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Wie man's macht

Alexander Smoltczyk „Das Hemd des toten Weißen

Über diese Reportage hat Alexander Smoltczyk auf dem Reporter-Workshop 2007 gesprochen.

Kleiderspenden gilt als Wohltat, aber es ist auch ein Geschäft von zweifelhaftem Ruf. Auf dem langen Weg einer Bluse von Hamburg nach Ostafrika begegnet man hanseatischen Kleidersammlern, indischen Kaufleuten und afrikanischen Planwirtschaftlern.

Mitumba ist Kisuaheli. Es bedeutet "Ballen" oder auch: Kleiderballen. Mitumba, das sind die zigtausend Container, die Millionen getragener T-Shirts, Schlüpfer, Jeans und Hemden aus dem Norden, die über Afrika hereinbrechen, mit der Regelmäßigkeit von Dürren, von Heuschreckenplagen oder Kriegen.

Mitumba ist der globale Altkleidermarkt. In Afrika sagen die Menschen zu den Ballen auch "Kleider des toten weißen Mannes". Weil sie sich nicht vorstellen können, dass jemand zu Lebzeiten Kleider fortgibt, die noch brauchbar sind.

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Alexander Smoltczyk


Alexander Smoltczyk, geboren 1958, Studium der Volkswirtschaft, Philosophie und Landwirtschaft. Redakteur und Reporter für die taz (Frankreich-Korrespondent), Geo, Wochenpost und Merian, ab 1996 Reporter beim SPIEGEL. Seit 2005 lebt er als Italien- und Vatikankorrespondent in Rom. Smoltczyk hat mehrer Bücher veröffentlicht und zahlreiche Journalistenpreise erhalten, unter anderem zwei Kisch-Preise und einen Henri-Nannen-Preis. Seit Mai 2007 schreibt Smoltczyk wöchentlich Deutschlands erstes Vatikan-Blog „Uups! – et orbi“.
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Dokumente
Das Hemd des toten Weißen

erschienen in:
Der Spiegel,
am 01.01.1970

 

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