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Wie man's macht

Dirk Kurbjuweit „Elder Salesman

Über diese Reportage hat Dirk Kurbjuweit auf dem Reporter-Workshop 2008 gesprochen.

Weil Gerhard Schröder die Geschäfte über alles gehen, fällt er als Elder Statesman aus.

Gerhard Schröder fehlt. Er fehlt, obwohl er da vorn am Pult steht und mit katerhaftem Behagen redet wie eh und je. Hier ein Witz, dort eine kleine Bosheit, dazwischen das vertraute Zähneblecken und Nasezupfen.

Aber ist das wirklich Gerhard Schröder, der Altkanzler, der ehemalige Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands? Nein, er ist es nicht. Da steht die Schröder GmbH, gegründet 2005, ein internationales Kleinunternehmen zur Anbahnung und Vertiefung von Geschäften. Der Altkanzler ist darin verlorengegangen.

Schröder steht 147 Meter über der Erde, im Panoramacafé des Stuttgarter Fernsehturms. Es ist Donnerstag vergangener Woche, 19.30 Uhr. Schröder redet, weil Audi ihn eingeladen hat. Ein paar Dutzend Leute sind gekommen, Anzüge, Kostüme. Es gibt Sekt, Wein, Häppchen. Schröders Thema: "Die Bedeutung der Beziehungen zu Russland für Frieden und Sicherheit in Europa". Ein gutes Thema.

Es ist eines der großen Themen dieser Zeit: Wie umgehen mit autoritären Staaten, von denen Deutschland ökonomisch abhängig ist? Wie umgehen mit dem Wirtschaftsriesen China, wie umgehen mit den Rohstoffriesen Russland oder Saudi-Arabien?

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Dirk Kurbjuweit


Dirk Kurbjuweit, geboren am 3. November 1962 in Wiesbaden. Abitur 1982 in Essen, Zivildienst in einem Pflegeheim der Arbeiterwohlfahrt Essen, Kölner Journalistenschule, Studium der Volkswirtschaft in Köln, Diplom im Herbst 1989. Redakteur der ZEIT von 1990 bis 1999, Reporter beim SPIEGEL von Herbst 1999 bis Sommer 2007, Büroleiter beim SPIEGEL in Berlin seit Sommer 2007. Kurbjuweit ist verheiratet und hat zwei Kinder. Egon-Erwin-Kisch-Preis für die beste Reportage 1998 und 2002
Dokumente
Elder Salesman

erschienen in:
Der Spiegel,
am 01.01.1970

 

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