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19.11.17

Wie man's macht

Johanna Romberg „Die neuen Sorgenkinder?

Über diese Reportage hat Johanna Romberg auf dem Reporter-Workshop 2007 gesprochen. Sie finden ihren Vortrag als Download unter der Rubrik "Audios".

Ein richtiger Junge - wie sieht der eigentlich aus? Stark soll er sein, aber kein Rambo. Sensibel soll er sein, aber keine Heulsuse. Aktiv soll er sein, ohne als Zappelphilipp aufzufallen. Die Erziehung von Jungen war schon immer eine Gratwanderung, und heute ist sie es mehr denn je: weil sich bei Pädagogen und Psychologen die Erkenntnis durchsetzt, dass Jungen nicht das 'starke Geschlecht' sind, für das man sie lange gehalten hat.

Er heißt Thomas, genannt Tom, und er ist ein ziemliches Früchtchen. Nicht nur,
dass er heimlich raucht und die Schule schwänzt, er baggert auch seine Klassenkameradinnen an, und wenn ihm jemandes Nase nicht passt, dann  schlägt er sie schon mal blutig. Er quält die Hauskatze, indem er ihr, nur so zum Spaß, scharf schmeckendes Schmerzmittel einflößt, und er reißt immer wieder von zu Hause aus - unter anderem, um auf dem örtlichen Friedhof sinistre Beschwörungsrituale mit dem Sohn eines stadtbekannten Säufers zu zelebrieren.

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Johanna Romberg


Johanna Romberg stammt aus dem Ruhrgebiet. Nach ihrem Studium (Schulmusik und Hispanistik in Köln und Sevilla) arbeitete sie als freie Musikkritikerin und Lokalreporterin bei der Neuen Ruhr/Neuen Rhein Zeitung in Essen. Sie besuchte den fünften Lehrgang der Henri-Nannen-Schule, wechselte danach in die Kulturredaktion des „Stern“. Seit 1987 ist sie Mitglied der Redaktion GEO. Für ihre erste Reportage – Thema: die Emscher – erhielt sie den Egon-Erwin-Kisch-Preis (2.Preis) 1987, einen weiteren (3.Preis) 1993 für eine Reportage über eine Moskauer Gemeinschaftswohnung. Ihr Bericht über den ersten GEO-Tag der Artenvielfalt wurde 2000 mit einem internationalen Preis der Reuters Foundation ausgezeichnet. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind, außer Porträts und Reportagen, Wissenschaftsreports und Essays – etwa über die Entwicklungspsychologie, menschliches Versagen, die Alltagskultur des Singens und, in GEO 12/08, über „moralischen Konsum“. Johanna Romberg lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen bei Hamburg.
Dokumente
Die neuen Sorgenkinder?

erschienen in:
###ARTICLE_PUBLISHER###,
am 01.01.1970

 

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