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19.11.17

Wie man's macht

Matthias Geyer „Der ewige Guido

Über diese Reportage hat Matthias Geyer auf dem Reporter-Workshop 2007 gesprochen. Sie finden seinen Vortrag als Download unter der Rubrik "Audios".

Der Tod von Jürgen W. Möllemann habe ihn in eine Lebenskrise gestürzt. Er wolle nicht so werden wie sein einstiger Weggefährte. Deswegen hat sich der größte Rollenspieler der deutschen Politik eine andere Rolle ausgedacht: Der neue Westerwelle soll endlich der wahre sein.

Es ist schon dunkel geworden in Berlin, als unten auf der Straße ein silberner BMW hält. Aus dem Fond steigt ein Mann, der es eilig hat. Er trägt einen dunklen Anzug und einen dunklen Mantel, in der Hand hält er eine Aktentasche. Er verschwindet in einem Hauseingang.

Er braucht nicht lange, dann hat er sich verwandelt. Zehn Minuten später öffnet er seine Wohnungstür, er hat jetzt eine Strickjacke an, eine Cordhose und dicke Socken mit Gumminoppen. Er hat Tee gekocht. Kandiszucker steht auf dem Tisch. Auf einem Teller liegt klein geschnittener Kuchen, links Käsekuchen, rechts Schokokuchen. Im Kamin brennen drei Kerzen, "es ist noch nicht kalt genug für richtiges Holz", sagt er, aber die Kerzen seien ja auch schön. Man fragt sich, wo der Mann im dunklen Anzug geblieben ist.

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Matthias Geyer


Matthias Geyer, Jahrgang 1962, arbeitet seit 1989 für den "Spiegel", zunächst im Sport, später als politischer Reporter in Berlin. Seit 2006 leitet er das Ressort Gesellschaft/ Reportagen. Ausgezeichnet u.a. mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis und dem Henri-Nannen-Preis.
Dokumente
Der ewige Guido

erschienen in:
Der Spiegel,
am 01.12.2003

 

Kommentare

Aneisha, 25.04.2016, 02:11 Uhr:

Woot, I will cenrlitay put this to good use!

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