Reporter Forum Logo
23.05.13
Alternative Erzählformen im Fotojournalismus

Rubrik: Theorie

Allan Sekula: Waiting for Tear Gas / Warten auf Tränengas

Wer sich mitten im kalten November auf dem kanadischen Highway 175 dem kleinen Ort Chicoutimi in der Provinz Quebec nähert, muss schon ein besonderes Interesse an beeindruckenden Bildgeschichten mitbringen. Zum zweiten Mal findet hier – abseits der kulturellen Zentren dieses riesigen Landes – das international renommierte Foto-Festival ZOOM statt. Es vereint siebzehn Ausstellungen sowie Seminare und Vorträge. Die Leuchttürme des Fotojournalismus – World Press Photo 2011, National Geographic und die New Yorker Fotoagentur VII – sind hier vertreten. Nora Berning über das kanadische Foto-Festival ZOOM und die narrative Kraft des Anti-Fotojournalismus. mehr...


Wissenschaftsjournalismus

Rubrik: Buchtipps

Katja Thimm, Kisch-Preis-Gewinnerin 2009, schreibt Wissenschaftsreportagen. Wie sie das macht? Wie sie Komplexität reduziert, wie sie erzählt, wie sie Abstraktes erfahrbar macht? Das erläutert sie hier – am Beispiel ihrer Reportage “Kommune des Vergessens”, über eine WG von Demenzkranken in Berlin. Wir entnehmen den Beitrag dem von Holger Hettwer, Markus Lehmkuhl, Holger Wormer und Franco Zotta herausgegeben Buch “WissensWelten: Wissenschaftsjournalismus in Theorie und Praxis“, das 2010 bei der Bertelsmann Stiftung erschienen ist.  mehr...


Wie Reporter erzählen

Rubrik: Theorie

Welche narrativen Strategien wenden Reporter an? Das ist die Frage, die die junge Literaturwissenschaftlerin Nora Berning umgetrieben hat. „Narrative Means to Journalistic Ends – A Narratological Analysis of Selected Journalistic Reportages“ heißt ihre Studie. Grundlage: jene 25 Reportagen, die 2009 für den Deutschen Reporterpreis nominiert waren. Ariel Hauptmeier hat sich per E-Mail mit der Autorin unterhalten. Erfuhr, dass Erzählstücke die Bindung eines Lesers an sein Blatt befördern, lernte, was "hybride Erzählformen" sind. Und fand eine Beobachtung von Frau Berning besonders interessant. Sie sagte, dass die „erzählerische Kategorie, mit der ein Journalist seine Leser am ehesten beeindrucken kann“ – der Raum ist.   mehr...


Rubrik: Theorie

Blendet, blufft und trickst die Reportage mit schöner Sprache? Ein Schlagabtausch.

Die sogenannte „Verniedlichung der Welt“

Zwei Tage nach der Nannen-Preis-Verleihung erschien im Feuilleton der „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ eine Polemik gegen die Reportage, Titel: „Die Verniedlichung der Welt“. Claudius Seidl warf darin einer Reihe von Reportagen einen „forcierten Kunstwillen“ vor. Es werde mit schöner Sprache geblendet, geblufft, getrickst, „Einfühlungsfloskeln, Stimmungsmalerei, Impressionismus“ zuhauf, die Autoren erlägen den „Versuchungen des Bescheidwissens, des Allesdurchschauens, des Alleserklärenkönnens“.  
  
Stephan Lebert, Mitbegründer dieses Forums, hat, ebenfalls im Feuilleton der Sonntagszeitung, eine Woche später eine Replik geschrieben. Hier sein Text:
 mehr...


Ein Manifest für die Reportage

„Was passiert dann?? Diese Worte stehen für Jacqui Banaszynski, US-amerikanische Journalistin und Mitarbeiterin des renommierten Poynter-Instituts, im Mittelpunkt einer jeden guten Geschichte. In ihrem Essay erzählt sie, weshalb erzählte Geschichten so wichtig sind, auch für Zeitungen und Magazine. mehr...


Rubrik: Theorie

Franziska Richter hat eine bemerkenswerte Magisterarbeit geschrieben. Sie heißt "Pampa - Vom Schweigen der Ländlichkeit" und ist zur einen Hälfte Literatur, zur anderen Hälfte eine Reflexion über das Schreiben. Zunächst beschreibt Richter, literarisiert, wie sie durch die argentinische Einöde reist, dann entwirft sie eine Poetik des Schreibens über die Leere. Aus diesem zweiten Teil veröffentlichen wir einen Auszug.  mehr...


Apologie eines Fälschers: Tom Kummers Memoiren

Mit ungewöhnlich intim wirkenden Star-Interviews machte der Schweizer Journalist Tom Kummer in den 1990er Jahren auf sich aufmerksam. Richtig berühmt wurde er, als viele dieser Interviews im Jahr 2000 als Fälschungen enttarnt wurden. Interessant ist der Fall bis heute, weil Kummer, einmal aufgeflogen, seine Fälschungen selbstbewusst als Produkte einer neuen, avantgardistischen Form des Journalismus verteidigte – und diese Selbstdarstellung mit Versatzstücken postmoderner Medienkritik anreicherte. mehr...


Der Reporter als objektiver Journalist

Wie subjektiv ist eine gute Reportage wirklich? Und wird ihr Entstehen wirklich so sehr von der individuellen Leistung eines Autors geprägt, der auf sich allein gestellt ist? Nein, meint Ulrich Pätzold, Journalistik-Professor an der Universität Dortmund: Die journalistische Reportage gehöre vielmehr zu dem Journalismus, der sich um höchst mögliche Objektivität bemüht. mehr...


Bernhard Pörksen blickt zurück auf "Tempo"

Coolness statt Moral, Lob der Oberfläche, Provokation und Irritation, Sprachspiele, teilnehmender Journalismus, radikale Subjektivität, Schreiben gleich Leben – der Hamburger Journalistikprofessor Bernhard Pörksen blickt zurück auf die Zeitschrift "Tempo", das Zentralorgan des deutschen New Journalism mehr...


Peter Bialobrzeski über die Zukunft der Fotografie

„Die Fotografie wird sich genauso wie der Rest vom Kapitalismus entwickeln: Die Mittelschicht löst sich auf, weltweit wird es 500 Fotografen geben, die sich um die Höhe ihres Einkommens keine Sorgen machen müssen, Hunderttausende werden ihre digitalen Daten zu Dumpingpreisen zu Markte tragen?: Starke Thesen von Peter Bialobrzeski, Professor für Fotografie in Bremen mehr...


Rubrik: Theorie

Dandy, Diva und Outlaw

In den Sechziger Jahren waren die USA das Land der unbegrenzten stilistischen Möglichkeiten. Die Vertreter des "New Journalism" überboten sich mit wilden Text-Experimenten und wahren Reportage-Exzessen. Neben der extravaganten Schreibe entwickelten viele der Autoren aber auch autobiografische Selbstinszenierungen. Drei von ihnen - Dandy, Diva und Outlaw - haben Stephan Porombka und Hilmar Schmundt untersucht.  mehr...


ÜBER DIESE RUBRIK

Hier wollen wir die Wissenschaft zu Wort kommen lassen - und darstel-
len, was an Universitäten über Reportagen und Reporter gedacht und geschrieben wird. Was zeichnet eine Reportage aus? Wie hat sich die journalistische Form entwickelt, wie verändert sich ihr Umfeld, und wie sieht ihre Zukunft aus? Diesen und anderen Fragen wollen wir hier in Aufsätzen, Manifesten und Entwürfen nachgehen.

Kontakt: Reporter Forum e.V. | Sierichstr. 171 | 22299 Hamburg