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07.12.16

Hans Leyendecker „Investiporter? Reportigator?

Sind Reporter Plauderer, bei denen die Form mehr zählt als der Inhalt? Und lassen Enthüllungsgeschichten den Leser nicht allzu oft ratlos zurück, weil der Rechercheur schlecht erzählt? Mitnichten, sagt Hans Leyendecker: Gute Reporter arbeiten investigativ und die gute Enthüllungsgeschichte braucht eine wohldurchdachte Dramaturgie.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1942 wurde der Fahrer Ernst S. in seinem 23. Lebensjahr unweit von Jonschwil (Kanton St. Gallen) in einem Wald erschossen, etwas außerhalb der Häusergruppe namens Bisacht. Es war aber kein Mord im landläufigen Sinn, und Ernst S. fiel auch nicht auf dem Felde der Ehre, sondern ein Detachement der schweizerischen Armee hat ihn hingerichtet. Diese Armee hat im ganzen Krieg keinen Schuss auf den äußeren Feind abgefeuert, wohl aber je zwanzig Schuss auf siebzehn Landesverräter, und S. war der erste davon. Über die näheren Umstände der Hinrichtung gehen die Meinungen der Augenzeugen auseinander.

So begann der Schweizer Journalist Niklaus Meienberg eine Geschichte über einen der großen Kulturskandale im eigenen Land; er enthüllte Hintergrund und Umstände der Erschießung eines „Landesverräters“. Meienberg, der sich im September 1993 das Leben nahm, war ein journalistischer Haudegen, der seiner Zeit den Stempel aufgedrückt hat. Er beherrschte fast jede Form des Journalismus, doch die meisten seiner Veröffentlichungen - wie auch das Stück „Ernst S., Landesverräter (1919 - 1942)“ - sind in Reportage-Sammelbänden zu finden.

Aber handelt es sich wirklich um eine klassische Reportage? Erzählt Meienberg etwas, was er selbst gesehen, gehört hat - oder hatte er etwas herausgefunden, was vor ihm noch niemand so recherchiert hatte? Eine Erzählung nach dem Motto: Lest! Ich war, wo ihr nicht wart, ich habe gesehen, was ihr noch nie gesehen habt, war der Fall Ernst S. jedenfalls nicht.

Um welche journalistische Gattung handelt es sich, wenn einer wortmächtig formulieren kann, wenn sein Text einen Spannungsbogen hat, wenn die Sprache sinnlich ist, wenn er nicht im Korsett der journalistischen Konventionen verharrt, wenn er gräbt und forscht, Quellen auftut, mit deren Hilfe sich Zusammenhänge erkennen lassen, die vorher so nicht erkannt wurden? Ist das dann Reportage oder Investigation?

Die Fachwelt scheint sich sicher. Über den Schreiber Meienberg gibt es eine Menge Literatur, darunter sogar zwei bibeldicke Biographien, aber niemand nennt ihn einen investigativen Journalisten. Warum eigentlich nicht?

Für seine Geschichte über Ernst S. stöberte Meienberg verschollene Akten auf. Er stieß auf Widerstand. Die Behörden wollten die Dokumente „im Interesse der Geheimhaltung“, wie ihm ein Oberaudiator der Abteilung Militärstrafwesen mitteilte, gesperrt halten. Er überwand die Widerstände. Er brachte erstmals Zeugen der Exekution zum Sprechen, er studierte alte Gutachten und stellte einem Feldprediger, der bei der Hinrichtung dabei war, eine einfache Frage: „Kann man sich als Gottesmann zu einem Rädchen der Hinrichtungsmaschine machen lassen, ohne über die Gerechtigkeit des Urteils nachzusinnen?“

Meienberg notierte später: „S. wurde zur Unperson, nachdem er erschossen worden war. Er ist das Gegenteil einer Persönlichkeit im bürgerlichen Sinn. Man wollte ihn vergessen, verdrängen, Gras über ihn wachsen lassen, es gab nur schwülstige Mythenbildung über ihn“. Trotzdem sei die Quellenlage so schlecht nicht gewesen. Ein Journalist müsse sich nur die Mühe geben, dran zu bleiben und unbequem zu sein.

Oder Jürgen Leinemann: Der große Porträtist des Spiegel war zweifelsohne ein großartiger Reporter, aber war er nicht auch ein imponierender Investigator? Wenn er schrieb, lernten die Mächtigen, dass sie kontrolliert wurden. Seine Arbeit war der Beweis dafür, dass sich erkennbare Linien und langer Atem im Journalismus am Ende auszahlen. Manchmal hat sich Leinemann monatelang mit den von ihm zu beschreibenden Personen beschäftigt. Er hat neue Quellen ausfindig gemacht und sie zum Sprudeln gebracht. Er hat recherchiert, enthüllt und intensiv nach Gründen für bestimmte Entwicklungen geforscht.

Ist die strenge Sortierung der Arbeiten in die journalistischen Gattungen „Reportage“ und „Investigation“ immer noch sinnvoll? War nicht beispielsweise die Spiegel-Titelgeschichte über den globalen „Bankraub“, die unter anderem mit dem Henri Nannen Preis für Dokumentation ausgezeichnet wurde, beides - ein furioser investigativer Scoop, eine aufwändige Ermittlung - und eine grandiose Darstellung?

In einem Lexikon über Journalismus findet sich folgende Begriffsbestimmung: „Der Wortstamm investigativ entstammt dem angelsächsischen Sprachgebrauch. ,To investigate’ bedeutet ermitteln, untersuchen, nachforschen“. In der Regel werden in der einschlägigen Literatur folgende drei Kriterien für investigativen Journalismus aufgeführt:

1. Die Themen müssen gesellschaftliche, soziale und politische Relevanz haben.

2. Dem investigativen Journalisten, aber auch den Informanten, die ihn unterstützen, kommt eine aktive Rolle zu. Die Recherchearbeit ist aufwändiger als bei der gewöhnlichen Recherche.

3. Die Recherche erfolgt in der Regel gegen Widerstände und Barrieren, denn an der Aufdeckung hat zumindest eine Seite überhaupt kein Interesse.

Diese Kriterien erfüllt ein Werk Meienbergs mindestens so gut wie die Arbeiten angeblich investigativer Journalisten, die vor dem Publikum irgendwelche Geheimdienstvermerke ausbreiten, um zu demonstrieren, dass sie Einblicke in eine vermeintlich geheimnisvolle Welt haben. Ist jemand ein Enthüller, weil er eine Akte besorgt und den Inhalt referiert hat, ohne diese Akte zum Ausgangspunkt einer eigenständigen Recherche zu machen? Sind Schreiber wie Meienberg oder Leinemann „Edelfedern“ und ist der Aktenbeschaffer ein „Trüffelschwein“?

„Im Grunde macht der gute Reporter das, was auch ein Journalist tut, der im sogenannten investigativen Bereich arbeitet“, hat der Reporter Peter Sartorius in einem Aufsatz übers Handwerk geschrieben.

In beiden Bereichen seien strategisch und psychologisch geschicktes Vorgehen beim Sammeln von Fakten und sorgfältiger Umgang mit den Informationen Voraussetzungen für gute Geschichten. Ebenso wie der investigativ arbeitende Journalist müsse der Reporter penibel mit Details umgehen, aus denen er dann ein Gesamtbild herstelle.

Im investigativen Bereich gehe es vor allem um das intensive Suchen nach Fakten, die eine Geschichte mit Substanz füllten. Dem Reporter gehe es darüber hinaus um die Suche nach Menschen und Szenen, die seine Geschichte erst tragfähig machten. Doch in erster Linie mache das Rechercheergebnis die Qualität einer Reportage aus. Erst in zweiter Linie sei es die Kunstfertigkeit des Formulierens.

Um an Material zu kommen, müssten der Geschichtenerzähler und der Enthüller gleichermaßen das Vertrauen ihrer Informanten gewinnen. Und in beiden Fällen komme es ganz wesentlich darauf an, das erworbene Vertrauen beim Schreiben der Geschichten nicht zu missbrauchen. Sartorius: „Entgegen den Klischeebildern von ihrem Berufsstand sind der investigative Rechercheur und der recherchierende Reporter meist zurückhaltend auftretende Journalisten. Forschheit, Aufdringlichkeit, Eitelkeit, Besserwisser-Gehabe machen die Bemühungen des einen wie des anderen zunichte.“

Früher arbeitete ein investigativer Journalist in der Regel als Einzelkämpfer. Er war in der Hierarchie der Redaktion eher ein Außenseiter. Wenn er erfolgreich war, stand er im Ruf, eine Art Sisyphos der Demokratie zu sein. Also ein Outsider, der in übergroßer Tragik unablässig einen Felsblock den Berg hinaufwälzte. Er beschaffte Stoffe, war aber oft nicht in der Lage, das Gesammelte zu einer spannenden Erzählung zu verdichten. Die meisten Rechercheure sind keine Augenmenschen, die meisten klassischen Reporter sind keine großen Aktenbeschaffer.

Früher ließen Enthüllungsgeschichten den Leser nicht selten ratlos zurück. Er hatte Mühe, den roten Faden zu entdecken. Manchmal gab es gar keinen. Der Leser irrte zwischen dürren Zahlen und nicht gut erklärten Thesen und gab möglicherweise am Ende resigniert auf. Der Stoff sei halt sehr komplex, hieß es dann entschuldigend in der Redaktion. Wenn alle Informationen gleich wichtig sind, ist nichts wichtig. Nur einige Blätter konnten es sich früher leisten, gute Rechercheure mit guten Schreibern zusammenzubringen.

Und die Reporter? Die Schwachen gefielen sich in der Rolle der Besserwisser. Das Wesentliche dieser Reportagen waren Leere und Stil-Löckchen. Man war mit dem Lesen fertig und spürte nichts davon. Das Primäre war das Geplauder; das Sekundäre das „Worüber“. Erst gekräuselte Sprache, dann der Gedanke und die dünne Information. Über gedankliche Hindernisse kletterte dieser Reporter nicht, er kroch um sie herum. Das Wühlen, das Beschaffen von Akten, die hartnäckige Suche nach Informantsquellen, das war nicht seine Sache.

Die Reportage und die Enthüllungsgeschichte haben sich in den vergangenen Jahren inhaltlich und stilistisch verändert. Beide Gattungen sind sich - in Teilbereichen zumindest - sehr nahe gekommen. Diese Entwicklung ist durch Teamarbeit in den Redaktionen beschleunigt worden. Insbesondere der Spiegel, der über ein Dutzend bester Reporter und über ein Dutzend bester Rechercheure verfügt, bringt für wichtige Enthüllungsgeschichten Vertreter beider Gruppen zusammen. Diese Geschichten haben eine wohldurchdachte Dramaturgie. Sie liefern, wenn möglich, eindrucksvolle Milieustudien, sie bombardieren den Leser nicht einfach mit Zahlen und Zitaten aus irgendwelchen Dokumenten. Es wird erklärt. Selbst wenn am Ende ein unendlich verfilztes, unappetitliches Knäuel herauskommt, muss der Handlungsstrang klar und nachvollziehbar sein wie ein Drehbuch.

Nicht nur die großen Magazine, auch Tageszeitungen wie die früher in journalistischen Angelegenheiten stockkonservative FAZ versuchen inzwischen, die brisanten Stoffe der Zeit mit Teams von Journalisten anders als früher aufzubereiten und zu präsentieren. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass eine starke Enthüllungsgeschichte auch gut erzählt werden muss, weil sie dem Leser sonst nichts enthüllt.

Es braucht dafür aber auch Journalisten, die mit Haut und Haar Journalisten sind. Wenn Journalismus mehr als ein Geschäft ist, wenn Journalisten mehr sind als harmlose Narren, müssen sie brennen. Ein guter Journalist ist ein Unzufriedener. Niemand, der völlig zufrieden ist, ist fähig zu schreiben. Niemand, der mit der Wirklichkeit einverstanden, mit ihr versöhnt ist, wird ein guter Journalist sein. Allerdings hat es gerade im Genre des vorgeblichen investigativen Journalismus in den vergangenen Jahrzehnten einige rasende Verfolger gegeben, die dem Berufsbild rasend geschadet haben. Sie suchten mitunter nur noch nach Vorwänden, um irgendjemanden, der halbwegs prominent war, niederzukartätschen. Den Ruf eines ehemaligen Kollegen habe ich noch im Ohr: „Das Schwein kriegen wir auch“, rief er und trommelte mit den Fäusten gegen die Wand. Ich habe das damals gesehen, gehört - und erst viel später verstanden.

Die meisten Bürger stellen sich den guten Journalisten nicht als Verfolger, sondern als eine Mischung aus Philosoph und Spürhund vor, der auf der Suche nach der ewigen Wahrheit ist. Demokratie basiert auf öffentlichen Prozessen der Willens- und Entscheidungsbildung. Die zentrale Frage dabei ist, wie Medien mit ihrer Rolle als Vermittler zwischen Wirtschaft, Politik und Publikum und mit ihrer Rolle als Kritiker und Kontrolleur umgehen. Nicht nur wegen der rasenden Verfolger sind sie im Alltag nicht so kompetent und autonom wie es dem Ideal der politischen Kom­munikation in unserer Gesellschaftsordnung entsprechen würde.

So ist es beispielsweise durchaus problematisch, wenn dem investigativen Journalismus immer noch die Rolle einer vierten Gewalt zugeschrieben wird. Wer „vierte Gewalt“ sagt, geht von einer - virtuellen vierten Säule im System der Gewaltenteilung aus. Neben Exekutive, Legislative und Justiz gibt es demnach noch die Medien als Form der Gewalt. Aber Medien sind nicht gewählt und Journalisten haben bekanntlich auch kein Mandat. Sie treten vor allem dann in Erscheinung, wenn die drei Gewalten versagen. Der Begriff „vierte Macht“ kommt daher der Rolle des Journalismus eher entgegen.

Trotz einiger Fortschritte war und ist es im übrigen falsch zu behaupten, in Deutschland habe Recherchejournalismus Hochkonjunktur. Zwar konnte in den vergangenen Jahren ein deutliches Anwachsen von politischen Skandalen und Wirtschaftsskandalen beobachtet werden, aber viele Medien rennen immer noch hinter denselben Geschichten her. Fachleute sprechen dann von „Mainstream-Journalismus“. Viele Blätter wollen einfach mit irgendeiner Nachricht, und sei deren Bedeutung auch noch so gering, im Strom einer Veröffentlichungs-Kampagne ganz vorn mitschwimmen. Es herrscht die rätselhafte Sehnsucht, um jeden Preis beachtet zu werden. Deswegen dieses fortwährende Anzetteln von Aufregungs-Kommunikation, die dafür sorgt, dass der eigene Sender, das eigene Blatt, von anderen Blättern, von anderen Sendern erwähnt wird. Gezählt werden die „Exklusivgeschichten“. Nicht gezählt wird, wie viele dieser Geschichten recycelt oder falsch waren.

Aber der Versuch des Journalisten, die Wahrheit zu verbreiten, kann auch an einem Publikum scheitern, das sie einfach ignoriert, weil sie dem eigenen Vorurteil widerspricht. Warum gilt Uwe Barschel an den Stammtischen und auch in vielen Redaktionen trotz der Aufklärungsarbeit von Journalisten und den Ergebnissen des zweiten Kieler Untersuchungsausschusses immer noch als ruchloser Täter im angeblichen Waterkantgate-Skandal? Warum wird der Fall Leuna noch immer als ungeklärter Fall oder gar als CDU-Affäre behandelt, obwohl inzwischen feststeht, dass französische :Manager ein Kick-Back-System installiert und das angebliche Schmiergeld selbst eingesackt hatten? Warum wird immer noch am falschen Verdacht gebastelt, dass Max Strauß doch von dem Waffenhändler Karlheinz Schreiber geschmiert worden ist?

Meine Erfahrung nach mehr als drei Jahrzehnten in diesem Beruf lautet: Es ist nicht leicht, Journalisten zu finden, die etwas wirklich wichtiges Neues mitzuteilen haben. Wir leben in einer schnellen Zeit, und von Journalisten wird schnelle Ware erwartet. Ob sie leicht verderblich oder haltbar ist, darauf scheint es oft nicht mehr anzukommen. Es ist aber mindestens genauso schwer, Menschen zu finden, die etwas wirklich wichtiges Neues hören, sehen oder lesen wollen und nicht sagen: „Guter Mann, schreib, was ich denke.“

Aber nichts und niemand ist verloren.

Niklaus Meienberg hat in einem Aufsatz mit dem Titel: „Wer will unter die Journalisten?“ einen jungen Schreiber von einer „brauchbaren Zeitung“ träumen lassen. Eine Zeitung „mit Redaktoren, die nicht immer von Lesern (die sie nicht kennen) schwatzen, denen man dies und das nicht zutrauen könne. Sondern welche gemerkt haben, dass sich auch der Leser ändern kann“. Der junge Journalist träumt von einem „Organ“, das Leuten wie Karl Kraus und Kurt Tucholsky einen Platz bietet. Auch träumt er von einem Blatt, das einen Mitarbeiter „wenigstens nicht bestraft, wenn er gründlich recherchiert und brillant formuliert“. Kein schlechter Traum.

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Hans Leyendecker


Hans Leyendecker, Jahrgang 1949, Journalist. Spiegel-Redakteur von Januar 1979 bis Juni 1997. Seit Juli 1997 Süddeutsche Zeitung. Leitender Politischer Redakteur, seit Juni 2009 Ressortleiter Investgiatve Recherche. Zahlreiche Buchveröffentlichungen, einige Preise.
Dokumente
Investiporter? Reportigator? (PDF)

erschienen in:
Henri-Nannen-Preis-Buch 2010,
am 07.05.2010

 

Kommentare

Zakhir, 29.09.2013, 07:07 Uhr:

I just hope wheeovr writes these keeps writing more!

Jan Söfjer, 12.06.2011, 15:35 Uhr:

@ Michael: Jeder Journalist sucht sich aus, welchen Job und Auftrag er machen möchte. Man kann sich nicht pauschal damit rechtfertigen, die Redaktionen würden so wenig zahlen und deshalb könne man nur oberflächliche oder zumindest schnell recherchierte Texte abgeben. Wenn eine Redaktion nicht bezahlen kann, was man gerne liefern würde, dann sucht man sich eben eine andere Redaktion, bearbeitet das Thema nicht - oder bearbeitet es eben doch, und zwar mit außergewöhnlichem Elan, und verkauft es unter Wert, in der Hoffnung, sich dadurch einen Namen zu machen und Blätter auf sich aufmerksam zu machen, die angemessen bezahlen. Aber wenn man sich an das zugegeben oft oberflächliche, schlecht zahlende Presse-System anpasst, dann wird man von ihm aufgefressen und endet als belanglose Schreibmaschine.

Michael, 19.07.2010, 21:19 Uhr:

Volle Zustimmung zu dem obigen Text. Und ich möchte noch etwas anmerken: Während die meisten Festangestellten keine Zeit für investigative Recherchen haben oder sie sich nicht nehmen, werden Freie Journalisten quasi dazu konditioniert, nicht allzu aufwändig zu recherchieren. Es käme einer Selbstausbeutung gleich, investigativ zu arbeiten, weil eindimensionale Texte eben genauso (schlecht?) bezahlt werden wie Texte, hinter denen eine umfangreiche und aufwändige Recherche steckt. Gäbe es in den Redaktionen mehr Flexibilität bei der Bezahlung der Autoren, wäre das eine gute Sache. Und zwar Flexibilität in dem Sinn, dass Recherche honoriert wird, nicht dass für schnell zu schreibende Artikel künftig weniger bezahlt wird...

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