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27.05.17

Ariel Hauptmeier „Reporterpreis - Wie geht es weiter?

Der Reporterpreis 2009 war ein voller Erfolg, aber für 2010 gibt es noch viel zu verbessern. Was hat Ihnen gefallen, was sollten wir ändern?

Zunächst mal: Sind wir glücklich und stolz. Dass der Reporterpreis gleich im ersten Jahr ein Erfolg war. Dass alles so gut geklappt hat. Die vielen Einsendungen, die spannenden Jurysitzungen, das großartige Fest, die Freude der Sieger. Dank an alle, die das ermöglicht haben. 
Aber: Es gab auch Kritik, in den Zeitungen, auf den Fluren.
Die nehmen wir uns zu Herzen. 
Vor einigen Tagen haben wir (Cordt Schnibben, Stephan Lebert, Christoph Scheuermann, Matthias Thiele und ich) uns getroffen zu einer kleinen Nachlese. Darüber diskutiert, wie der Reporterpreis 2010 aussehen könnte.
Das ist unser Vorschlag:
“Beste Webreportage” und “Beste Lokalreportage” haben sich bestens bewährt – die Nominierung war vielen ein Ansporn, die Wahl der Jury fiel auf zwei junge Kollegen, Matthias Eberl Online-Sieger, hatte vor Rührung feuchte Augen und will sein Preisgeld in Slideshows investieren. Toll.   
“Beste Reportage”: Die Jury befand, dass die Reportage von Sabine Rückert die beste Reportage war. Also hat sie gewonnen. Angelegt wurden keinerlei äußere Kriterien, Alter der Autorin, Höhe des Spesenetats, Länge der Recherche etc. Nur das Urteil der Jury zählte, es bezog sich allein auf den Text, und auf diese Unabhängigkeit sind wir stolz. 
Andererseits, ja, auch das stimmt: Sabine Rückert hat ungefähr jeden bedeutenden Journalistenpreis dieses Landes mindestens einmal gewonnen. "Warum wurde sie ein weiteres Mal ausgezeichnet?", fragten manche. "Der Preis sollte junge Talente fördern", warfen andere ein.
Vorschlag: Wir prämieren künftig DREI “Beste Reportagen”. In diesem Jahr wären das (wahrscheinlich) zusätzlich gewesen: Bastian Obermayer, 32-jähriger Redakteur des SZ-Magazins, Carolin Emcke, freie Mitarbeiterin der “Zeit”. Das Bild wäre also ein völlig anderes gewesen. 
Den “Besten Text des Jahres” würden wir gern wieder abschaffen. Zu unterschiedlich waren die nominierten Texte, sie reichten von Interview über Blogbeitrag bis hin zum Report, zu pompös ist der Titel. Wir schlagen vor, ihn durch zwei neue Kategorien zu ersetzen: “Bestes Interview” und “Bester Essay”. 
Ein Reporter zeichnet sich aus durch Neugier, Hartnäckigkeit, Spürsinn für Themen, Sprachgefühl. Wir finden: Er muss nicht immer Reportagen schreiben. Er kann auch Interviews oder Essays schreiben. 
Und schließlich: Wie können wir die heutigen höchst unterschiedlichen Produktionsbedingungen von Reportagen reflektieren? Schließlich arbeiten immer mehr Reporter frei und sind nicht selten gezwungen, fehlende Budgets durch Idealismus auszugleichen. Sollen wir eine weitere Kategorie einführen und den "Freien Reporter des Jahres" auszeichnen?
Am 18. Januar trifft sich unser kleiner Verein zur Jahreshauptversammlung, dann diskutieren wir noch einmal.
Bis dahin freuen wir uns über Ihre Anregungen!
Ariel Hauptmeier

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Ariel Hauptmeier


Ariel Hauptmeier ist Redakteur bei "Geo" und einer der Gründer des Reporter-Forums. Er hat Germanistik und Philosophie studiert, die Henri-Nannen-Schule besucht und fünf Jahre lang als freier Autor die Welt durchstreift, ehe er 2005 zu "Geo" ging. Er gibt leidenschaftlich gern Schreibseminare, an den Unis Berlin, Hildesheim, Hamburg und anderswo.
erschienen in:
###ARTICLE_PUBLISHER###,
am 15.12.2009
Der Reporterpreis 2009 ist vergeben, nun planen wir 2010. Was hat Ihnen gefallen? Was sollen wir verbessern? Am 18. Januar trifft sich unser kleiner Verein zur Jahreshauptversammlung, dann diskutieren wir noch einmal.Bis dahin freuen wir uns über Ihre Anregungen!

 

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