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27.03.17

Hansel-Mieth-Preis

(Die Preisträger 2012: die Fotografen Monika Fischer (r.) und Mathias Braschler und "stern"-Reporterin Cornelia Fuchs, gemeinsam mit einem der in Guantánamo misshandelten Häftlinge. Es fehlt der ebenfalls ausgezeichnete "stern"-Autor Uli Rauss)


Der Hansel-Mieth-Preis ist in doppelter Hinsicht besonders: Er prämiert Text und Bild gemeinsam, und er prämiert ausschließlich Sozialreportagen. Der Preis ist benannt nach der 1909 geborenen Johanna Mieth, die in den 1920er Jahren von daheim ausriss, sich in den USA zunächst als Tagelöhnerin durchschlug und dann begann, als Fotografin zu arbeiten. Ihr Credo: “Um ein guter Fotograf zu sein, musst du fühlen, was Menschen fühlen, wenn sie ganz unten sind.“

Der Preis wird vergeben von der Reportage-Agentur Zeitenspiegel, der Hansel Mieth angehörte, ehe sie 1998 verstarb.  Er ist mit 6000 Euro dotiert.



2013



Preisträger



Sie waren einmal fünf Brüder. Sie kannten nichts als Krieg. Ihre Geschichte handelt von Tod und Zärtlichkeit, von Armut und Hoffnung. Es ist die Geschichte Afghanistans



2012



Preisträger



Wir kennen sie nur als Gestalten in orangefarbenen Overalls. Weggesperrt, gequält, entmenschlicht. Vor zehn Jahren kamen die ersten Gefangenen in das berüchtigte Lager, das bis zu 779 Insassen hatte. Die meisten wurden inzwischen entlassen. Stern-Reporter machten sich weltweit auf die Suche nach den Menschen, die Guantánamo überlebt haben. Erzählen ihre Geschichte, geben ihnen ein Gesicht



2011



Preisträger



Stahl und Kohle waren einmal. Das Arbeiterherz Glasgows hat aufgehört zu schlagen. Der Osten der Stadt gilt als härtester Platz Großbritanniens. Hier, im Stadtteil Gorbals, lebt die Familie von Paul Mann …



2010



Preisträger



Was tun in einem von Bürgerkrieg, Armut und Korruption geschlagenen Land wie dem Kongo? Ein Orchester gründen! Händel, Mozart, Beethoven spielen — was sonst?



2009



Preisträger



Ob Manager oder Bahnhofshure: Die Droge Kokain ist in allen Schichten angekommen - weltweit. Das Geschäft mit dem Rauschgift ist hochkomplex, vom kleinen Bauern in Kolumbien bis zum Dealer in Hamburg


Sie kommen als Kinder oder Jugendliche lebenslang hinter Gitter - auch wenn sie niemanden ermordet, verletzt oder missbraucht haben. In den USA bedeutet "lebenslänglich" oft bis zum Tod



2008



Preisträger



Chinas Wirtschaftsboom fordert Opfer: In den Fabriken ruinieren Millionen Wanderarbeiter ihre Gesundheit



2007



Preisträger



Nach einem Jahr Knast sucht Ronny Eisenbrandt die Liebe


Momentaufnahmen aus einem ganz normalen deutschen Krankenhaus. Im Klinikum Friedrichshafen zeigt sich exemplarisch, was Mediziner auf die Barrikaden treibt – und weshalb es immer schwerer wird, ein »guter Arzt« zu sein



2005



Preisträger



Michele Niosi ist Küstenwächter auf der Mittelmeerinsel Lampedusa und hat zwei unvereinbare Aufträge. Er soll Menschen aus Seenot retten und Europa vor illegalen Einwanderern schützen. In dieser Lage wird er zum Helden – und zum unfreiwilligen Helfer der Schlepper



2004



Preisträger



Traumatisiert von einem brutalen Bürgerkrieg, organisieren die Menschen in Sierra Leone mit Hilfe der Vereinten Nationen ihre Versöhnung. Täter und Opfer wollen die Gesellschaft gemeinsam wiederaufbauen



2003



Preisträger



Die meisten Ärzte kapitulieren, wenn sie nicht mehr heilen können – zu Unrecht. Die Erfahrung in Hospizen wie dem Berliner Ricam beweist, dass sich das Leiden Todkranker immer besser lindern lässt. Schwerer ist es oft, die Seele des Sterbenden mit dem Tod zu versöhnen



2002



Preisträger



Das bosnische Dorf Pecnik war immer schon von Kroaten bewohnt. Bis zum Beginn des jugoslawischen Bürgerkrieges. Damals, 1992, wurden alle Bewohner vertrieben und ihre Häuser niedergebrannt - von den serbischen Nachbarn aus der Umgebung. Bis zum Januar 2000 war Pecnik tot, eine Ansammlung von Ruinen, überwuchert von Gestrüpp. Inzwischen sind einige der früheren Bewohner zurückgekehrt. Auch wenn das Dorf heute auf dem Gebiet der bosnischen Serbenrepublik liegt, versuchen die Kroaten, ihre Häuser wieder aufzubauen - und mit der Erinnerung an Feindschaft und Krieg zurechtzukommen



2001



Preisträger



Wie verwandelt man prügelnde Neonazis und linke Chaoten in gute Menschen? Diskutieren? Demonstrieren? Oder wegsperren? Ein Hotelier aus Wismar lud zwei Skinheads und zwei Punks ein zu einer Reise durch Namibias Wüste. 600 Kilometer in fünf Wochen, und das alles zu Fuß



2000



Preisträger



Vorspann wird nachgereicht...



1999



Preisträger



Niemand in Bhedwal, dem Dörfchen im indischen Pandschab, konnte erklären, was diesen Jungen nach Deutschland getrieben hatte. Zurück bekamen sie ihn in einer Holzkiste



1998



Preisträger



Vor 22 Jahren, mitten in der Nacht, wurde der Häftling und Schriftsteller Mahmoud Shkair in einem israelischen Gefängnis aus dem Schlaf gerissen. Irgendjemand verband ihm die Augen und schob ihn in ein Auto. Irgendwann hielt der Wagen an. Irgendjemand schrie: “Raus!” Dann nahm man ihm die Augenbinde ab, und ein israelischer Offizier sagte: “Sie sind auf libanesischem Boden. Sie sind deportiert.” – “Ich komme zurück”, stammelte Shkair. “Nie”, sagte der Offizier und fuhr davon. Und Shkair taumelte im Morgengrauen seinem Exil entgegen



Hansel-Mieth-Preis


Jurymitglieder des Hansel-Mieth-Preises: Ingrid Eißele (Zeitenspiegel Reportagen), Wolfgang Behnken (Art Director), Heiko Gebhardt (Ringier Verlag), Christiane Gehner (Der Spiegel), Anton Hunger (Publizist), Christian Jungblut (Reporter), Thomas Kern (Fotograf), Margot Klingsporn (Agentur Focus), Ingrid Kolb (Autorin), Alexander Smoltczyk (Der Spiegel)


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