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30.05.17

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Peter Sartorius „Das ist ein Raubüberfall

Die Empfindungen, Gedanken und unkontrollierten Reaktionen eines Menschen, der verschleppt und mit einem Messer bedroht wird


Von Peter Sartorius, 1981, aus: „Die Lust am kalten Fegefeuer“



New York, im Dezember - Der Streifenpolizist Papa hat auf den dünnen weißen, gelben und rosaroten Papierbögen eines amtlichen Protokolls festgehalten, was sich in der Nacht zum 6. November im Industrierevier des New Yorker Stadtteils Queens zutrug. Es handelte sich um einen Raubüberfall, einen von mehr als 120 000 pro Jahr in der Stadt. Der Fall war für die Polizei nicht sonderlich aufregend. Unter der Nummer 1146, den Personendaten des Opfers und der Beschreibung des Täters liest er sich folgendermaßen: „Kläger erklärt dem Unterzeichneten, daß er am JFK Eastern Airlines Terminal angekommen sei. Beim Warten auf ein Taxi näherte sich oben beschriebener männlicher Südländer mit der Behauptung, er betreibe ein Taxi und wolle ihn (den Kläger) für den Betrag von Dollar 25,00 zum Bestimmungsort bringen. Anstatt zur N.Y.C.-Adresse fuhr er ihn nach L.I.C. Ecke 43. Ave & Hunter St. Verdachtsperson verkündete, das sei ein Raubüberfall, und stach Kläger in die linke Hand. Setzte sich ab mit 1 Koffer, 1 Kleidersack und einer Schreibmaschine. Anruf bei Port Authority PD. Auskunft, daß Fall einem Raub früher im Monat gleicht. Kläger an Astoria Hospital Dr. Watson übergeben und behandelt." Der Fall ist später von dem Polizeidetektiv Babcock übernommen und routiniert, aber ohne Erfolg bearbeitet worden. Nach einer Woche ist er vermutlich als nicht weiter verfolgbar zu den Akten gelegt worden.

Trotzdem will ich die Details dieses Alltagsfalles schildern und versuchen, die psychische Situation des Opfers zu beschreiben sowie dessen bestürzend unkluge Reaktion, als plötzlich ein langes, spitzes Messer in der Hand des Täters war. Ich will das Chaos von Empfindungen, Überlegungen und unkontrollierten Handlungen beim anschließenden Handgemenge darstellen und von der seltsamen Lähmung des Gehirns berichten, die einen Menschen in Not befallen kann. Zu all dem, zur Darstellung des Falles 1146, bedurfte es keiner großen journalistischen Recherchen. Der Fall 1146 ist mein eigener.

„Taxi, Sir?"

Ich war auf einer Dienstreise von Orlando, Florida, nach New York geflogen und gegen 21 Uhr am Eastern Airlines Terminal des John F. Kennedy International Airport eingetroffen. Da ich übermüdet war, wollte ich auf dem schnellsten Weg zu meinem Hotel in Manhattan. Es war nicht das erstemal, daß ich in New York ankam, und ich wußte über das Taxisystem Bescheid. Es gibt in New York die berühmten Yellow cabs, knallgelbe Droschken, die wie Bienenschwärme durch die Straßenschluchten der Stadt schwirren. Weil sie besonders abends schwer zu bekommen sind, gibt es zusätzlich die sogenannten Gipsy cabs, Zigeunerwagen, die meist sehr viel eleganter aussehen als die zerbeulten Yellow cabs. Die Gipsycabs sind protzige Straßenkreuzer. Manche sind als Taxi gekennzeichnet durch phantasievolle Embleme, manche sind es nicht. Fast allen gleich ist, daß der Fahrer den Fahrgast übers Ohr hauen will, und benutzt werden sie darum vor allem von Ahnungslosen und Neunmalklugen. Im Yellow cab kostet der Transport vom Flughafen nach Manhattan 20 bis 25 Dollar. Die Fahrer der Gipsy cabs verlangen oft das Doppelte oder Dreifache, aber wer sich auskennt, feilscht mit ihnen, und wenn er es einigermaßen geschickt anstellt, kann er sich mit ihnen auf einen Preis einigen. der nur unwesentlich oder überhaupt nicht über dem regulären liegt.

Als ich aus dem hellerleuchteten Flughafen-Terminal heraustrat, war kein Yellow cab in Sicht, aber da stand dieser Straßenkreuzer neben anderen Gipsy cabs, und da stand, unmittelbar unter der Tür, dieser junge Mann und sagte: „Taxi, Sir?" Ich fragte, wieviel er für die Fahrt verlange, und es hätte mich vielleicht stutzig machen sollen, daß ich nicht lange zu feilschen brauchte, um ihn auf 25 Dollar festzulegen. Vielleicht bin ich von Natur aus zu vertrauensselig, vielleicht war ich nur einfach zu müde, vielleicht fehlte mir auch jener halbe Tag Akklimatisation, der in der Regel ausreicht, den Instinkt für die Gefahren in dieser beängstigend gesetzlosen Stadt zu wecken. Jedenfalls ließ ich meinen Koffer, meinen Kleidersack und die Schreibmaschine im Kofferraum des Wagens verstauen und setzte mich, unter den Augen von Wachmännern vor dem Terminal, mit einer Reisetasche, in der sich Schecks, Geld, Reisedokumente und Flugtickets befanden, auf den Beifahrersitz. Wegen meiner langen Beine wähle ich, wann immer das geht, diesen Platz. Der junge Mann fragte, woher ich komme, ob ich lange in der Stadt bleiben werde und wie der Flug gewesen sei.

Der junge Mann: Hinterher habe ich mich gefragt, ob ich aus seinem Aussehen, seinem anfänglichen Verhalten Rückschlüsse auf seine Absichten hätte ziehen müssen. Aber wie eigentlich müssen Straßenräuber aussehen? Der junge Mann machte einen ordentlichen, netten Eindruck. Vor der Polizei gab ich später an, er müsse wohl so etwa 25 Jahre alt gewesen sein, sei von durchschnittlicher Größe gewesen und habe ein schmales Gesicht mit einem buschigen Schnauzbart gehabt. Gefragt, in welche der drei Kategorien white, black oder hispanic er falle, entschied ich mich mit Vorbehalten für hispanic. Der junge Mann hatte große dunkle Augen und trug modisch geschnittene Jeans und einen roten oder rotbraunen Pullover. Auch das hätte mich vielleicht mißtrauisch machen können. Die wirklichen Gipsy cab-Fahrer, mit denen ich es in der Vergangenheit zu tun gehabt hatte, verbreiteten eher gepflegtes Unterweltflair, beispielsweise durch ihr aufdringliches Parfüm, durch geöltes Haar und Schlipse in schreienden Farben.

Manches hätte mich nachdenklich machen müssen, auch der Umstand, daß der junge Mann ganz offenbar nervös war. Er fuhr eine Spur zu schnell und zu hektisch. Aber bewußt, wirklich bewußt ist mir das alles erst hinterher geworden. Auf der Fahrt aus dem Rondell des Flughafens hinaus und später nach der Einfädelung in den Van Wyck Expressway habe ich es registriert, aber nicht interpretiert, und ich war noch nicht einmal beunruhigt, als der junge Mann von der Stadtautobahn herunterfuhr. Hier, das weiß ich heute, habe ich den enscheidenden Absprung verpaßt. Hier hat mich die Witterung von Gefahr vollends im Stich gelassen. Ich hätte mich nicht mit der Aussage zufriedengeben dürfen, der Tunnel unter dem East River sei verstopft. Ich hätte den Zündschlüssel herumdrehen oder beim nächsten Rotlicht aus dem Auto springen müssen. Ich hätte alles mögliche tun können, nur nicht einfach im Auto sitzen bleiben und die Dinge weitertreiben lassen dürfen. Ich kann heute nicht mehr sagen, wann ich auf der Fahrt durch immer dunklere, immer einsamere Nebenstraßen die erste echte Besorgnis in mir aufsteigen fühlte. Ich weiß nur noch, daß sie mit einem Male da war. und ich erinnere mich, daß in meinem Kopf die Gedanken zu springen begannen. Da war Furcht, aber da war auch die naive Hoffnung, daß sich alles, was so befremdlich wirkte, ganz natürlich auflösen würde, daß hinter dem nächsten Häuserblock endlich die große, helle, belebte Durchgangsstraße auftauchen werde, auf der mich mein Fahrer zum Ziel bringen würde.

Es kam keine Durchgangsstraße. Dafür kam, blitzartig, die Erkenntnis, daß ich verschleppt wurde, daß Böses, Unheimliches bevorstand. Hätte ich zu diesem Zeitpunkt, als noch nicht der Fahrer, aber schon die Angst über mich herfiel, noch etwas unternehmen können?

Vielleicht wäre das möglich gewesen bei kühlem Verstand — aber das ist sehr viel verlangt von einem, der Furcht empfindet, die jeden vernünftigen Gedanken blockiert. Fast jeden. Es gab da tatsächlich kurze Augenblicke, in denen so etwas wie die Fähigkeit zur Reflexion in meinen Kopf zurückkehrte. Ich weiß zum Beispiel, wie ich plötzlich von einem seltsamen Gefühl der Scham ergriffen wurde, daß ich mich so willig zum Opfer hatte machen lassen, und ich erinnere mich auch, daß ich ganz kühl darüber nachdachte, wie schwer es im Falle meines Todes sein müßte, mich zu identifizieren, weil niemand, weder die Familie noch das Büro, wußte, daß ich schon an diesem Tag nach New York geflogen war. Ansonsten weiß ich nur, daß ich in diesen Minuten gelähmt vor Angst auf meinem Platz saß, nicht einmal mehr fähig zu einem Wortwechsel mit dem Fahrer. Ich blickte geradeaus ins Dunkel.

Am Tag nach dem Überfall bin ich mit dem Polizeidetektiv Babcock an den Tatort zurückgekehrt und habe das Milieu studiert. Babcock sagte, daß die Gegend als kriminell bekannt sei und daß vermutlich der gleiche Täter in den vorausgegangenen zwei Wochen schon dreimal auf die gleiche Tour Reisende vom Flughafen hierher entführt und ausgeplündert habe. Beim Tatort handelt es sich um das Industriegebiet von Long Island City, ein Viertel von Queens, genau gegenüber der Wolkenkratzer-Silhouette von Manhattan am anderen Ufer des East River. Bei Tag macht die Gegend um die Hunter Street und die 43. Avenue, wohin ich gebracht wurde, einen zwar heruntergerissenen, aber nicht toten Eindruck. Es gibt hier schäbige Industriebetriebe, Autofriedhöfe und, dazwischengesetzt, triste Wohnblocks. Tagsüber sind die Straßenränder mit Autos vollgestellt. Aber in der. Nacht, als ich überfallen wurde, waren die Randstreifen leer. Die Gegend war ganz einfach schwarz und leblos.

Hinterher bin ich gefragt worden, wie das vor sich gehe, wenn ein Räuber den letzten entscheidenden Teil seines Planes in Aktion umsetzt. Es ist so gewesen: Plötzlich scherte das Auto aus der Fahrspur aus. Plötzlich stand es, abrupt abgebremst, am Rinnstein. Plötzlich hatte der Fahrer in der hocherhobenen linken Hand das Messer und hielt dessen vielleicht 30 Zentimeter lange Klinge auf meinen Hals gerichtet. Plötzlich schrie der junge Mann mit sich überschlagender Stimme: ,,This is a robbery, this is a robbery, this is a robbery." Dann versuchte er vergeblich, mir mit seiner freien rechten Hand die Uhr vom Handgelenk abzuziehen und fing dann an, mit fahrigen Bewegungen in meine Jackentaschen zu greifen, ließ aber auch davon wieder ab und wollte mir schließlich die Reisetasche abnehmen, die sich jedoch irgendwo verhakte.

In der Gewalt eines Stümpers

Heute ist mir klar, daß ich einem schrecklichen Stümper in die Hände gefallen sein muß, und gerade das ist es, was noch immer Beklemmungen in mir auslöst. Dann drehen sich die Gedanken im Kreis, immer schneller, bis das Herz zu flattern anfängt. Ist es nicht so, daß nach dem Killer der Stümper der gefährlichste Tätertyp ist? Ein Profi hätte seinem Opfer vielleicht klarmachen können, daß es keinen Sinn hat, gegen ein Messer ankämpfen zu wollen. Ein Profi hätte nicht innere Panik bei seinem Opfer ausgelöst, Indern er unablässig geifert: „Das ist ein Raubüberfall, das ist, ein Raubüberfall, das ist ein Raubüberfall." Aber der junge Mann war wohl kein Profi. und deshalb kam es zum Handgemenge. Später habe ich versucht, zu rekonstruieren, wie es geschehen konnte, daß ich plötzlich das linke Handgelenk, die Hand mit der Klinge, umklammert hielt, womit jeder rationalen Abwicklung des Überfalls, der sicher vernünftigen Kapitulation vor der Macht des Messers, die Grundlage entzogen war.

Die Polizisten Papa und Babcock haben mir zu Recht vorgehalten, daß ich mich in große Gefahr begeben habe, und mich quält heute noch der Gedanke, der junge Mann hätte die Nerven verlieren können, in seinem Kopf hätte wie in meinem wie Panik übermächtig und ein Instinkt zum Töten geweckt werden können. Wenn ich bei Verstand gewesen wäre, hätte ich alles vermieden, den jungen Mann zu reizen. Aber ich packte dieses Handgelenk, und ich glaube, es war das Resultat einer Kette von Reaktionen und Gegenreaktionen, die unkontrollierbar geworden waren. Da war, zum einen, diese nervöse Hand, die an meiner Tasche zog, und da war, zum anderen, die andere Hand mit dem drohend auf mich gerichteten Messer. Ich muß wohl - nur ein Reflex, nur ein Zucken - eine falsche Bewegung gemacht haben. Jedenfalls bewegte sich plötzlich das Messer auf meinen Hals zu - wahrscheinlich auch nur die Folge eines Reflexes der Nervenstränge des jungen Mannes -, und das war der Augenblick, in dem ich, abermals reflexartig, die Hand mit dem Messer ergriff, nicht um Oberhand über meinen Gegner zu gewinnen - für eine solche Überlegung war kein Platz in meinem Kopf -, sondern auschließlich, um dieses widerliche spitze Ding von mir fernzuhalten. Ich wollte ganz einfach verhindern, daß das Messer in meinen Körper fuhr.

Vielleicht war ich keinen Augenblick in Lebensgefahr. Als wir uns auf den Vordersitzen des Autos wälzten und der junge Mann mich mit seiner freien Hand an den Haaren unter die Sitzbank zu ziehen versuchte, müßte es ihm ein leichtes gewesen sein, das Messer schnell von der einen Hand in die andere zu wechseln und mich in den Rücken zu stechen. Aber er tat es nicht. Hinterher ist mir klargeworden, daß es ein absurder, von beiden Seiten merkwürdig unentschlossen geführter Ringkampf war. Da kämpfte ein Mann mit einer tödlichen Waffe in der Hand, ohne diese anzuwenden, gegen einen anderen, der gar nicht kämpfen wollte. Ich hätte versuchen können, meinem Gegner das Gelenk zu brechen oder es zumindest so zu verwinden, daß das Messer aus der Hand gefallen wäre. Aber ich wollte nur, daß die Klinge möglichst weit weg von meinem Körper gehalten wurde. Möglicherweise war das sogar das einzig vernünftige Verhalten. Sicher jedenfalls ist, daß alles, was sich in meinem Kopf an Entscheidungsprozessen abspielte, im Unterbewußten erfolgte. Ich erinnere mich, daß ich mit dem Kopf bereits unter die Sitzbank gezerrt worden war und es mir trotzdem gelang, zum einen das Messer von mir fernzuhalten und zum anderen mit der linken Hand hinter meinem Rücken die Autotür zu öffnen. Ich erinnere mich auch, wie ich mit einem Fuß meine Reisetasche aus dem Auto kickte. Und ich erinnere mich, wie ich versuchte, den Kampf auf meine Wagenseite zu verlagern, um in einem günstigen Augenblick aus dem Wagen springen zu können. Aber ich erinnere mich nicht, auch nur einen dieser Gedanken bewußt gefaßt zu haben.

Ich war plötzlich draußen. Der junge Mann wollte hinterher. Meine Reisetasche lag irgendwo im Dunkeln im Rinnstein, und als ich mich mit aller Kraft von außen gegen die Autotür stemmte, um mir meinen Gegner vom Leib zu halten, suchte ich mit den Augen den Boden ab. Auch das vollzog sich nicht im Bereich des Bewußten, genausowenig wie es eine überlegte Handlung war, daß ich meine Tasche packte, als der Gegendruck an der Tür plötzlich nicht mehr vorhanden war, vermutlich weil. mein Gegner versuchte, auf der anderen Autoseite aus dem Wagen zu springen. Ich habe keine Ahnung, ob er mir nachgelaufen oder nachgefahren ist. Ich erinnere mich nur noch, daß ich eine endlose Zeit gerannt bin, zuerst die Längsseite des Häuserblocks hinab, dann um die Ecke und die Querseite des Blocks hoch, dann in irgendeine andere Straße hinein und schließlich in die Richtung von Licht, das plötzlich da war. Es waren die Lampen von Autos. Ich stolperte auf die Straße und versuchte, durch Handzeichen, durch flehentliche Geste auf mich aufmerksam zu machen, und eine neue Woge von Panik erfaßte mich, als ich merkte, daß die Autos um mich Bogen fuhren. Ich rannte weiter, und ich kann nicht vergessen, wie es mich verstörte, daß selbst an der Kreuzung, in die ich meine Hoffnung setzte, die Autofahrer bei Rotlicht mir nicht zuhörten, sondern erleichtert bei Grün davonfuhren. Ich erinnere mich, wie ich schließlich doch einen Lastwagenfahrer fand, der mich aufnahm, und wie dann sofort der Polizist Papa mit seinem Streifenwagen auftauchte und zusammen mit einem Kollegen mißtrauisch ins Führerhaus des Lastwagens blickte. Als ich ihm meinen Fall geschildert und berichtet hatte, wie schwer es mir gefallen sei, Hilfe zu finden, sagte Papa: „Ich weiß, wir haben Sie die ganze Zeit über beobachtet, wir konnten nicht ausschließen, daß Sie ein Krimineller sind."

Babcocks Enttäuschung

Der Rest war Routine. Papa brachte mich ins Krankenhaus, und erst auf dem Weg dorthin wurde mir bewußt, daß Blut aus meiner Hand auf meine Kleidung tropfte. Ich hatte eine Schnittwunde, und mein Körper schmerzte. Papa sagte, ich hätte viel Glück gehabt. Babock sagte später das gleiche. Er legte mir Photos vor, auf denen ich den Täter wiedererkennen sollte. Aber ich war wohl nur eine mäßige Hilfe. Ein paar Tage später rief mich Babcock an und sagte, daß man einen Mann eingesperrt habe, von dem man nicht ausschließe, daß er der Täter sei. Ich fuhr mit Babcock zum Revier, aber der Verdächtige konnte mir nicht gegenübergestellt werden, weil die juristischen Formalitäten nicht erfüllt waren. Also legte man mir wieder winzige Bilder vor. Zwei der Abgebildeten schienen mir eine Ähnlichkeit mit dem jungen Mann aufzuweisen, der mich überfallen hatte. Aber ich konnte keinen von beiden sicher als Täter identifizieren. Babcock schien ziemlich enttäuscht zu sein.

Später sagte man mir, es sei schon wieder ein Raubüberfall nach dem gleichen Muster verübt worden.

© Süddeutsche Zeitung GmbH, München. Mit freundlicher Genehmigung von http://www.sz-content.de (Süddeutsche Zeitung Content). 

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Peter Sartorius


Peter Sartorius, geboren 1937, gehörte 30 Jahre lang in verschiedenen Funktionen der Redaktion der "Süddeutschen Zeitung" an. Er war Ressortleiter der Seite Drei und Reporter des Blattes. Er ist dreifacher Kischpreisträger und hat den Theodor-Wolff-Preis gewonnen.
Dokumente
Peter Sartorius: Das ist ein Raubüberfall (pdf)

erschienen in:
Süddeutsche Zeitung (SZ),
am 01.01.1970

 

Kommentare

Missy, 25.04.2016, 10:10 Uhr:

Eu adoro essa estampa. Meus looks ficam bem mais girls, tenho várias peças com estampa floral, mais a que eu mais gosto, é um cardiganzinho coloridinho floral! #ftocallaboutoeeen.blogspot.fom

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