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29.04.17
Feedback zum Reporter-Workshop 2009


Zwei Dutzend Zuschriften haben uns nach dem Workshop erreicht:




Liebe Kollegen,

ich war begeistert! Greife ganz bewusst zum Superlativ, weil ich von Seminaren, Workshops und Tagungen noch nie glücklich heimgekehrt bin, doch das war diesmal anders. Die Referate, die ich besuchte, waren 1A (Fichtner, Osang), die Workshops interessant, konstruktiv, bereichernd (Supp, Arntz). Zur hohen Qualität trägt sicher bei, dass alle Teilnehmer die gleiche Sprache sprechen und die Gespräche angenehmerweise nicht der eigenen Selbstdarstellung dienten, sondern der Sache.

Dass ich die nichtbesuchten Veranstaltungen nachträglich noch anhören kann, ist ein Super-Service, danke!

Auszusetzen gibt's es nichts, außer vielleicht, dass ich mir das Aushändigen eine Liste aller Teilnehmer mit Angabe der genauen Tätigkeit gewünscht hätte (was Sie ja noch nachholen können ;-)). Für die Ausgabe 2010 rege ich an, diese Top-Veranstaltung nicht zu verschlimmbessern.

Herzlich,
Daniel Puntas Bernet
NZZ am Sonntag

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Liebes Reporterforum,

an der Akademie für Publizistik organisiere und begleite ich Seminare wie z.B. die Reportagewerkstatt mit Stefan Willeke. Daher ahne ich den Aufwand, der hinter der gelungenen Organisation des Reporterforums steckt. Mein Respekt.
Beeindruckend fand ich auch die Großzügigkeit des „Spiegel“. Mittagessen, Abendessen, Kekse, Obst, Kaffee, Tee, Saft und Wasser - es fehlte an nichts. Eine gute Art, die Nachwuchsreporter zu würdigen und ihr Selbstbewusstsein zu stärken.

Diese respektvolle Haltung den jungen Reportern gegenüber fand ich in allen Workshops, die ich besucht habe. Egal, ob ein Stefan Lebert oder eine Barbara Supp die Texte von Teilnehmern besprachen, ein Alexander Osang oder ein Erwin Koch sich und ihre Werke in den Mittelpunkt stellten, jede Frage der Teilnehmer wurde wirklich beantwortet, die Texte klar und trotzdem schonend auseinandergenommen.

Erstaunt hat mich, dass vor keiner Veranstaltung das typische Murmeln durch die Reihen ging: "Ich habe nicht geschafft, die Texte zu lesen, und Du?". Wie haben Sie das geschafft?

Gerade beginnt man, nur noch in Reportagen zu denken, die anderen Teilnehmer im Aufzug und in den Gängen wiederzuerkennen und sich in dem Elfenbeinturm des Spiegels heimisch zu fühlen, da ist alles schon wieder vorbei. Schade. Ich wäre gern noch bis zum Abend in weitere Workshops gegangen.
Die Idee, Joshua Benton einzuladen, fand ich sehr gelungen. Egal, wie die Zukunft für Reporter aussehen wird, seine Linksammlung kennen zu lernen ist auf jeden Fall anregend.

Viele Grüße,
Irmhild Speck
Akademie für Publizistik

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Liebe Reporter,

ganz herzlichen Dank für die Einladung zum Reporter-Workshop. Es war wirklich sehr schön, sehr anregend in Hamburg. Selten habe ich mich nach einer Tagung intellektuell so gut durchgepustet gefühlt.

Sehr herzlich,
Bernhard Pörksen
Universität Tübingen

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Liebe Kollegen vom Reporter-Forum,

herzlichen Dank für 2 Tage voller Inspiration, Workshops und spannender Vorträge. Und für den gelungenen Abend zwischendurch.

Besonders gefallen hat mir die Veranstaltung "Die Kunst des Reports" von Cordt Schnibben. Sie war spannend, humorvoll und voller umsetzbarer Tipps für die Praxis. Auch der Workshop von Johanna Romberg + Johanna Wieland hat mir gut gefallen. Konstruktive Kritik an meinem Text und eine offene Diskussion.

Die einzige Veranstaltung, die für mich als freie Journalistin nicht so zugeschnitten schien, war "Das Porträt" von Alexander Osang am Freitag Nachmittag. Zweifellos ist er ein begnadeter Schreiber. Doch nicht jeder Journalist hat für seine Recherchen zu einer Geschichte drei Monate Zeit und die Spiegel-Redaktion als Finanzier im Rücken. Kollegen haben mir berichtet, dass dieselbe Veranstaltung am Samstag praxistauglicher wurde.

Mein Wunsch und Vorschlag für das nächste Reporter-Treffen 2010 wäre eine Veranstaltung zum Thema Auslandsreportage. Womit ich selber beispielsweise immer wieder auf Reisen konfrontiert werde: Dolmetscher, die nicht alles übersetzen wollen. Gesprächspartner, die den Macho raushängen lassen mir gegenüber - besonders in Ländern des ehemaligen Ostblocks, gibt es jedoch auch in Südostasien. Außerdem habe ich immer wieder mit NGO's zu tun, die meine Recherchen im Pulk begleiten und eine Reportage erheblich erschweren. Zuletzt 8 Mann bei meinen Recherchen in Kambodscha... Vielleicht gibt es zu diesen und anderen Hürden Tipps von erfahreneren Kollegen?

Auf jeden Fall möchte ich den Veranstaltern recht herzlich für einen gelungenen Reporter-Workshop danken. Ich freue mich schon aufs nächste Reporter-Treffen 2010!

Beste Grüße aus Stuttgart,
Ellen Köhrer
Freie Journalistin

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Liebe Kollegen,

Feedback gebe ich gerne: Super war er, der Workshop. Die Textworkshops waren zupackend, zum Teil hart, immer aber präzise und fair. Die Referenten hatten sich wirklich mit den Texten auseinander gesetzt.

Fürs nächste Mal schlage ich Namenstags fürs Revers vor. So kommen die Leute, die sich vielleicht noch nicht persönlich, aber vom Lesen her kennen, leichter ins Gespräch.

Herzlichen Dank, dass Ihr das so toll macht.

Andi Unger
Freier Journalist

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Verehrte Kollegen,

grundsätzlich war ich beeindruckt davon, mit welcher Lust und Sorgfalt sowohl von Dozenten als auch vom Auditorium über Texte gesprochen wurde. Es ist schön zu sehen, was es bedeutet, Geschichten mit großer Ernsthaftigkeit zu begegnen. Darin liegt meiner Ansicht nach die große Stärke der Veranstaltung: dass Praktiker für Praktiker sprechen. Das solltet Ihr auf jeden Fall beibehalten.

Während des Workshops fand ich es etwas seltsam, dass sich manche Referenten wenig vorbereitet hatten, sprich: auf Fragen gewartet statt selbst Impulse gegeben haben. Im Nachhinein finde ich, dass sich daraus zum Teil sehr persönliche und gerade daher auch sehr wertvolle Gespräche ergeben haben. Das bringt sicher mehr als das "Show-Redigieren" einzelner Texte. (Ich habe den Text-Workshop von Christoph Kucklick besucht, den möchte ich ausdrücklich loben. Das war sensationell, was er in der kurzen Zeit vermitteln konnte.)

Es zeigte sich, dass doch eine Diskrepanz darin besteht, was sich junge Berufsanfänger und erfahrenere Kollegen von den Workshops erwarteten. Ersteren ging es eher um konkrete Handlungsanweisungen - auch zu Verhandlungssituationen, Honoraren etc., letzteren um allgemeinere Einschätzungen, vielleicht auch eher um gegenseitigen Austausch und Input.

Beide Gruppen lassen sich wohl kaum gleichzeitig zufriedenstellen. Der Versuch würde auch den Ansatz des Forums verwässern, denke ich. Ich weiß auch nicht, vielleicht müsste man klarer machen, dass es nicht um ein Start-up-Seminar für freie Journalisten geht (das darf ich sagen, weil ich selbst einer bin).

Andererseits wäre es schade, würde man die jungen Kollegen ausgrenzen. mmm, schwierig, ich weiß jetzt ad hoc auch keine Lösung. Was ich nicht so toll fand: den Andrang bei manchen Seminaren. Das ließe sich nur durch weniger Teilnehmer oder mehr Referenten lösen.

Was ich toll fand: alles andere, die Referenten, die Organisation, den abendlichen Vortrag, das Spiegel-Essen, das Fest.

2010 sollten wir weiter über Texte sprechen. Egal, für welches Medium sie geschrieben wurden: Die Print- und die Online-Arbeit sollten gleichwertig behandelt werden. Interessant fände ich auch, jemand zu hören, der sich zwischen journalistischem und fiktionalem Schreiben bewegt. Und jemanden, der die Kunst der langen Reportage beherrscht: zum Beispiel Wolfgang Büscher. Und als Vertreter der Reisereporter: Freddy Langer o.ä.

Ich verbleibe mit besten Grüßen
Tom Dauer
Freier Journalist

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Liebe Kollegen,

gut waren die Debatten über die verschiedenen Erzählperspektiven und -weisen, mit denen man sich einem Stoff nähern kann. Sehr anregend!

Lästig war im Workshop, dass auch ein Text besprochen wurde, der schon im Erzähl-Ansatz verkorkst war und sich nicht weiter entwickeln ließ. An solchen Beispielen lässt sich nicht viel lernen; sie schläfern ein.

Ein Thema fürs nächste Jahr wäre vielleicht die Recherche: Wie lassen sich Protagonisten öffnen, welche Arten der Empathie gibt es?

Danke für die interessanten Tage,

Uta Jungmann
Freie Journalistin

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Liebes Reporter-Forum,

ich fand die Workshops gut, besonders den von Erwin Koch. Für das nächste Mal würde ich mir wünschen, mehr freie Schreiber zu Wort kommen zu lassen und auch die wirtschaftliche Situation der Freien (Möglichkeiten für Recherche-Aufwand z.B) stärker zu thematisieren. Schließlich werden Reportagen häufig von Freien geschrieben, und die haben nur selten die finanziellen und strukturellen Mittel einer GEO- oder Spiegel-Redaktion.

Vielen Dank,
Tanja Krämer
Wissenschaftsjournalistin

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Liebe Kolleginnen (?) und Kollegen,

so viele Alpha-Egos über so viel Zeit auf so wenig Raum verteilt, dabei noch was lernen und sogar Spaß haben - das muss man erst mal hinkriegen! Ihr habt das - wiedermal - hingekriegt, vielen Dank dafür!

Toll fand ich:

- das Angebot aus Textworkshops einerseits und Heiligenanbetung andererseits
- den Vortrag als eine Infusion mit etwas, von dem keiner von uns Schreibern Ahnung hat, was uns aber alle betrifft
- die drei Fremdansichten
- die Party
- die Spiegel-Kantine
- den Ausblick aus dem zwölften Stock

Besser machen könnte man:

- auch mal Kekse mit Zartbitter- und nicht immer nur Vollmilchschokolade
- ansonsten nicht viel

Danke also nochmals, bis nächstes Pfingsten spätestens,
Christian Thiele
Playboy

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Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich war ja nur an einem der beiden Tage dabei – und das, was ich da gesehen und erlebt habe, war von gemischter Qualität. Ich war vormittags im Workshop von Arno Luik und nachmittags bei Christoph Scheuring. Außerdem habe ich mir noch den Vortrag um 17 Uhr zu den neuen Möglichkeiten des Internet-Journalismus angehört. Lassen Sie mich also auf diese drei Punkte eingehen:

Der Workshop von Arno Luik war mehr ein Vortrag als ein Workshop. Auch wenn er immer wieder auf die zahlreich gestellten Fragen einging, so war Arno Luik doch vorwiegend darauf aus, einen Vortrag zu halten. Das ist aber m.E. nicht Sinn eines Workshops. Ich hatte mir darunter vorgestellt, dass man 1-3 Interviews auf den Prüfstand stellt – unter der Voraussetzung, dass sie natürlich vorher gelesen worden sind (also ein Vorgehen, wie es auch bei den anderen Workshops üblich war). Was die Fragetechnik betrifft, den Einstieg, den Ausstieg, den Aufbau. Mit seinem Wissen und seiner langjährigen Erfahrung hätte Arno Luik da sicher viel Konstruktives und Lehrreiches beitragen können.
So aber war es eher eine Selbstdarstellung – was sicher auch mal ganz nett ist, aber eben kein Workshop. Was habe ich gelernt? Ich habe gelernt, dass es nötig und wichtig ist, sich ausführlich auf so ein Interview oder Gespräch vorzubereiten. Eine Binsenweisheit. Das lerne ich im 1. Semester Journalistenschule, und wenn nicht dort, dann spätestens beim ersten Interview, mit dem ich auf die Nase falle, wenn ich NICHT gut vorbereitet bin und weiß, was ich will und wohin ich das Gespräch drehen will. Nun ist Arno Luik in puncto Vorbereitung sicher eine Art Fanatiker – er kniet sich ja extrem in den Wirkungskreis seines Gegenübers rein. Das ist prima und beneidenswert, aber eben auch ein in der Szene recht einzigartiges Privileg. Denn – die Frage wurde gestellt, aber leider höchst unbefriedigend beantwortet – wie soll ein Freier/eine Freie drei Wochen Vorbereitungszeit für ein Zwei-Stunden-Gespräch finanzieren, das vielleicht mit 300-500 Euro honoriert wird? Mehr noch: Bleibt der Qualitätsjournalismus gerade auch bei den Interviews nicht auf der Strecke, wenn man die Honorare so gestaltet, wie das auch die großen Magazine heute tun? Die Gespräche sind doch auch deshalb häufig so seicht, weil sie nicht angemessen honoriert werden. Wer kann es sich denn heute noch leisten, so viel Zeit zu investieren, um kluge Fragen stellen zu können oder um sich so viel Wissen anzueignen, dass einen das Gegenüber nicht mehr aufs Glatteis führen kann? Wenn ich Arno Luik heiße, vom STERN als “Edelfeder” bezahlt werde, wenn ich zudem eine Superdokumentation im Rücken habe, dann ist das alles kein Thema. Nur: Für die normale Praxis in der freien Wildbahn nutzt das alles NIX. Das gab auch Arno Luik zu. Was für einen Nährwert hat dann aber so ein Workshop? Man darf ihn um den Job beneiden. Aha. Sehr lehrreich.
Er sagte zwar, er habe auch zu “taz”-Zeiten so gearbeitet, er könne nicht anders, und natürlich sei es ein Riesenproblem mit der Bezahlung, weil die Rechnung nie aufgehe für Freie. Aber was bedeutet das denn? So etwas sagt sich leicht, wenn man eine gut verdienende Lebenspartnerin/einen gut verdienenenden Lebenspartner hat. Aber für die jüngere Generation, die weder über das eine noch das andere verfügt, die sich einem Riesenzeit- und –produktionsdruck ausgesetzt sieht, und die vielleicht nicht gelernt hat, was gute Eingangsfragen sind und wie man die Maske der Verstellung durchbricht, die gerne wissen will, wie man jemanden so packen kann im Gespräch, dass er oder sie wirklich authentisch ist und offen – für sie alle (und ich gehe davon aus, dass das die meisten sind, die zum Workshop kommen) war dieser Vortrags-Workshop bzw. Workshop-Vortrag wenig hilfreich. Das haben auch meine Gespräche mit einigen Teilnehmern bestätigt.

Fazit: Es lebe die Selbstausbeutung. Oder die Mischkalkulation, wenn man sich den Luxus leisten will, qualifizierte Interviews zu führen, obwohl sich der Zeitaufwand, der dafür zu betreiben ist, in keiner Weise rechnet. Dann muss man diesen Luxus eben mit anderen Aufträgen gegenfinanzieren. Alles andere ist Augenwischerei. Wenn ich das weiß, habe ich die Freiheit, mich dafür oder dagegen zu entscheiden.

Zum Workshop von Christoph Scheuring:

Das war so, wie ich mir normalerweise einen Workshop vorstelle: Drei Texte, die man vorher lesen konnte. Ein Workshop-Leiter, der zu Beginn diese Texte nochmal mit seinen Kommentaren und Anmerkungen verteilt hat. Und ein Gespräch mit den Autoren der Texte unter Beteiligung der anderen Workshop-Teilnehmer. Das war rund und gelungen, unterhaltsam und lehrreich. Für mich war das eine Wiederauffrischung von bereits Gewusstem, das aber gern in Vergessenheit gerät. Einen solchen Workshop würde ich sofort noch einmal besuchen.

Mir hat auch gefallen, dass Christoph Scheuring eine sehr dezidierte Meinung vertritt, aber auch anderes leben lassen kann. Er ist so angenehm uneitel. Und man spürt, dass ihm die Qualität eines Textes ein ureigenes Anliegen ist. Das ist alles von der Liebe zum Beruf und zur Sprache, zur bestmöglichen Darstellung getragen, deshalb motiviert es so, deshalb macht es wach und aufmerksam.

Zum Vortrag von Joshua Benton:

Hiervon hatte ich mir mehr versprochen. Worauf er hinwies, was er anführte, war in den Grundzügen doch bereits weitgehend bekannt – jedenfalls wenn man die Diskussion über das Sterben der Printmedien, die ja schon seit geraumer Zeit geführt wird, einigermaßen aufmerksam verfolgt. Die wichtigste Frage, wie man als Autor oder Journalist diese neuen Möglichkeiten des Internet so nutzen kann, dass man damit auch noch Geld verdient, blieb er schuldig. Man bekam ein paar nützliche Links – OK. Man erfuhr, dass die Lage in den USA auch nicht viel anders ist als bei uns – OK. Aber sonst? Ich fand das ein bisschen dünn, jedenfalls gab es mir wenig Anregung zur Diskussion oder zur weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema. Und danach hatte ich dann auch keine Lust mehr auf die “Schönen Aussichten” – zu diesem Programmpunkt kann ich deshalb nichts sagen.

Gefehlt hat mir ein Workshop zum Medizin- und Wissenschaftsjournalismus, der ja doch immer stärker an Bedeutung gewinnt, und wo ich – meine Spezialisierung bringt es mit sich – so viel Bockmist lesen muss, dass es einen manchmal wirklich schüttelt. Wie es gelingen kann, auch unter heutigen Bedingungen (schlechte Bezahlung für viel Rechercheaufwand – ähnlich wie bei den Interviews) guten Journalismus auf diesem Sektor abzuliefern, das hätte mich schon interessiert. Wohl auch deshalb, weil ich mir diese Frage selbst seit nunmehr 26 Jahren täglich stelle und weil ich gerne gewusst hätte, welche Antworten andere darauf finden. Vielleicht eine Idee für 2010?

Interessieren würde mich, wie die Jüngeren das ganze erlebt haben – sie sind ja vor allem die Zielgruppe, an die sich diese Veranstaltung richtet, ich selbst gehöre da schon zu den “Oldies”, die das ganze mit großem Interesse verfolgen, unter der Prämisse “man lernt nie aus”.  Dass es den Reporter-Workshop gibt, finde ich nach wie vor ganz prima, und dass jetzt der “alternative Kisch-Preis” ausgelobt wurde, ebenfalls. Mich ärgert die Vergabepraxis des Henri-Nannen-Preises schon lange. Dies umso mehr, seit das ganze zum Promi-Event geworden ist, das mit der ursprünglichen Idee nicht mehr viel zu tun hat. Dieser Idee kommt der jetzt ins Leben gerufene Reporter-Preis erheblich näher.

In diesem Sinne: Auf einen kreativen und lebendigen Workshop 2010.
Herzliche Grüße
Annette Bopp
Medizinjournalistin

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Hallo Reporter-Forum,

ich danke sehr herzlich für zwei sehr inspirierende Tage. Gemeinsam mit vielen Kollegen denke ich im Moment intensiv über die Zukunft unseres Berufs nach. Wie können wir das, was wir können, auf zeitgemäße Weise aufbereiten, wie bringen wir unsere Leser dazu, für das, was wir können, auch im Internet Geld auszugeben, was gehört künftig in ein E- und was in ein T(raditional)-Paper?

Manchmal gerät dabei etwas in den Hintergrund, was die Grundlage jeder funktionierenden Geschäftsidee ist, egal, ob wir unsere Geschichten auf Papier, auf E-Readern oder auf Plakatwänden verbreiten wollen: Die Geschichten, die wir erzählen, müssen einfach gut sein: gut beobachtet, gut gedacht, gut aufgebaut und gut geschrieben. Und das hat das Reporter-Forum wieder in den Mittelpunkt gerückt, vom Einstiegssatz bis zur Position der inneren Kamera, von Koch bis Geyer.

Gut fand ich fast alles, auch die Idee, einen Experten einzuladen, der uns mit dem vertraut macht, was in Amerika gerade passiert. Wobei das mein einziger Kritikpunkt ist: Die Aussage seiner Ausführungen fand ich etwas dünn. Ich hatte etwa mehr Substanz erwartet. Aber wahrscheinlich ist genau das Problem im Moment: Etwas wirklich Substantielles zum Medienwandel kann im Moment noch keiner sagen.

Und eine Idee fürs kommende Jahr? Genau so weitermachen.

Herzliche Grüße nach Hamburg und bis zum nächsten Mal,
Kai Schächtele
Freischreiber

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Liebe Kollegen,

sehr gut fand ich die Text-Workshops bei Barbara Supp, Jens Bergmann und Cordt Schnibben.

Frau Supp und Herr Bergmann hatten sich sehr intensiv mit den jeweiligen Texten beschäftigt (Frau Supp mit meinem...). Cordt Schnibbens "Report-Kurs" hat mich besonders gefreut, weil das Report-Handwerk oft zu kurz kommt (an der DJS wurde es fast gänzlich ignoriert), dabei ist es zumindest mein täglich Brot. Wer ist schon klassischer Reporter?

Ärgerlich fand ich das Seminar von Erwin Koch. Die Kunst der Reduktion bezog sich vor allem auf seine Vorbereitung. Das Angebot ihm Fragen zu stellen, dürfte vielen Fans gefallen haben. Ich hatte jedoch keine Autogrammstunde, sondern eine professionelle Text-Arbeit erwartet. Aber vielleicht war ich da auch der Einzige.

Dennoch: Vielen Dank für insgesamt zwei sehr informative und nette Tage!

Viele Grüße,
Stefan Tillmann
Freier Journalist

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Liebe Kollegen vom Reporter Forum,

vielen Dank nochmal für die Organisation und Durchführung des Forums. Es ist immer wieder ein Gewinn mit Ihnen und den Kollegen zusammenzutreffen.

Ich habe eine Anregung für das Treffen im nächsten Jahr: Schaut man sich in den Runden Ihrer Seminare um, fällt auf, dass nur wenige Journalisten mit einem sogenannten Migrationshintergund vertreten sind. Im Vergleich zu anderen Berufsgruppen ist der Journalismus relativ undurchdringbar für diese Bevölkerungsgruppen. Vielleicht liegt es daran, dass in unserem Beruf der Sprachgebrauch zum Kerngeschäft gehört. Warum aber ist das so? Inwiefern liefern Journalisten mit Einwanderungsherkunft sprachliche Innovationen in den deutschsprachigen Journalismus? Was geht, was geht nicht mit Redakteuren bio-deutscher Herkunft? Und was können alle von allen lernen? Ich bin mir nicht sicher, ob das nicht nach einem Nischenthema für Sie klingt. Ich glaube allerdings, dass hier eine Menge an Sprachpotentialen brachliegt, was allen, egal welcher Herkunft, zugute kommen könnte. Autoren wie Feridun Zaimoglu haben es in der Literatur vorgemacht. Ich kann aus eigener Erfahrung darüber berichten, wie kleinbürgerlich, spießig und mutlos Redakteure sein können, wenn es um ungewohnte Bilder und Kreationen geht.  Keine Ahnung wie man das Seminar gestalten könnte, aber vielleicht lohnt es darüber nachzudenken.

Schönen Gruß,
Vito Avantario
Freier Journalist

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Liebe Kollegen,

ganz herzlichen Dank für das jüngste Reporter-Forum. Es war mein erstes, aber hoffentlich nicht das letzte. Ich fand es sehr informativ und bereichernd.
Mit freundlichen Grüßen
Sebastian Böckmann
Rheinpfalz

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Liebe Kollegen,
herzlichen Dank für dieses gelungene Wochenende. Ich konnte zwar nur heute am Samstag dabei sein, aber schon ein Tag hat sich total gelohnt.
Beste Grüße!
Rebecca Roth
RBB

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Liebes Reporter-Forum,

vielen Dank für die tolle Veranstaltung! Ich habe die Text-Workshops von Schnibben und Geyer sowie die Vorträge von Brinkbäumer und Blasberg besucht. Zu Schnibben und Geyer: Ich mochte ihre unaufgeregte, sachliche, präzise Art, mit der beide ihr Wissen/ihre Kritik vermittelt haben. Zu Brinkbäumer: Die Einblicke in seine Korrespondenten-Tätigkeit waren unterhaltsam und aufschlussreich. Blasberg: Alleine über Team-Arbeit zu sprechen -  schwere Ausgangslage. Dennoch: good job. Der Vortrag von Joshua Benton hat mich dagegen nicht erreicht. Er machte einen sympathischen Eindruck. Seine Begeisterung für die absurden Möglichkeiten des Internet-"Journalismus" konnte ich jedoch nicht teilen. Dennoch finde ich den Gedanken gut, einen Gast-Redner zu haben.

Mein Kommentar: Es war sehr bereichernd, ausnahmslos Menschen mit Meinung zu treffen.

Für 2010 rege ich diesen praxisnahen Workshop an: Schreiben unter Zeitdruck - wie wird es trotzdem ein sehr guter Text?

Viele Grüße,
Antje Windmann
Freie Journalistin

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Liebes Reporter-Forum,

vielleicht wäre es für das nächste Jahr sinnvoll, mal ein oder zwei Workshops zu haben, bei denen nicht die Top-Reporter sitzen. Manche Dinge fand ich schon ein bisschen abgehoben für ein "normales" Journalisten-Dasein, sei es als Freier oder als Journalist bei einer Tages-/Wochenzeitung, die nicht „Zeit“-Budget hat. Klar, kann man davon lernen, aber habe auch von anderen gehört, dass sie sich ein wenig bodenständigere Seminare mit wünschen würden.

Herzlich,
Simon Kremer
Freier Journalist

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Liebe Kollegen,

der Reporter-Workshop war klasse! Toll, so viele Kollegen zu treffen, über Texte zu reden. Zu hören, wie unterschiedlich Kollegen ans Schreiben und an Texte gehen. Eine feine Sache. Ich freue mich schon aufs nächste Mal.

Danke und beste Grüße,
Mathias Rittgerott
Agentur Zeitenspiegel

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Liebe Kollegen des Reporter-Forums,

ich möchte ganz herzlich bei Ihnen für die Organisation des dritten Reporter-Workshops bedanken. Ich habe zum ersten Mal teilgenommen, und ich finde die Gestaltung des Programms wirklich hervorragend. Die Mischung aus Vorträgen und Workshops ist nach meinem Eindruck genau richtig. Die Anekdoten, die z.B. Alexander Osang über die Kanzlerin oder über Ulrich Mühe erzählt hat, haben sich mir stark ins Gedächtnis eingebrannt. Die Texte von Anita und Marian Blasberg waren bewegend, ich habe mir am nächsten Abend mit einem Freund noch den TV-Film zum Abschiebeflug im Internet angesehen.

Und bei Matthias Geyer habe ich handwerklich viel dazugelernt.

Die Teilnehmerzahl der gesamten Veranstaltung war genau passend. Das einzige, was ich vermisst habe, waren Namensschilder, um fremde Kollegen einfacher ansprechen zu können. Dies ist mein Verbesserungsvorschlag für 2010.

Ansonsten kann ich nur sagen: Machen Sie weiter so - pflegen Sie vor allem diese offene, einladende Atmosphäre, die beim Workshop herrscht. Und einen gemeinsamen Programmpunkt für alle - wie es in diesem Jahr der Vortrag von Joshua Benton war - sollten Sie auch beibehalten.

Ich bin gespannt auf die Audiofiles und Fotos, die ja sicherlich bald auf Ihrer Website veröffentlicht werden.

Herzliche Grüße aus Sankt Augustin
Jochen Markett
Journalisten-Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung

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Liebes Reporter-Forum,

beim Workshop kommen Journalisten zusammen, die ein Ziel eint: Sie wollen Geschichten erzählen. Dabei begegnen sich Reporter-Berühmtheiten und relative Anfänger annähernd auf Augenhöhe. Ein wirklich inspirierendes Umfeld, das einen beschwingt an den Schreibtisch zurückkehren lässt, mit neuen Ideen, und neuen Kontakten.

Sehr gut war, dass es der Workshop zwei Tage dauert. Durchs gemeinsame Feiern und samstags aufstehen entsteht das alte Klassenfahrt-Gefühl. Wäre auf einer eintägigen Veranstaltung nie möglich.

Toller Party-Ort - draußen und drinnen, Tanzfläche, alles dabei.

Unschlagbar der Preis, ein Hoch auf die Sponsoren. Trotzdem: Am Samstag fehlte mittags die Möglichkeit eines Snacks, muss ja nicht inklusive sein. Aber bei der Verabschiedung hing der Magen vielen ziemlich durch...

Seminarleiter: Hohe Ansprüche. Spannend, sich von "den Besten" unterrichten zu lassen. Leider manchmal fern der Arbeitsrealität der Zuhörer. Osang z.B. hat es daher gar nicht erst "didaktisch" versucht - war trotzdem spannend, ihm zuzuhören.

US-Vortrag: Sehr guter Erzähler, 1A-Präsentation, klammerte aber das wichtigste Thema aus: "You get lousy pennies on the web", wie der Burda-Chef kürzlich sagte ...

Fürs nächste Jahr wünsche ich mir Workshops über:
a) Neue Reportage-Formate fürs Internet (am besten von den Machern selbst)
b) Reportagen auf Buchlänge (dramatic non-fiction).

Beste Grüße,
Hilmar Poganatz
Journalistenbüro Blockfrei

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Liebes Reporter-Forum-Team,

gerne möchte ich ein Feedback zum dritten Reporter-Workshop abgeben. Für mich und meinen Kollegen war es der erste Workshop und wir fanden ihn großartig. Traurig sind wir nur über eins: Dass wir die ersten zwei Workshops (2007/2008) verpasst haben.

Schlecht war allerdings der erste Raum, in dem selbst Legehennen Beschwerdebriefe verfasst hätten.

Als besonders bereichernd habe ich die Vorträge von Alexander Osang und Klaus Brinkbäumer empfunden. Aber das ist nur eine persönliche Einschätzung.
Zudem war ich positiv überrascht von der prima Bewirtung.

In diesem Sinne Dank, Lob und herzliche Grüße an das gesamte Reporter-Forum-Team,

Nora Gantenbrink
Münstersche Zeitung

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Liebe Kollegen und Kolleginnen!

Ich war zum ersten Mal mit von der Partie und bin höchst zufrieden abgereist. Nicht nur das: Der Reporter-Workshop hat mich sehr inspiriert. Warum? Die Tage in Hamburg boten die Chance, im Alltag innezuhalten und sich sehr bewusst mit dem Format "Reportage" in seiner ganzen Vielfalt auseinanderzusetzen. Wann nimmt man sich schon die Zeit, so kritisch wie wohlwollend lange Stücke zu lesen, diese zu sezieren, darüber mit Kollegen und Kolleginnen zu diskutieren? Wann hat man auch die Chance, über die Hintergründe der Recherche so ausgiebig etwas zu erfahren?

Der Service, den das Reporter-Forum in dieser Form bietet, dürfte fast einzigartig sein. Ob die Snacks für zwischendurch, das gesellige Beisammensein bei der Party... Ich war überrascht wie groß der Andrang insgesamt war, wie offen und kollegial der Umgang miteinander.

Ich komme sicherlich wieder!

Eine Anregung habe ich: Natürlich ist es beeindruckend einen Einblick in die Arbeitsweisen von Reportern zu bekommen, die mitunter acht Monate Zeit für eine Recherche haben, alle Spesen bezahlt bekommen, um in die weite Welt zu reisen. Oder nach zwei Wochen Indien sagen, die Recherche ist misslungen, daraus entsteht doch kein Text... Aber diese Arbeitsbedingungen sind für den Großteil der Journalisten/innen hierzulande unrealistisch.

Ich wünschte mir für das nächste Mal Erfahrungsberichte von Referenten/innen, die zu guten Reportagen kommen, obwohl sie vielleicht nur zwei Tage Zeit hatten... Dahinter steht die Frage: Wie sind gute Reportagen - nicht Reporte - zu leisten, wenn die Arbeitsbedingungen viel, viel schlechter sind. Also Erfahrungsberichte, an denen man seine eigene Arbeit besser messen kann.

Verena Mörath
Freie Journalistin

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Liebe Forumsreporter,

es war wieder einmal großartig. Spannend, erfrischend, belehrend ohne Lehrmeisterei, kollegial bis hin zur Gruppendynamik, neugierig, kontrovers, aber auch ein bisschen kuschelig, alles in allem vor allem: reassuring (mir fällt kein passenderes deutsches Wort ein).

Die Mischung aus Workshops und Vorträgen erweist sich als die richtige. Reden und reden lassen im richtigen Verhältnis helfen am besten, das eigene Wissen und Können zu sortieren und mit Neuem anzureichern.

Der Vortrag von Mister Benton war ein toller Einfall. Wenn er auch inhaltlich nicht revolutionär war, hat er doch einen eigenen, sehr motivierenden Blick auf unsere Arbeit offenbart. Die klare Botschaft lautete: Da geht noch einiges! Die Menschen werden weiter Geschichten lesen, auch wenn sie es nicht auf Papier tun, auch wenn sie es nicht täglich tun,
auch wenn es andere Geschichten sind.

Insofern noch einmal ein herzliches Dankeschön!

Worum könnte es beim nächsten Mal gehen? Ich wüsste nicht, was ich aus dem schönen diesjährigen Programm streichen würde - diese traurige Aufgabe überlasse ich gerne anderen  ;-)

Zusätzlich könnte ich mir eine Diskussion folgender Fragen vorstellen:

- Inwieweit ist die Rekonstruktion noch Reportage? In der Veranstaltung von Herr Feldenkirchen haben wir anhand mehrerer Texte aus dem SPIEGEL dieses Thema öfter gestreift. Die meisten Teilnehmer waren - wie auch ich – der Ansicht, auf Texte dieser Art niemals verzichten zu wollen. Gerade bei Ereignissen, bei denen Augenzeugen nicht oder nur schwer zu haben sind (11. September, Tsunami - auch interne Kabinettssitzungen). Aber müsste man solche aus 2. Hand verfassten Geschichten nicht dennoch anders behandeln als
die klassische Reportage? Eben weil der Verfasser niemals riechen, hören, schmecken konnte, was er beschreibt? Oder muss man gar die Reportage neu definieren, weil es heutzutage immer mehr Ereignisse gibt, bei denen Reporter außen vor bleiben? Ein Workshop zum Thema "Die Reportage als Rekonstruktion - was geht, was nicht?" würde mich sehr interessieren.

- Ganz anders mein zweiter Vorschlag: Wie wäre es mit einem Vortrag oder Workshop zum Thema: "Humor als (legitimes) Mittel der Reportage"? In allen von mir besuchten Veranstaltungen wurde viel gelacht - aber in den seltensten Fällen über die Texte. Und wenn über die Texte, dann eher hämisch, geringschätzig über deren Protagonisten: weil der Missfelder so doof ist, oder die Merkel so allein, oder der Westerwelle so blasiert. Aber
kann man nicht auch lustig schreiben, ohne sich lustig zu machen? Ohne Häme, ohne Ironie (die sowieso keiner versteht), ohne Überheblichkeit? Darf eine Reportage komisch sein? Muss sie es nicht sogar, weil vieles anders nicht mehr auszuhalten ist? Meine Erfahrung zeigt mir immer wieder: Menschen merken sich Dinge besser, wenn sie mal drüber gelacht haben. Natürlich muss das Thema passen, natürlich meine ich keine Witz-Reportage aus Winnenden.
Aber bei Texten zu Wirtschaftsthemen oder Funktionärsgerangel gibt es doch durchaus Beispiele.

Das als Anregung für kommende Foren.

Beste Grüße,

Jens Clasen

Men’s Health

 

Kontakt: Reporter Forum e.V. | Sierichstr. 171 | 22299 Hamburg