviews entwickelt. Sie kombinieren beschreibende, erzählerische Passagen mit Interview-Teilen, sie pflegen wieder das lange Gespräch, das wie ein Portrait wirkt, oder sie kommentieren Antworten des Gesprächspartners, ordnen sie ein. Oder sie fragen einfach so genau und so hartnäckig, bis der Befragte dem Leser einen Einblick gewährt in ein Leben, das bisher im Verborgenen lag. So sind Interviewformen entstanden, die beispielhaft sind.

Nominiert in der Kategorie "Interview":

Klaus Brinkbäumer und Dirk Kurbjuweit mit "Und dann stirbste"; Kerstin Herrnkind und Dominik Stawski mit "Es gibt keinen Trost"; Tilman Müller mit "Gesucht Gefunden"; Jan Christoph Wiechmann mit "438 Tage Seenot" und "Interview mit einer Bestie"; Nadine Ahr, Mariam Lau und Henning Sußebach mit "Dann mal raus mit der Sprache!"; Sven Michaelsen mit "Was Essen angeht, sind wir alle Psychopathen"; Hauke Goos und Thomas Hüetlin mit "Is eh wurscht"; Anita Blasberg und Stefanie Flamm mit "Sie kennen unseren Schmutz"; Heike Haarhoff mit "Primat des Menschen".




Lokalreportage - Die Nominierten



Reporter in Lokalredaktionen arbeiten unter besonders schwierigen Bedingungen, sie stehen unter Zeit-, Platz- und Kostendruck; sie müssen sich ihre Reportagen erkämpfen gegen widrige Umstände. Umso bemerkenswerter ist die Qualität vieler dieser Reportagen, sie zeigen, dass die Reportagen gerade in den Lokalteilen der Tageszeitungen unverzichtbar sind, weil sie nah dran sind am Leben der Leser und es widerspiegeln.


Nominiert in der Kategorie "Lokalreportage":


Sidney Gennies mit "Außen vor"; Clara Klein mit "Ganz unten"; "Eva Marie Stegmann mit "Das große Hungern"; Annika Fischer mit "Ein bisschen Liebe und um 12 gibt es Kartoffeln"; Maris Hubschmid mit "Der Herr der Dinge"; Deike Diening mit "Um alles in der Welt"; Oliver Hollenstein mit "Rohe Weihnachten"; Christine Keck mit "Ein viel zu kurzes Leben"; Antje Lang-Lendorff  mit "In bester Lage"; Doreen Reinhard mit "Zu den Waffen"; Julia Nehmiz mit "Die Roma wollen nicht zurück".



Publikumsjuror - Aufruf zur Abstimmung



Die Entscheidung über den Deutschen Reporterpreis 2016 geht in die entscheidende Phase: Am 5. Dezember wählen die Juroren aus den 91 nominierten Arbeiten die Preisträger.

Zur Jury gehören in diesem Jahr die Journalisten Astrid Csuraji, Matthias Eberl, Timm Klotzek, Ullrich Fichtner, Richard Gutjahr, Rainer Hank, Tina Hildebrandt, Claus Kleber, Caren Miosga, Anja Reschke, Evelyn Roll, Vera Schroeder, Jessica Schober, Regine Sylvester, Pauline Tillmann, Dominik Wichmann, Nikolaus Brender und Diana Zinkler; die Autoren Axel Hacke, Sascha Lobo, Jörg Thadeusz und Christine Westermann; die Verleger Michael Krüger und Helge Malchow; der Schauspieler Ulrich Matthes und der TV-Produzent Friedrich Küppersbusch.

Ein weiterer Juror wird von den Besuchern unserer Workshops bestimmt.

Schicken Sie uns bis zum 17.11.2016 Ihren Favoriten in der Kategorie "Beste Reportage" an votum@reporter-forum.de. Die Texte finden Sie im Reader, den wir heute per Mail an alle Workshop-Teilnehmer der vergangenen Jahre verschicken.

Unter denjenigen, die für den meist genannten Text stimmen, verlosen wir einen Platz in der Jury - Anreise nach Berlin, Hotel und Eintrittskarte für die Preisverleihung inklusive.


Wir freuen uns über eine rege Teilnahme!



Die Nominierten des Reporterpreises



Die Nominierten für den Deutschen Reporterpreis 2016 stehen fest. Aus den 1473 eingereichten Arbeiten haben die 82 Vorjuroren in den elf Kategorien insgesamt 91 Texte und Projekte nominiert.


Nominiert in der Kategorie "Webreportage":

Karsten Krogmann und Timo Ebbers mit "Beluga – Spuren eines Untergangs"; Stefan Schultz und Bernhard Riedmann mit "Vom Ende der Dunkelheit"; Elisabeth Weydt, Jakob Fuhr und Christine Anas mit "Ackerbunt"; Matthew Abbott und Jens Radü mit "Camp Dead End"; Daniela Jaschob und Olaf Preuß mit "Ein neuer Blick auf die Elbe"; Hendrik Lehmann, Julia Gabel, Vitali Rotteker, Tim Crombie, Philipp Bock, Jan Oberländer und Johannes Schneider mit "Der Sound der Stadt"; Frederik Obermaier, Bastian Obermayer, Vanessa Wormer, Fabian Heckenberger und Wolfgang Jaschensky mit "Panama Papers"; Julius Tröger, Max Boenke, David Wendler, Moritz Klack, Christopher Möller und André Pätzold mit "Turnhalle, Hotel, Container – So leben Flüchtlinge in Berlin"; Marius Münstermann, Chris Grodotzki, Gustav Pursche, Frederik Richter und Natascha Roshani mit "Entwicklungsgeld für blauen Dunst".



Nominiert in der Kategorie "Datenjournalismus":


Katrin Langhans, Hannes Munzinger, Frederik Obermaier, Bastian Obermayer, Mauritius Much und Vanessa Wormer, zusammen mit dem Internationalen Konsortium für Investigative Journalisten (ICIJ) mit "Recherche der Panama Papers"; Sascha Venohr, Paul Blickle, Kai Biermann, Philip Faigle, Astrid Geisler, Götz Hamann, Lenz Jacobsen, Anna Kemper, Martin Klingst, Karsten Polke-
Majewski, Stefan Schirmer, Hannes Soltau, Julian Stahnke, Toralf Staud, Tilman Steffen mit "Ein Land in Flammen"; Thierry Backes, Wolfgang Jaschensky, Katrin Langhans, Hannes Munzinger, Benedict Witzenberger und Vanessa Wormer mit "Timeline der Panik".



Die Texte lagen den Vorjuroren anonymisiert vor, Texte aus der eigenen Redaktion wurden den Vorjuroren nicht zugewiesen.


In den kommenden Tagen stellen wir die Arbeiten und Fotos der Nominierten auf unsere Seite.



Die Nominierten des Reporterpreises


Die Nominierten für den Deutschen Reporterpreis 2016 stehen fest. Aus den 1473 eingereichten Arbeiten haben die 82 Vorjuroren in den elf Kategorien insgesamt 91 Texte und Projekte nominiert.


Nominiert in der Kategorie "Freier Reporter":

Johannes Böhme mit "Garten der Harten"; Anke Lübbert mit "Ja"; Stephan Hille mit "Sterben nach Ostern"; Tina Kaiser mit "Das Todesurteil"; Björn Stephan und Fritz Zimmermann mit "Herr Horst kauft sich ein Dorf"; Johannes Giesler mit "Grenzgänger"; Björn Stephan mit "Klassenunterschied";  Philipp Brandstädter mit "Unsere Magersucht".
       

Nominiert in der Kategorie "Investigation":

Eric Breitinger, Aleksandra Jolkina, Stanimir Vaglenov, Cristian Niculescu, Dimitra Triantafillou und David Leloup mit "Heilung nur für Reiche"; Sandro Mattioli, Alexander Bühler, Susanne Kölbl und Walter Mayr mit "Die Spur des Geldes"; Julia Friedrichs und Bettina Malter mit "Wie viel kosten die Flüchtlinge?"; Katrin Langhans, Hannes Munzinger, Frederik Obermaier, Bastian Obermayer, Mauritius Much und Vanessa Wormer, zusammen mit dem Internationalen Konsortium für Investigative Journalisten (ICIJ) mit "Das Leak"; Sonja Alvarez mit "Der Fanclub"; Astrid Geisler, Kai Biermann, Philip Faigle, Karsten Polke-Majewski, Tilman Steffen und Sascha Venohr mit "Abgrund unterm Regenbogen".


Nominiert in der Kategorie "Innovation":

Daniel Drepper, Simon Jockers, Michael Schomers, Stefan Wehrmeyer und Sandhya Kambhampati mit "Pflegewegweiser"; Jonathan Sachse, Simon Wörpel, Simon Jockers und David Schraven mit "Sparkassen".
   

Die Texte lagen den Vorjuroren anonymisiert vor, Texte aus der eigenen Redaktion wurden den Vorjuroren nicht zugewiesen.

Morgen veröffentlichen wir die Nominierten in den Kategorien "Datenjournalismus" und "Webreportage" hier auf unserer Website www.reporter-forum.de


Die Nominierten des Reporterpreises


Die Nominierten für den Deutschen Reporterpreis 2016 stehen fest: Aus den 1473 eingereichten Arbeiten haben die 82 Vorjuroren in den elf Kategorien insgesamt 91 Texte und Projekte nominiert.


Nominiert in der Kategorie "Reportage":

Marc Neller mit "Der Code des Bösen"; Lukas Eberle mit "Mourad und das Monster"; Karin Steinberger mit "Finger weg"; Britta Stuff mit "Heimat"; Felix Hutt mit "71 Leben"; Jan Christoph Wiechmann mit "Im gefährlichsten Land der Welt"; Erwin Koch mit "Marha und Linda" sowie "Carlota"; Thorsten Fuchs mit "Der Mord, von dem wir nie geredet haben"; Malte Henk und Henning Sußebach mit "Der Exodus von Tel Goran"; Alice Bota mit "Dieser Mann will ins Gefängnis"; Amrai Coen und Tanja Stelzer mit "Brüssel, 22. März 2016"; Claas Relotius mit "Nummer 440"; Jana Simon mit "Heile Welt"; Rafael Buschmann, Fiona Ehlers, Özlem Gezer, Maik Großekathöfer, Guido Mingels, Claas Relotius und Takis Würger mit "Die Lebenden und die Toten"; Alexander Osang mit "Herr Preuß schreibt Geschichte";  Dmitrij Gawrisch mit "Sotchis Soundtrack"; Nadia Pantel mit "Kindeskind"; Eva Wolfangel mit "Mein Leben als Avatar"; Katrin Langhans, Frederik Obermaier, Bastian Obermayer, und Kia Vahland mit "Panama Painting".


Nominiert in der Kategorie "Kulturkritik":

Raoul Löbbert mit "Jesus und ich"; Martina Kix mit "Batmans Söhne"; Thomas Hüetlin mit "Auch Stuckimann unter den Opfern"; Ulrich Gutmair mit "Der kleine Mann, dos kleine Menschele"; Jonas Leppin mit "Ein Jahr mit Jankowski"; Tobias Kniebe mit "Und das war dann dieser Sommer".


Nominiert in der Kategorie "Essay":

Alard von Kittlitz mit "Die Erde ist eine Scheibe"; Heinrich Wefing mit "Darf's auch etwas mehr sein?"; Christian Gesellmann mit "Warum ich aus Sachsen weggezogen bin"; Dieter Schnaas mit "Priester des Fortschritts"; Lara Fritzsche mit "Frauenlauer"; Barbara Supp mit "Im Rausch des Verzichts"; Laura Meschede mit "Wie wir in München die Nacht des Amoklaufs erlebten"; Juliane Schiemenz mit "Aus hartem Holz"; Marco Maurer mit "Mein Vater, das Volk".


Die Texte lagen den Vorjuroren anonymisiert vor, Texte aus der eigenen Redaktion wurden den Vorjuroren nicht zugewiesen.

Morgen veröffentlichen wir die Nominierten in den Kategorien "Freier Reporter", "Investigation" und "Innovation" hier auf unserer Website.



Reporterpreis 2016 - Das sind die Nominierten



Die Nominierten für den Deutschen Reporterpreis 2016 stehen fest: Aus den 1473 eingereichten Arbeiten haben die 82 Vorjuroren in den elf Kategorien insgesamt 91 Texte und Projekte nominiert.


Nominiert in der Kategorie "Beste Lokalreportage":

Sidney Gennies mit "Außen vor"; Clara Klein mit "Ganz unten"; "Eva Marie Stegmann mit "Das große Hungern"; Annika Fischer mit "Ein bisschen Liebe und um 12 gibt es Kartoffeln"; Maris Hubschmid mit "Der Herr der Dinge"; Deike Diening mit "Um alles in der Welt"; Oliver Hollenstein mit "Rohe Weihnachten"; Christine Keck mit "Ein viel zu kurzes Leben"; Antje Lang-Lendorff  mit "In bester Lage"; Doreen Reinhard mit "Zu den Waffen"; Julia Nehmiz mit "Die Roma wollen nicht zurück".
       

Nominiert in der Kategorie "Bestes Interview":

Klaus Brinkbäumer und Dirk Kurbjuweit mit "Und dann stirbste"; Kerstin Herrnkind und Dominik Stawski mit "Es gibt keinen Trost"; Tilman Müller mit "Gesucht Gefunden"; Jan Christoph Wiechmann mit "438 Tage Seenot" und "Interview mit einer Bestie"; Nadine Ahr, Mariam Lau und Henning Sußebach mit "Dann mal raus mit der Sprache!"; Sven Michaelsen mit "Was Essen angeht, sind wir alle Psychopathen"; Hauke Goos und Thomas Hüetlin mit "Is eh wurscht"; Anita Blasberg und Stefanie Flamm mit "Sie kennen unseren Schmutz"; Heike Haarhoff mit "Primat des Menschen".


Nominiert in der Kategorie "Beste Wissenschaftsreportage":

Jakob Vicari mit "Alles über 2812"; Nicola Meier mit "Wer rettet Klara?"; Nadine Ahr mit "Das Ende der Dunkelheit"; Nicola Meier mit "Das letzte Nashorn"; Katja Thimm mit "Im engsten Familienkreis"; Kerstin Greiner mit "Zur Natür zurück"; Roland Schulz mit "Ganz am Ende".


Die Texte lagen den Vorjuroren anonymisiert vor, Texte aus der eigenen Redaktion wurden den Vorjuroren nicht zugewiesen.

Morgen veröffentlichen wir die Nominierten in den Kategorien "Beste Reportage", "Beste Kulturkritik" und "Bester Essay"hier auf unserer Website.


Reporterpreis 2016 - NEUER REKORD


1473
Beiträge sind in diesem Jahr für den Deutschen Reporterpreis eingereicht worden - fast 200 Einreichungen mehr als im letzten Jahr. Ein neuer Rekord! Wir freuen uns sehr.

Es gibt also viele Tausend Seiten Lesestoff für unsere 82 Vorjuroren - bei denen wir uns an dieser Stelle nochmals sehr herzlich bedanken möchten:


Es sind:

Robert Arsenschek (Akademie der Bayerischen Presse), Sonja Banze (frei), Katja Bauer (Stuttgarter Zeitung), Wolfgang Bauer (Die Zeit), Patrick Bauer (SZ Magazin), Bernhard Borgeest (Focus), Annika Bunse (Die Welt), Silke Burmester (frei), Finn Canonica (Das Magazin), Anette Dowideit (Die Welt), Daniel Drepper (Correct!v), Michael Ebert (SZ-Magazin), Ingrid Eißele (Zeitenspiegel), Julia Encke (FAZ), Joachim Fahrun (Berliner Morgenpost), Jochen Förster (C3), Julia Friedrichs (frei), Dieter Fuchs (Stuttgarter Zeitung), Nora Gantenbrink (stern), Dirk von Gehlen (Süddeutsche Zeitung), Astrid Geisler (Zeit Online), Johannes Gernert (Die Zeit), Sylke Gruhnwald (SRF), Volker ter Haseborg (Bilanz), Jan Heidtmann (Süddeutsche Zeitung), Stefan Heijnk (FH Hannover), Jörn Kabisch (frei), Cathrin Kahlweit (Süddeutsche Zeitung), Steffi Kammerer (frei), Boris Kartheuser (frei), Anna Kemper (ZEITmagazin), Stefan Kruecken (Ankerherz), Beate Lakotta (Der Spiegel), Holger Liebs (Hatje Cantz), Judith Liere (stern), Heinrich Löbbers (Sächsische Zeitung), Raoul Löbbert (Christ & Welt), Dirk Lübke (Mannheimer Morgen), Dagny Lüdemann (Zeit Online), Marin Majica (C3), Arno Makowsky (Der Tagesspiegel), Uwe H. Martin (frei), Lorenz Matzat (Lokaler), Philipp Maußhardt (Zeitenspiegel), Georg Meck (FAS), Daniel Müller (Die Zeit), Kai Müller (Der Tagesspiegel), Marc Neller (Welt am Sonntag), Barbara Nolte (Der Tagesspiegel), Andreas Öhler (Christ & Welt), Marta Orosz (Correct!v), Michalis Pantelouris (frei), Carolin Pirich (frei), Ismene Poulakos (Kölner Stadt-Anzeiger), Ole Reißmann (Spiegel Online), Sabine Rennefanz (Berliner Zeitung), Anuschka Roshani (Das Magazin), Jan Rübel (Zeitenspiegel), Jörg Sadrozinski (DJS), Julia Saldenholz (NDR), Juliane Schiemenz (Reportagen), Stefan Schirmer (Die Zeit), Rainer Schmidt (frei), Dieter Schnaas (Wirtschaftswoche), Inka Schneider (NDR), Jens Schröder (GEO), Thomas Schumann (stern), Johannes Schweikle (frei), Jana Simon (Die Zeit), Alexandra Stark (frei), Karin Stawski (stern), Judka Strittmatter (frei), Barbara Supp (Der Spiegel), Dagmar von Taube (Welt am Sonntag), Christian Thiele (frei), Karin Truscheit (FAZ), Maren Urner (perspective daily), Simone Wendler (Lausitzer Rundschau), Jennifer Wilton (Die Welt), Martina Wimmer (frei), Christine Zerwes (stern), Felix Zimmermann (taz).


DANKE für Euer Engagement!


Wir haben die Vorjuroren in Gruppen unterteilt und einer Kategorie zugewiesen. Jetzt beginnen sie mit der Lektüre und benennen die Nominierten, die wir dann Anfang November an dieser Stelle veröffentlichen werden.

20 in "Reportage", zehn in "Lokalreportage", jeweils neun in den Kategorien "Essay" und "Webreportage"; jeweils acht in "freier Reporter", "Interview" und "Wissenschaftsreportage"; jeweils sechs in den Kategorien "Kulturkritik und "Investigation"; sowie jeweils vier in "Innovation" und "Datenjournalismus".

Am 5. Dezember wird dann die Jury aus allen Nominierungen die Siegertexte bestimmen.


Jury des Reporterpreises benannt

Die Juroren - Copyright: Ullrich Fichtner ©Thomas Rusch; Michael Krüger ©Peter-Andreas Hassiepen; Axel Hacke ©Thomas Dashuber; Helge Malchow ©Bettina Flitner; Caren Miosga ©NDR/Thorsten Jander; Jörg Thadeusz ©Jenny Sieboldt; Ulrich Matthes ©privat



Die Jury setzt sich in diesem Jahr zusammen aus Journalisten, Autoren und professionellen Lesern, die auf sehr unterschiedliche Weise Experten sind für die Beurteilung von journalistischer Qualität.

Es sind die Journalisten Astrid Csuraji, Matthias Eberl, Timm Klotzek, Ullrich Fichtner, Richard Gutjahr, Rainer Hank, Tina Hildebrandt, Claus Kleber, Caren Miosga, Anja Reschke, Evelyn Roll, Vera Schroeder, Jessica Schober, Britta Stuff, Regine Sylvester, Pauline Tillmann, Dominik Wichmann, Nikolaus Brender und Diana Zinkler; die Autoren Axel Hacke, Sascha Lobo, Jörg Thadeusz und Christine Westermann; die Verleger Michael Krüger und Helge Malchow; der Schauspieler Ulrich Matthes und der TV-Produzent Friedrich Küppersbusch.

Der 28. Juror ist der/die große Unbekannte – er/sie wird im Namen der Teilnehmer des Reporter-Forums votieren. Die Forumsteilnehmer stimmen per Mail über die beste Reportage des Jahres ab; unter denen, die sich für die Reportage mit den meisten Stimmen entschieden haben, wird der Juror per Los bestimmt.

 


AUSSCHREIBUNG: Deutscher Reporterpreis 2016



Zeitungen und Zeitschriften verlieren Leser - weil die Leser blöder werden oder weil die Journalisten sie langweilen? Waren wir den Ereignissen des Jahres gewachsen, haben wir sie beschreiben können, erklären können, einordnen können? Oder haben wir nur abgebildet, was sowieso jeder sah? Mit dem Deutschen Reporterpreis sollen die herausragenden Reportagen, Interviews, Essays und Innovationen des Jahres ausgezeichnet und vorbildliche Texte und Multimedia-Arbeiten zur Diskussion gestellt werden.

Diese Diskussion ist der eigentliche Sinn des Reporterpreises, weil wir daran glauben, dass das gute Beispiel der beste Weg ist zu besserem Journalismus, und zu Zeitungen, Zeitschriften und Websites, die so viele Leser finden, wie sie verdienen. Der Preis ist nicht dotiert, zukünftig wollen wir aus unseren Einnahmen lieber Workshops finanzieren, in denen neue Formen des Journalismus gefördert und präsentiert werden.

Im letzten Jahr haben Journalisten über 1300 Texte eingereicht und den Reporterpreis zum deutschen Print-Medienpreis mit den meisten Einsendungen gemacht. In diesem Jahr wollen wir noch mehr als bisher neue Formen des Print- und des Online-Journalismus auszeichnen.

Einsendeschluss ist der 1. Oktober 2016, 12 Uhr.

Bitte formatieren Sie Ihren Text nach dieser Vorlage und senden Sie ihn an reporterpreis@reporter-forum.de. (Hinweis: Bitte TATSÄCHLICH das Format der Vorlage übernehmen!)
Bei webbasierten Einreichungen reicht es, den Link per Email zu schicken.


Der Reporterpreis wird in diesem Jahr in elf Kategorien vergeben:

Reportage: In den Redaktionen von Zeitungen und Zeitschriften wird der Platz und der Spielraum der Reporter beschnitten, der Preis für die beste Reportage des Jahres soll Ansporn sein für Reporter und Redaktionen, die große Reportage zu recherchieren und zu schreiben, immer wieder neue unerzählte Geschichten zu entdecken und sie auf ungewöhnliche Art zu erzählen.

Investigation: Die Recherche ist der Anfang jeder guten Story, nur was neu ist, nur was stimmt, kann begeistern. In jedem Jahr gibt es Enthüllungen, die mehr sind als Stories, sie überragen, weil sie die Wirklichkeit nicht nur beschreiben, sondern verändern.

Webreportage: Reporter im Netz erzählen auf neue Weise, sie kombinieren Text, Fotos, Videos und Sound zu Reportagen, die so nur im Web funktionieren. Wir wollen diese Experimente fördern und viele Reporter ermuntern, sich dieser neuen Art des Erzählens zuzuwenden.

Datenjournalismus: Zunehmend entdecken Reporter ihre Stoffe in gewaltigen Datenmengen, visualisieren gesellschaftliche Zusammenhänge, indem sie aus diesen Daten Geschichten filtern, die einer anderen Dramaturgie folgen als die auf Personalisierung basierenden Stories. Meist sind es Teams, die gemeinsam in Datenbanken recherchieren und ihre Geschichten vor allem online und interaktiv so präsentieren, dass der Leser zum Mit-Rechercheur werden kann.

Wissenschaftsreportage: Die meist hochkomplizierten Erkenntnisse der Natur- und Gesellschaftswissenschaften einem breiten Publikum so zu erzählen, dass es sich gleichermaßen unterhalten wie informiert fühlt, ist eine Kunst, die wir besonders dann auszeichnen wollen, wenn sie sich aller Formen bedient, die heutzutage dem modernen Erzähler zur Verfügung stehen.

Lokalreportage: Reporter in Lokalredaktionen arbeiten unter besonders schwierigen Bedingungen, sie stehen unter Zeit-, Platz- und Kostendruck; sie müssen sich ihre Reportagen erkämpfen gegen widrige Umstände. Umso bemerkenswerter ist die Qualität vieler dieser Reportagen, sie zeigen, dass die Reportagen gerade in den Lokalteilen der Tageszeitungen unverzichtbar sind, weil sie nah dran sind am Leben der Leser und es widerspiegeln.

Essay: Oft ist das Erzählerische, die Reportage, eine zu szenische, zu gedankenarme, zu unintelligente journalistische Form, um über die Wirklichkeit und ihre Widerspiegelung im Überbau zu berichten. Zunehmend schreiben Reporter deshalb essayistische Reportagen, Texte, die irgendwo in der Wirklichkeit beginnen, aber dann lieber dem Gedanken folgen als der Erzählung. So entstehen beispielhaft gute Texte, die immer weniger Reportagen sind und immer mehr Essays und deshalb verdienen, mit einem Preis gewürdigt zu werden.

Kulturkritik: Der Kritiker, vor allem im Feuilleton zuhause, ist eine uralte journalistische Figur, mal Hassfigur, mal König, immer umstritten - wir möchten jene Kritiker auszeichnen, denen es gelingt, mit eigener Sprache und neuen Formen ihren Job zu machen.

Interview: In den letzten Jahren haben Reporter neue Spielarten des Interviews entwickelt. Sie kombinieren beschreibende, erzählerische Passagen mit Interview-Teilen, sie pflegen wieder das lange Gespräch, das wie ein Portrait wirkt, oder sie kommentieren Antworten des Gesprächspartners, ordnen sie ein. Oder sie fragen einfach so genau und so hartnäckig, bis der Befragte dem Leser einen Einblick gewährt in ein Leben, das bisher im Verborgenen lag. So sind Interviewformen entstanden, die beispielhaft sind.

Freier Reporter: Immer mehr Reporter arbeiten nicht mehr in Redaktionen, der wirtschaftliche Druck hat viele Zeitungen und Zeitschriften veranlasst, kostenaufwendige journalistische Formen auf Freie auszulagern. Sie tragen nun das Risiko aufwändiger Recherche und akribischer Textarbeit, viele von ihnen können sich Reportagen nicht mehr leisten. Sie wollen wir mit dem Preis für den besten freien Reporter ermuntern, weiter an Texten zu arbeiten, die ihnen wichtig sind, auch wenn sie sich vielleicht nicht mehr rechnen.

Innovation: Es gibt journalistische Arbeiten, die in keine Kategorie gehören, die auf originelle Weise den herkömmlichen Journalismus überwinden und in die Zukunft weisen. Alle Formate, Texte, Grafiken, Fotos, und die Mischung aus alldem, sind willkommen, auch Crowdfunding-Projekte, neue Formen in den sozialen Medien, Neugründungen und ähnliches. All das, was den Journalismus spektakulär erneuert, soll mit diesem Preis ausgezeichnet werden.

Eingereicht werden können alle deutschsprachigen Texte, Multimedia-Beiträge und Projekte, die zwischen dem 1. Oktober 2015 und dem 30. September 2016 veröffentlicht wurden.


80 Vorjuroren aus mehr als 30 verschiedenen Redaktionen sichten die Einreichungen und nominieren in jeder Kategorie die besten Arbeiten. Texte aus der eigenen Redaktion liegen einem Vorjuror nicht vor. Die nominierten Arbeiten werden auf der Website vorgestellt, in der Kategorie "Reportage" können die Teilnehmer des Reporter-Workshops in Hamburg als Juroren mitwirken.

Am 5. Dezember kommt die Jury des Deutschen Reporterpreises, in der Journalisten, Publizisten und qualifizierte Leser sitzen, in Berlin zusammen, diskutiert die besten Texte und übergibt die Preise abends an die ausgezeichneten Journalisten.



My Beat: Neuer Reporter-Stammtisch in Berlin

v.l.n.r. Juan Moreno, Dirk Gieselmann, Oliver Fritsch



Ab September gibt es einen monatlichen Reporter-Stammtisch in Berlin, er heißt My Beat und ist in der Fabriketage von CORRECTIV in Mitte. Es kommen jeweils drei Kollegen, die von ihrem "Beat" erzählen. Danach diskutieren wir, danach gibt es Bier und Cola.

MyBeat#1 ist am Mittwoch 14. September um 19 Uhr und hat das Thema: Über Fußball schreiben.

Wir freuen uns auf Oliver Fritsch von "Zeit Online", vielen bekannt für seine klugen taktischen Analysen. Auf Juan Moreno vom "Spiegel", der erklärt, warum Interviews mit Fußballern für einen guten Text eher hinderlich sind. Und auf Dirk Gieselmann, lange Redakteur bei "11 Freunde", sein Thema: Wie absurd es ist, über moderne Fußballer zu schreiben.

Bitte seid herzlich eingeladen!

Der Platz ist begrenzt.

Bitte meldet euch an unter der Adresse events@correctiv.org.

CORRECTIV ist in der Singerstraße 109 in Berlin-Mitte (U/S Jannowitzbrücke), Eingang über das Tiefpaterre rechts.

Wir freuen uns auf einen unterhaltsamen Abend!


Masterclass Wissenschaftsjournalismus

 

Vor drei Jahren haben wir gemeinsam mit der Robert-Bosch-Stiftung die "Masterclass Wissenschaftsjournalismus" ins Leben gerufen. Gemeinsam wollten wir ausloten, wie sich Geschichten mit den Mitteln neuester Technik lebendiger, anschaulicher und lesernäher erzählen lassen. Zehn Stipendiaten(-teams) wurden ausgewählt und haben, betreut von dem Kollegen Christian Schwägerl, zehn starke Projekte umgesetzt. Ihr findet sie hier.

Jetzt startet die Ausschreibung zur zweiten Masterclass.


Bewerbt Euch bis Mitte März auf einen der 30 Ausbildungsplätze und lernt von Referenten mit internationalem Renommée, welche Tools, welche Techniken es gibt, um Wissenschaftsthemen zeitgemäß umzusetzen. Am Ende winken zehn mit bis zu 7000 Euro dotierte Stipendien, um das eigene Projekt zu realisieren.

Alle Termine, Details findet ihr hier. Bitte weitersagen!


Die besten Reportagen des Reporterpreises als Buch



Seit 2009 vergibt das Reporter-Forum den Deutschen Reporterpreis. Jetzt ist in Kooperation mit dem Ankerherz Verlag ein Buch mit preisgekrönten Reportagen entstanden. Es trägt den Titel "Ins Herz der Welt" und bringt einige der besten Reporter zusammen, die in den letzten Jahren mit dem Reporterpreis ausgezeichnet worden sind. 

Aus dem Vorwort:

"Gute Reportagen fangen die Zeit ein, sehr gute Reportagen frieren die Zeit ein, und wenn man sie auftaut, Jahre später, dann sind sie immer noch so wahr, wie sie waren, als sie geschrieben wurden. Seit 2009 vergibt das Reporter-Forum den Deutschen Reporterpreis, in acht Kategorien werden die besten Reportagen, Essays und Interviews ausgezeichnet.
Die besten Reportagen der sechs Jahre sind in diesem Buch versammelt, nicht nur, weil sie gut geschrieben sind, auch, weil sie große Geschichten erzählen, die es wert sind, wieder aufgetaut zu werden. Einen Moment der Wahrheit einzufangen und einzufrieren, der etwas Wichtiges erzählt über die Menschen, über die Geschichte, über die Welt, das ist die Aufgabe der Reportage und das verbindet diese Texte.
Martin Walser hat über Reportagen geschrieben, sie lieferten eine „Tatsachennähe, die nicht zur Meinung schrumpft, sondern zur Erfahrung wird“, besser kann man nicht sagen, was eine gute Reportage leisten muss. Jede gute Reportage beginnt mit guter Recherche, nicht nur schöne Sprache macht eine Reportage gut, sondern die Geschichte, die mit der schönen Sprache erzählt wird.

[...]

Gibt es große Trends in der Entwicklung der Reportage? Ja, vier Trends verändern die Reportage, machen sie noch interessanter und vielseitiger. Zum Ersten: Die Entdecker sind dabei, die Tautologen zu verdrängen. Die Tautologen, das sind die Edelfedern und die Schönschreiber, die glauben, allein die Kraft ihrer Sprache reicht, um immer wieder dieselben Geschichten erzählen zu können, vom Tod, vom Verbrechen, vom Alkohol, Geschichten aus dem Altersheim, dem Arbeitsamt, der Bahnhofsmission, also diese Sozialreportagen, die heute jeder Computer von allein schreiben kann. Lange saß ich in der Jury des Egon-Erwin-Kisch-Preises und konnte in den letzten beiden Jahrzehnten beobachten, wie sich unter den besten Reportern der Republik immer mehr Entdecker profilierten, Reporter also, die an ihre Texte kommen durch einen investigativen Spürsinn für das Unerzählte.
Das ist der heroische Impetus der Reporter: Man will dort sein, wo sich die Gischt der Geschichte bricht. Kisch hat damals vom gesellschaftlichen Experiment in der Sowjetunion erzählt, aus dem dynamischen Amerika, vom Aufbruch in Asien, und heute ist Asien wieder ein großer Steinbruch für Geschichten, aber auch die Hirnforschung oder die Finanzwelt.
Die Sujets vieler Reportagen stammen noch aus der guten alten Männerwelt: Boxen, Krieg, Industriekapitäne, und es gibt immer noch wesentlich mehr Reporter als Reporterinnen. Aber, zweitens, das ändert sich. Denn Frauen haben bessere Voraussetzungen für den Beruf des Reporters, jeder Mann erzählt seine Geschichte lieber einer Frau, und jede Frau doch sowieso. Wir haben viele Reporterinnen, die in Krisengebiete wollen. Derzeit werden in den Journalistenschulen zwei Drittel Frauen aufgenommen und nur ein Drittel Männer.
Der Mythos will ja, dass der Reporter der Einzelgänger ist, der lonesome cowboy, auch das, drittens, ändert sich. Wir haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht, ein sehr großes Thema wie den 11. September, den Irakkrieg oder die Finanzkrise im Team zu erzählen, weil nur so die Widersprüchlichkeit der Wirklichkeit erzählt werden konnte. Der durch die Welt ziehende einsame Cowboy ist da überfordert. Die moderne Reportage braucht die Gang und den Einzelgänger.
Der Leser will die Authentizität, die aus gelebter Zeitzeugenschaft resultiert. Ein Reporter soll mir als denkende Kamera vermitteln, was er erlebt hat, sodass ich das Gefühl habe, dabei gewesen zu sein. Das ist wie bei einem Unfall, den man im Vorbeifahren sieht: Man will alles wissen, Teil werden eines Vorgangs, der eigentlich schon abgeschlossen ist. Um Texte zu schreiben, die für Leser zur Erfahrung werden können, muss der Reporter ihm wie eine denkende Kamera Wirklichkeit vermitteln. Das Wort war dabei immer der Stolz des Reporters, dann kamen Fotos dazu, zunächst misstrauisch betrachtet vom Reporter, weil er sein Handwerk bedrängt und bedroht sah. Bald musste der schreibende Reporter mitansehen, wie ein mächtiger Konkurrent ihm die Leser stahl: der filmende Reporter des Fernsehens, der vieles konnte, was das gedruckte Wort nicht kann.
Und gerade erleben wir, viertens, die nächste kühne Stufe in der Evolution des Reporters: Die Digitalisierung des Journalismus verändert ihn, sein Handwerk, meinetwegen auch seine Kunst, auf revolutionäre Weise. Wenn der Reporter das Netz nicht als Bedrohung sieht, sondern als Herausforderung, dann kann er erzählen wie kein Reporter vor ihm. Er kann Wort, Foto und Video so mischen, dass für den Leser und Betrachter Wirklichkeit vielschichtiger wirksam wird als je zuvor.

[...]

Reporter aller Länder, schreibt um euer Leben, verändert euch! Ihr geht spannenden, stürmischen, ruhmreichen Zeiten entgegen, wenn eure Texte herausragen aus dem Brei all jener Reportägchen, die sich so ähneln wie ein Big Whopper dem anderen. Herausragende Texte zur Diskussion zu stellen, das ist der eigentliche Sinn des Deutschen Reporterpreises, weil wir daran glauben, dass das gute Beispiel der beste Weg ist zu besserem Journalismus, und zu Zeitungen, Zeitschriften und Websites, die so viele Leser finden, wie sie verdienen."


Neugierig geworden?


Hier geht's zum Buch: 


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Das Reporter-Forum ist eine Bürgerinitiative für guten Journalismus. mehr




Reader: Reporterpreis 2016


Der Reader zum Reporterpreis 2016 - mit allen Siegern. Viel Spaß beim Lesen!


Termine 2016


Mo, 5. Dezember
Verleihung Deutscher Reporterpreis

 


Masterclass Wissenschaftsjournalismus


Vor einem Jahr haben die Robert Bosch Stiftung und das Reporter-Forum die Masterclass Wissenschaftsjournalismus ins Leben gerufen. Gemeinsam wollten wir ausloten, wie sich komplexe Wissenschaftsthemen auf neue Art erzählen lassen. Zehn Reporter-Teams, ausgewählt von einer Jury,
erhielten Recherche-Stipendien. Referenten mit internationalem Renommee schulten sie in multimedialem Storytelling, dann machten sie sich ans Werk, unterstützt vom Leiter der Masterclass, dem Wissenschaftsautoren Christian Schwägerl.

Jetzt sind die zehn Arbeiten fertig. Wir möchten Sie einladen, sie in Augenschein zu nehmen, auf dieser eigens gebauten Seite: HIER.



 

Kontakt: Reporter Forum e.V. | Sierichstr. 171 | 22299 Hamburg