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19.11.17

Buchtipps

Johanna Romberg „Lektüre-Tipps für Reporter

Johanna Romberg empfiehlt ein Sachbuch, das eine einzigartige Mischung aus Wissenschaft und Humor bietet. Und ein Buch über die Jagd nach einem Vogel, das sich wie ein Drehbuch für einen Abenteuerfilm liest.




Tim Gallagher The Grail Bird: Hot on the Trail of the Ivory-billed  
Woodpecker

Ein Buch, das sich wie ein Drehbuch für einen Abenteuerfilm liest.

Bill Bryson A Short History of Nearly Everything

Eine einzigartige Mischung aus Wissenschaft und Humor. Diese  
Kombination ist sehr selten im Wissenschaftsournalismus.  
Wahrscheinlich einfach, weil es unglaublich schwierig ist, lustig zu  
schreiben.

Martin Kluger
Die Gehilfin

Ein Sozialdrama, ein Stück Medizingeschichte, eine historische Reportage, ein Hinterhof-Rührstück – alles miteinander zu einem prallen, sinnlichen Roman verwoben. Oder besser gesagt, verschüttelt und verschmolzen, denn das Ganze spielt in den Labors der Berliner Charité um 1900; als Hauptfiguren treten, unter anderem, Robert Koch und Rudolf Virchow auf. Ein Schmöker, der sich so wegschlürft, obwohl oder gerade weil er gesättigt ist mit harten wissenschaftlichen Fakten.

Kerstin Ekman Geschehnisse am Wasser

Ausführliche Naturbeschreibungen verführen mich als Leserin meist zum Vorblättern. Nicht in diesem Buch: Kerstin Ekman beschwört die Landschaft um das (fiktive) schwedische Dorf Svartvattnet so eindrücklich und abgründig, dass man förmlich das feuchte Moos unter den Füßen schmatzen hört. Zwischen Sumpfniederung und Elchschleichpfaden spielt sich ein generationenübergreifendes Sozial- und Psychodrama ab, dessen Handlung mir entfallen ist – die Natur-beschreibungen aber sind mir im Gedächtnis geblieben.

Alan Weisman The World without us

Was bliebe von uns, wenn wir von heute auf morgen vom Erdboden verschwänden? Der amerikanische Wissenschaftsjournalist hat das gnadenlos gründlich durchdekliniert – auf der Basis aktueller Erkenntnisse aus Ökologie, Klimakunde und Meeresbiologie. Tröstliche, aber auch unheimliche Erkenntnis: Zwar werden Krillkrebs, Kieselalge und Miesmuschel noch Jahrhunderte an PVC-Krümeln knabbern, werden verwitternde Industrieanlagen auf unabsehbare Zeit Gift und Feuer speien. Aber unsere Städte werden binnen weniger Jahre üppig begrünte Trümmerfelder sein, in denen sich Fuchs, Hase und sämtliche Tierarten der Roten Listen guten Tag sagen.   


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Johanna Romberg


Johanna Romberg stammt aus dem Ruhrgebiet. Nach ihrem Studium (Schulmusik und Hispanistik in Köln und Sevilla) arbeitete sie als freie Musikkritikerin und Lokalreporterin bei der Neuen Ruhr/Neuen Rhein Zeitung in Essen. Sie besuchte den fünften Lehrgang der Henri-Nannen-Schule, wechselte danach in die Kulturredaktion des „Stern“. Seit 1987 ist sie Mitglied der Redaktion GEO. Für ihre erste Reportage – Thema: die Emscher – erhielt sie den Egon-Erwin-Kisch-Preis (2.Preis) 1987, einen weiteren (3.Preis) 1993 für eine Reportage über eine Moskauer Gemeinschaftswohnung. Ihr Bericht über den ersten GEO-Tag der Artenvielfalt wurde 2000 mit einem internationalen Preis der Reuters Foundation ausgezeichnet. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind, außer Porträts und Reportagen, Wissenschaftsreports und Essays – etwa über die Entwicklungspsychologie, menschliches Versagen, die Alltagskultur des Singens und, in GEO 12/08, über „moralischen Konsum“. Johanna Romberg lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen bei Hamburg.
erschienen in:
Reporter-Forum,
am 01.01.2008


Johanna Rombergs Empfehlungen:

Tim Gallagher
The Grail Bird: Hot on the Trail of the Ivory-billed  
Woodpecker


Bill Bryson
A Short History of Nearly Everything

 

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