Jeweils im Herbst veranstaltet das Reporter-Forum "Feedback-Seminare", in Hamburg, Berlin und München. Dann haben Sie Gelegenheit, mit einem erfahrenen Reporter einen Text von sich zu diskutieren, in einem kleinen Kreis von Gleichgesinnten. Hier das Feedback zum Feedback 2008 - Rückmeldungen, die wir von jenen erhalten haben, die ein solches Seminar besucht haben:
Das Seminar mit Jochen Arntz war für mich sehr inspirierend. Herr Arntz verstand es, die Texte nicht einfach nur durchzusprechen. Er stellte jede Arbeit unter ein bestimmtes Motto: Sprachliche Optimierung, Aufbau, Themen-Optimierung. So konnte jeder der Teilnehmer auch von den Texten der anderen Seminarteilnehmer profitieren. Schade, dass unsere Arbeitgeber solcherlei Seminare im Rahmen der täglichen Redaktionsarbeit meist nicht anbieten können.
Volker ter Haseborg, Reporter „Themen des Tages“, Abendzeitung, München
*****************************************
Cordt Schnibben nimmt kein Blatt vor den Mund - und das ist gut so. Echtes Feedback ist im Redaktionsalltag leider selten; da lautet das Pauschal-Urteil nur allzu oft: „gute Geschichte". Das mag einem schmeicheln, hilft einem aber nicht wirklich weiter. Schnibben nimmt die Texte sorgfältig auseinander, hinterfragt dabei notfalls Satz für Satz - und setzt die Geschichten am Ende (oft komplett anders und meistens auch besser) wieder zusammen. Übrigens kann man von seinem Redigatur-System auch für die Bearbeitung fremder Texte einiges lernen. Ob man nach dem Besuch eines Schnibben-Seminars wirklich besser schreibt? Man gibt sich zumindest mehr Mühe...
Claus Hecking, Financial Times Deutschland
*****************************************
Das Feedback-Seminar mit Barbara Supp war mit einem Wort: super. Die Kollegin hat sich eine Menge Arbeit bei der Vorbereitung der Texte gemacht. Wir haben in einer sehr fairen und offenen Weise miteinander geredet, uns unnötiges Lob gespart und an den Texten gearbeitet. Es gab konkrete Vor- und Ratschläge, die man sich merken und künftig (hoffentlich manchmal!) auf andere Texte anwenden kann. Solche Runden holen den einsamen Schreiber aus seinem Schreibtunnel, das ist wirklich gut. Alles in allem war dieser Tag für mich ein echter Motivations-, Lufthol- und Mutmachtag! Vielen Dank dafür an Barbara Supp und das Reporter-Forum.
Anne Klesse, Korrespondentin Berlin, Stuttgarter Zeitung
*****************************************
Das Feedback-Seminar bei Jan Heidtmann war sehr gut. Jan ist sehr gründlich, sehr höflich, aber doch auch sehr bestimmt mit den Texten umgegangen. Nur: Das Niveau der Teilnehmer war extrem unterschiedlich. Da hätte man mehr mitgenommen, wäre es einheitlicher gewesen. Wenn es solch ein Seminar noch einmal gibt, bin ich gern wieder dabei.
Christian Thiele, Textchef, Playboy
*****************************************
Mein Kommentar: Hart, aber gut, und in der Länge wohltuend. Die Kritik von Jan Heidtmann an den Texten war Großteils nachvollziehbar und lebte wie die Diskussion davon, dass sie ohne Umschweif vorgebracht wurde. Eine erdende Qualitätskontrolle außerhalb des eigenen, eher wohlwollenden Kollegen-Kreises.
Markus Thierbach, freier Journalist, München
*****************************************
Ich habe jede Menge gelernt. Das lag vor allem an Jan Heidtmann. Allerdings hat mir nicht so gut gefallen, dass das Niveau der Teilnehmer sehr weit auseinander lag. Ich glaube, jeder hat für sich was mitgenommen. Aber das gemeinsame Lernen wird nicht funktioniert haben. Da waren ein paar richtig blutige Anfänger dabei, die noch nie eine Reportage geschrieben hatten. Und wenn die dann in eine Qualitätsdebatte einsteigen, wird es kompliziert - wenn Du verstehst, was ich meine. Die wussten überhaupt nicht, um was es geht. Da hatte ich mir ein höheres Durchschnittsniveau erhofft. Um tiefer in Texte einsteigen, um aus guten Geschichten bessere machen zu können. So war es teilweise ein Anfängerseminar für Nachwuchskollegen.
N. N. (möchte anonym bleiben)
*****************************************
Mir hat das Feedback-Seminar mit Stephan Lebert gut gefallen, schade war nur, dass am Ende nur vier Seminarteilnehmer da waren, wären es mehr gewesen, wäre es vielleicht noch zu längeren Diskussionen und einem ausführlicheren Erfahrungsaustausch gekommen. Aber dafür kann das Reporter-Forum ja nichts. Das Feedback von Herrn Lebert fand ich sehr anregend, und zwar nicht nur meinen eigenen Text betreffend. Seine Kritik war immer sehr konkret und so gut gelaunt und aufmunternd vorgebracht, dass niemand das Seminar geknickt verließ (glaube ich zumindest). Konkret und dadurch bereichernd waren auch die Verbesserungsvorschläge, die in wenigen Worten eine andere Geschichte entwarfen als den, die man vor sich hatte.
Petra Ahne, Berliner Zeitung, Magazin
*****************************************
Es war großartig, den Nachmittag in den wunderschönen Räumen der Zeit in Berlin unter Kollegen zu verbringen. Leider hatten viele abgesagt & auch in der kleinen Runde kam ein intensives Werkstattgespräch nicht zustande, was sicher daran lag, dass jeder die Kommentare zum eigenen Text verdauen musste und wir alle auf das fixiert waren, was Stephan Lebert dazu sagte. Wichtig und gut, wieder für gewisse Themen aktiviert und sensibilisiert worden zu sein, doch bleibt eben letztendlich die Frage: Wie macht man es denn nun? Vielleicht sollte auf den Feedbackseminaren auch ein "Vorbild" - Text analysiert werden.
Kathrin Schrader, freie Journalistin, Berlin
*****************************************
Ich bin dankbar, im Feedbackseminar von Jochen Arntz ein ausführliches, professionelles Feedback zu einem meiner Texte bekommen zu haben. Für freie Autoren gibt es diese Gelegenheiten sonst so gut wie nie. Manches hätte man sicherlich noch vertiefen können. Die Zeit war eher knapp.
Robert B. Fishman, Journalistenbüro Ecomedia, Bielefeld
*****************************************
An einem Feedback-Seminar bei Cordt Schnibben teilzunehmen hat eine Qualität, die man (nicht nur) im journalistischen Alltag schmerzlich vermisst: Scharfsinniger, logischer Denker, konstruktiver Kritiker, stets direkt - doch nie verletzend. Ein Motivator. Einer, der loben kann und darum weiß, welche Rolle Anerkennung gerade in der journalistischen Routine tatsächlich spielt - und spielen könnte. Einer, der interessiert an guten Geschichten ist, wie das Thema auch heißen mag. Der Dozent war hervorragend vorbereitet - die Zeit wurde komplett und nachhaltig genutzt. Herzlichen Dank, Herr Schnibben!
Anabel Schaffer, Kulturreporterin Nürnberger Zeitung, Nürnberg
*****************************************
Ich habe das Seminar mit Henning Sußebach als sehr hilfreich empfunden und war dankbar dafür, dass wir so ausführlich über die Texte sprechen konnten, und dabei auch immer wieder Zeit hatten, grundsätzliche Fragen zum Schreiben und zur Arbeit der Reporterin oder des Reporters zu klären. Das lag sicher auch an der Gruppe, die Kritik war sehr sachlich und alle waren gut vorbereitet. Henning hat seine Einwände nicht nur gut begründet, sondern vor allem behutsam vorgebracht. Die Kritik war durchweg konstruktiv.
Vom Vorgehen her habe ich wenig einzuwenden. Ich konnte nur mit der ersten Übung (Schulnoten für erste Sätze aus Reportagen verteilen) wenig anfangen, da ich zu wenig über die jeweiligen Texte wusste und ich solche Einordnungen insgesamt schwierig finde. Bei den jeweiligen Texten waren die dazu gedachten Übungen jedoch eine gute Grundlage dafür, um in die Diskussion zu kommen. Es wäre vielleicht gut gewesen, wenn wir noch etwas mehr zur Technik besprochen hätten, vor allem zur Frage des Aufbaus eines Textes. Mein Eindruck war jedoch, dass das auch deshalb nicht zustande kam, weil Henning eben selbst anders schreibt.
Ich habe mich besonders gefreut, dass wir die Manuskripte mit den Anmerkungen mitnehmen konnten, daran konnte ich später noch einmal die Diskussion nachvollziehen und die Hinweise (hoffentlich) verinnerlichen. Sehr interessant war es auch, einfach aus dem Arbeitsalltag von anderen Kollegen was zu hören. Insgesamt war das also sehr gelungen, und ich würde gern so bald wie möglich wieder teilnehmen.
Hanna Engelmeier, Vanity Fair, Berlin
*****************************************
Am Seminar mit Henning Sußebach hat mir gefallen, dass wir eine kleine, überschaubare Runde waren und jeder Text, mehr oder weniger ausführlich, besprochen UND auch debattiert wurde. Wir haben kleine Übungen gemacht, so wurde es kein Dozieren von oben, sondern ein Austausch. Mir hat das Seminar ganz konkret genutzt, denn mein Text war noch nicht veröffentlicht.
Henning Sußebach hat ihn als Beispieltext herangezogen und ist ihn Satz für Satz durchgegangen. Und hat gefragt: Was ist eigentlich die Geschichte, wie stehe ich zu meiner Protagonistin, wie kann ich den "übergeordneten Gedanken" als roten Faden durch den Text ziehen? Die Kritik war hart, trotzdem war ich hinterher nicht entmutigt, sondern eher erleichtert. Denn es gibt ja Instrumente, damit ein Text besser wird (auch wenn man kein Genie ist). Dass Henning Sußebach uns einen Text von sich zur Kritik vorgelegt hat, war sympathisch.
Allerdings: Finde ich es wichtig, nicht zu vergessen, dass die Bedingungen, die Henning Sußebach und andere Reporter für ihre Texte haben (Zeit, Budget) außergewöhnlich sind und für viele freie Autoren illusorisch. Wie kann man trotzdem und in kurzer Zeit bestimmte GRUND-Fehler vermeiden..., das sollte in kommenden Seminaren besprochen werden.
Fazit: Das Seminar war toll, denn wann bekommt man schon einmal ein solch ausführliches und ehrliches Feedback?
Maxi Leinkauf, freie Journalistin, Berlin
*****************************************
Das Seminar hat mir Spaß gemacht. Das Große im Kleinen zu entdecken, hat viel gebracht. Herzlichen Dank, Herr Geyer, für die Vorbereitung.
Michaela Müller, freie Journalistin, Hamburg