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27.03.17

Wie man's macht

 „Küchenkreis für bessere Texte

Sie nennen sich „Küchenkreis“, aber es geht um mehr als Essen und Plaudern. Seit einem Jahr treffen sich acht Journalisten von Brigitte, Stern, Zeit und Geo, um nachzuholen, was im Redaktionsalltag manchmal zu kurz kommt: Sich Austauschen und Ausprobieren – ohne Konkurrenzdruck. Hauke Friederichs sprach für das Reporter-Forum mit den Brigitte-Redakteurinnen Tinka Dippel und Silke Stuck; das vollständige Interview und zwei weitere Texte über den Nutzen der gemeinsamen Textarbeit können Sie rechts herunterladen.

Reporter-Forum: Reporter gelten als Einzelkämpfer. Warum der Küchenkreis?

Tinka Dippel: Wahrscheinlich haben wir gemerkt, dass wir gar keine Einzelkämpfer sind. Wir haben öfter über gute Einstiege gesprochen und darüber, wie man Geschichten aufbauen sollte. Aber immer nur zwischen Tür und Angel.

Silke Stuck: Und wir haben den Austausch auf Augenhöhe mit Kollegen vermisst. Dass man offen eingestehen kann, an einer Stelle nicht weiter zu kommen. Zum Ressortleiter kann man nicht mit Stückwerk gehen und das einfach mal zeigen. Dass wir uns alle sehr mögen, noch mehr durch unsere regelmäßigen Treffen, ist eine nette Begleiterscheinung.

Ist in einem solch netten Klima überhaupt eine ehrliche Kritik möglich?

Stuck: Klar, wir kritisieren uns durchaus hart. Aber der Ton ist immer angenehm. Und wir vertrauen uns mittlerweile sehr.

Dippel: Kritik in der Redaktion zu äußern ist heikel. Es gibt immer Kollegen, die das persönlich nehmen. Die Gefahr besteht bei uns nicht. Wir müssen uns keine Samthandschuhe anziehen. So eine Sache funktioniert nur, wenn alle Kritik annehmen können.

Was läuft bei Textbesprechungen im Küchenkreis anders als in der Redaktion?

Dippel: In der Redaktion greift bei solchen Diskussionen schnell der Pragmatismus. Irgendwann fordern die Kollegen: mach den Text endlich fertig. Also geht man den Weg des geringsten Widerstandes und schreibt einen Text, den man sicher durch alle Instanzen bekommt. Dabei hat man ja eigentlich den Anspruch, die Schreibe weiterzuentwickeln und mal eine ganz neue Herangehensweise auszuprobieren.

(...)

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Dokumente
Interview mit dem Küchenkreis (pdf)

erschienen in:
Reporter-Forum,
am 01.02.2008

Mehr über den Nutzen von Reportage-Gruppen:

Bob Batz
(Pittsburgh Post-Gazette):
Starting a Narrative Cell

David Hertz
(Akron Beacon Journal):
The Akron Beacon Journal's Narrative Group

 

Kommentare

Olga, 15.12.2014, 17:16 Uhr:

Goto thirtysevenyears.com, and look at the tmnibuahl images of the posters on the right. See how big the word Liberal appears? Now click on the poster: see how SMALL the word Liberal appears? Maybe a last-minute change to the posters, but not to the tmnibuahls.Why reduce the size of the word Liberal? Are they embarrassed of their brand name? Distancing themselves from Dion's Liberals? This is an honest question, as I'm a Quebecer who has been very loosely following the Alberta election campaign. Don't know much about Alberta politics.(The exception is the top poster. Guess the marketing people forgot to change that one.)

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