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27.06.17

Prämierte Texte

Maxim Leo „Die Spur des Verführers

Mit diesem Text gewann der Autor den Theodor-Wolff-Preis 2006.

Manchmal sieht man ihn noch in teuren Berliner Restaurants sitzen. Oder im China-Club im Hotel Adlon. So wie früher. Er zahlt jetzt bar, seine Kreditkarten will niemand mehr haben. Er hat noch dieses Jungen-Gesicht. Aber es strahlt nicht mehr. Der Zauber ist weg. Er ist 27 Jahre alt und hat schon ein Leben hinter sich. Ein Leben in Kanzlermaschinen, in Präsidenten-Suiten, in schweren Limousinen, auf Titelseiten. Ein Leben mit mächtigen Männern. Mit Geld und Gier, Angst und Lügen. Ein Leben wie in einem Film, der davon handelt, dass ein blonder Jüngling die ganze Republik vorführt. Sein Name ist Lars Windhorst.

Im September 1995 reist Stephan Vogel nach Rahden in Westfalen. Er besucht einen 17-Jährigen, der sein eigenes Computer-Unternehmen leitet, der schon mit 14 elektronische Bauteile aus China importiert hat. Einer, der mit nichts angefangen hat und jetzt einen europäisch-asiatischen Konzern aufbauen will. Ein Ausnahmetalent.

Stephan Vogel leitet das Bonner Büro des Lübbe-Verlages. Er hat im Spiegel über Lars Windhorst gelesen und will ein Buch mit ihm machen. Vogel sieht eine Geschichte. Eine große Geschichte. Ein amerikanischer Traum in der westfälischen Provinz. Vogel weiß, wie man so etwas verkauft. Er war mal bei der Bild- Zeitung und ist ein erfahrener PR-Mann.

(...)

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Maxim Leo


Maxim Leo, geboren am 30. Januar 1970 in Ostberlin. Nach einer Ausbildung zum Chemielaboranten an der Akademie der Wissenschaften der DDR 1990 Abitur an der Volkshochschule Treptow. Von 1990 bis 1995 Studium der Politikwissenschaften an der Freien Universität Berlin und am Institut d’Etudes Politiques de Paris. Abschluss als Diplom-Politologe in Deutschland und Frankreich. Erste journalistische Erfahrungen als freier Mitarbeiter in verschiedenen Radiound Zeitungsredaktionen. Von 1995 bis 1996 Nachrichtenredakteur beim Kölner Fernsehsender RTL. Seit 1997 Redakteur bei der Berliner Zeitung, zunächst in der Redaktion Außenpolitik zuständig für Frankreich und Europäische Union, seit 2001 im Ressort »Seite Drei«. 2002 nominiert für den Egon-Erwin-Kisch-Preis, 2002 ausgezeichnet mit dem Deutsch-Französischen Journalistenpreis in der Kategorie Print für die Konzeption einer deutsch-französischen Zeitung zusammen mit der Pariser Libération. Mit seinem Kollegen Jochen-Martin Gutsch hat Maxim Leo 2005 eine Sammlung ihrer Kolumnen unter dem Titel »Single.Family – Zwei Männer. Zwei Welten. 66 wahre Geschichten« im Herder-Verlag, Freiburg, veröffentlicht.
Dokumente
Die Spur des Verführers (pdf)

erschienen in:
Berliner Zeitung,
am 11.06.2005

 

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