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23.02.18

Daphne Caruana Galizia - Stipendium



Liebe Freunde des Reporter-Forums,

insgesamt 5675,52 Euro wurden während der Preisverleihung des Deutschen Reporterpreises 2017 und im Anschluss von Ihnen für das Galizia-Stipendium gespendet. Dafür unseren herzlichen Dank!

Diese Spendengelder fließen jetzt in das Galizia-Stipendium ein, das wir ab heute ausschreiben.

Hintergrund:
Am 11. Dezember 2017 hat das Reporter-Forum im Rahmen des Deutschen Reporterpreises 2017 einen Ehrenpreis an Daphne Caruana Galizia vergeben. Die maltesische Bloggerin und Journalistin war für ihre investigativen Leistungen bekannt. Die 53-Jährige hatte sich zuletzt mit den Panama Papers beschäftigt und musste dafür mit ihrem Leben bezahlen: Sie wurde am 16. Oktober 2017 durch einen Anschlag mit einer Autobombe getötet.

Ausschreibung:

Wir rufen dazu auf, ein Porträt über Daphne Caruana Galizia und ihre journalistische Arbeit in Text oder Film zu erstellen, für Print, Online oder TV. Das Stipendium soll die Recherche finanzieren.

Teilnahme:

  1. Es können sich freie und angestellte JournalistInnen bewerben, die in deutscher Sprache publizieren.
  2. Pro Person ist nur ein Antrag auf ein Recherche-Stipendium zugelassen.
  3. Die Bewerbung erfolgt ausschließlich schriftlich und in deutscher Sprache.
  4. Das Stipendium in Höhe von 6.000 Euro muss zur Verwirklichung des eingereichten Vorschlags verwendet werden.
  5. Das Porträt über Daphne Caruana Galizia muss in deutscher Sprache veröffentlicht werden.

Bewerbung:
Um sich für das „Galizia-Stipendium“ zu bewerben, füllen Sie bitte das Antragsformular aus und senden uns dieses per E-Mail in einem einzigen PDF zu (kontakt[at]reporter-forum[punkt]de).

Sie erhalten bei erfolgreichem Eingang Ihrer Bewerbung eine Bestätigungs-E-Mail. Sollten Sie keine bekommen, melden Sie sich bitte noch einmal bei uns.

Bewerbungsfrist:

Die Bewerbungsfrist endet am 07.02.2018, 24 Uhr

Höhe des Stipendiums:

Der Gewinner/die Gewinnerin erhält ein Recherche-Stipendium mit einer maximalen Gesamtsumme von 6.000 Euro (inklusive aller Steuern und Abgaben).

Die erste Hälfte des Stipendiums wird sofort ausgezahlt, die zweite Hälfte nach einem ersten Recherchebericht, zu dem Belege über die Kosten eingereicht werden.

Auswahlverfahren:

Die Entscheidung über die Vergabe des Stipendiums trifft der Vorstand des Vereins Reporter-Forums e.V. in Abstimmung mit den erfahrenen JournalistInnen Friedrich Küppersbusch (TV-Produzent), Vera Schroeder (Süddeutsche Zeitung), Dirk Kurbjuweit (Der Spiegel) und Sylke Gruhnwald (Die Republik) sowie den drei Söhnen von Daphne Caruana Galizia: Matthew, Paul und Andrew Caruana Galizia.

Antragsformular (Download)


Viel Glück!



Ehrenpreis / Spendenaktion für Daphne Caruana Galizia

©Daniel Wolcke



Liebe Kolleginnen und Kollegen,

der Deutsche Reporterpreis 2017 ist vorüber und wir blicken zurück auf eine denkwürdige Preisverleihung und ein rauschendes Fest. Wir freuen uns mit allen Gewinnern und möchten uns bei allen Beteiligten und allen Gästen für diesen wunderbaren Abend bedanken!

Auch möchten wir noch einmal auf den Ehrenpreis hinweisen, mit dem wir der maltesischen Journalistin und Bloggerin Daphne Caruana Galizia gedacht haben, die im Oktober durch ein Attentat mit einer Autobombe getötet worden war. Günter Wallraff hielt auf der Preisverleihung eine bewegende Laudatio, anschließend übergab er den Ehrenpreis an Galizias Söhne, die von ihrem geheim gehaltenen Aufenthaltsort nach Berlin gekommen waren.

Wir haben ein Stipendium ausgeschrieben: Wir rufen dazu auf, ein Porträt über Daphne Caruana Galizia und ihre journalistische Arbeit in Text oder Film zu erstellen. Die Spendengelder, die wir nun einsammeln, fließen direkt in das Stipendium.

Deshalb: Helfen Sie mit einer Spende und tragen Sie so dazu bei, dass Daphne Caruana Galizia und ihre investigativen Leistungen gewürdigt werden. Jeder Betrag hilft!

Wer spenden möchte, überweise bitte bis zum 31.12.2017 unter dem Stichwort "Spende Galizia" einen frei wählbaren Geldbetrag auf das Konto des Reporter-Forums bei der Hamburger Sparkasse:
IBAN DE97200505501082210699


Herzlichen Dank!



Web-Akademie für Journalismus gegründet



Seit einigen Monaten basteln wir und andere an einem größenwahnsinnigen Projekt: wir bauen im Netz eine Web-Akademie des Journalismus auf, für Nicht-Journalisten und Journalisten. Sie heißt „Reporterfabrik“ und hat vier Ziele: Grundlagen des journalistischen Handwerks vermitteln, die Funktionsweise von sozialen und klassischen Medien durchschaubar machen, Versuche der Desinformation erkennbar machen, Fortbildung und Erfahrungsaustausch von Journalisten.

Es ist der Versuch, die aufklärerische, konstruktive, solidarische Vision des Netzes zu verteidigen gegen die dunkle Seite, gegen Hass, Fake-News, Desinformationen und Trash, eine Plattform zu schaffen für eine redaktionelle Gesellschaft, in der Vierte und Fünfte Gewalt nicht gegeneinander arbeiten, sondern miteinander recherchieren, kritisieren, aufklären. Reporterforum und Correctiv sind die Träger des Projekts, der Kreis der Unterstützer reicht von Chefredakteuren wie Giovanni di Lorenzo („Die Zeit“), Klaus Brinkbäumer („Der Spiegel“), Christian Lindner („Rhein-Zeitung“), Mathias Müller von Blumencron („FAZ“), Wolfgang Krach („Süddeutsche Zeitung“) bis zu Bloggern wie Richard Gutjahr oder Netzjournalisten wie Teresa Bücker („Edition F“) oder Constantin Seibt (Projekt R); vom Telekom-Vorstand Claudia Nemat bis zur Schriftstellerin Doris Dörrie; vom Medienunternehmer Sebastian Turner bis zu den Professoren Dr. Christoph Meinel (Hasso-Plattner-Institut), Dr. Bernhard Pörksen (Uni Tübingen), Dr. Sönke Knutzen (Hamburg Open Online University) und dem Leiter der Henri-Nannen-Schule, Andreas Wolfers; von den TV-Moderatoren Claus Kleber (ZDF) und Armin Wolf (ORF) bis zur Werbeunternehmerin Karen Heumann (Thjnk) und der CEO Julia Jäkel (Gruner+Jahr).

Wir wollen mit Journalistenschulen und Volkshochschulen kooperieren. In dieser Phase sind wir damit beschäftigt, die nötigen Gelder aufzutreiben und mit eLearning-Spezialisten die Tools der Reporterfabrik zu entwickeln.

Wer glaubt, durch spezielle Kenntnisse, journalistische oder pädagogische Kompetenz einen Beitrag leisten zu können, bitte melden, bei Cordt Schnibben oder David Schraven, beim Reporterforum oder bei Correctiv. Und bitte das Konzept teilen!


HIER geht es zum Konzept, Link bitte teilen: bit.ly/2jkHofK





Die besten Reportagen des Reporterpreises als Buch



Seit 2009 vergibt das Reporter-Forum den Deutschen Reporterpreis. Jetzt ist in Kooperation mit dem Ankerherz Verlag ein Buch mit preisgekrönten Reportagen entstanden. Es trägt den Titel "Ins Herz der Welt" und bringt einige der besten Reporter zusammen, die in den letzten Jahren mit dem Reporterpreis ausgezeichnet worden sind. 

Aus dem Vorwort:

"Gute Reportagen fangen die Zeit ein, sehr gute Reportagen frieren die Zeit ein, und wenn man sie auftaut, Jahre später, dann sind sie immer noch so wahr, wie sie waren, als sie geschrieben wurden. Seit 2009 vergibt das Reporter-Forum den Deutschen Reporterpreis, in acht Kategorien werden die besten Reportagen, Essays und Interviews ausgezeichnet.
Die besten Reportagen der sechs Jahre sind in diesem Buch versammelt, nicht nur, weil sie gut geschrieben sind, auch, weil sie große Geschichten erzählen, die es wert sind, wieder aufgetaut zu werden. Einen Moment der Wahrheit einzufangen und einzufrieren, der etwas Wichtiges erzählt über die Menschen, über die Geschichte, über die Welt, das ist die Aufgabe der Reportage und das verbindet diese Texte.
Martin Walser hat über Reportagen geschrieben, sie lieferten eine „Tatsachennähe, die nicht zur Meinung schrumpft, sondern zur Erfahrung wird“, besser kann man nicht sagen, was eine gute Reportage leisten muss. Jede gute Reportage beginnt mit guter Recherche, nicht nur schöne Sprache macht eine Reportage gut, sondern die Geschichte, die mit der schönen Sprache erzählt wird.

[...]

Gibt es große Trends in der Entwicklung der Reportage? Ja, vier Trends verändern die Reportage, machen sie noch interessanter und vielseitiger. Zum Ersten: Die Entdecker sind dabei, die Tautologen zu verdrängen. Die Tautologen, das sind die Edelfedern und die Schönschreiber, die glauben, allein die Kraft ihrer Sprache reicht, um immer wieder dieselben Geschichten erzählen zu können, vom Tod, vom Verbrechen, vom Alkohol, Geschichten aus dem Altersheim, dem Arbeitsamt, der Bahnhofsmission, also diese Sozialreportagen, die heute jeder Computer von allein schreiben kann. Lange saß ich in der Jury des Egon-Erwin-Kisch-Preises und konnte in den letzten beiden Jahrzehnten beobachten, wie sich unter den besten Reportern der Republik immer mehr Entdecker profilierten, Reporter also, die an ihre Texte kommen durch einen investigativen Spürsinn für das Unerzählte.
Das ist der heroische Impetus der Reporter: Man will dort sein, wo sich die Gischt der Geschichte bricht. Kisch hat damals vom gesellschaftlichen Experiment in der Sowjetunion erzählt, aus dem dynamischen Amerika, vom Aufbruch in Asien, und heute ist Asien wieder ein großer Steinbruch für Geschichten, aber auch die Hirnforschung oder die Finanzwelt.
Die Sujets vieler Reportagen stammen noch aus der guten alten Männerwelt: Boxen, Krieg, Industriekapitäne, und es gibt immer noch wesentlich mehr Reporter als Reporterinnen. Aber, zweitens, das ändert sich. Denn Frauen haben bessere Voraussetzungen für den Beruf des Reporters, jeder Mann erzählt seine Geschichte lieber einer Frau, und jede Frau doch sowieso. Wir haben viele Reporterinnen, die in Krisengebiete wollen. Derzeit werden in den Journalistenschulen zwei Drittel Frauen aufgenommen und nur ein Drittel Männer.
Der Mythos will ja, dass der Reporter der Einzelgänger ist, der lonesome cowboy, auch das, drittens, ändert sich. Wir haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht, ein sehr großes Thema wie den 11. September, den Irakkrieg oder die Finanzkrise im Team zu erzählen, weil nur so die Widersprüchlichkeit der Wirklichkeit erzählt werden konnte. Der durch die Welt ziehende einsame Cowboy ist da überfordert. Die moderne Reportage braucht die Gang und den Einzelgänger.
Der Leser will die Authentizität, die aus gelebter Zeitzeugenschaft resultiert. Ein Reporter soll mir als denkende Kamera vermitteln, was er erlebt hat, sodass ich das Gefühl habe, dabei gewesen zu sein. Das ist wie bei einem Unfall, den man im Vorbeifahren sieht: Man will alles wissen, Teil werden eines Vorgangs, der eigentlich schon abgeschlossen ist. Um Texte zu schreiben, die für Leser zur Erfahrung werden können, muss der Reporter ihm wie eine denkende Kamera Wirklichkeit vermitteln. Das Wort war dabei immer der Stolz des Reporters, dann kamen Fotos dazu, zunächst misstrauisch betrachtet vom Reporter, weil er sein Handwerk bedrängt und bedroht sah. Bald musste der schreibende Reporter mitansehen, wie ein mächtiger Konkurrent ihm die Leser stahl: der filmende Reporter des Fernsehens, der vieles konnte, was das gedruckte Wort nicht kann.
Und gerade erleben wir, viertens, die nächste kühne Stufe in der Evolution des Reporters: Die Digitalisierung des Journalismus verändert ihn, sein Handwerk, meinetwegen auch seine Kunst, auf revolutionäre Weise. Wenn der Reporter das Netz nicht als Bedrohung sieht, sondern als Herausforderung, dann kann er erzählen wie kein Reporter vor ihm. Er kann Wort, Foto und Video so mischen, dass für den Leser und Betrachter Wirklichkeit vielschichtiger wirksam wird als je zuvor.

[...]

Reporter aller Länder, schreibt um euer Leben, verändert euch! Ihr geht spannenden, stürmischen, ruhmreichen Zeiten entgegen, wenn eure Texte herausragen aus dem Brei all jener Reportägchen, die sich so ähneln wie ein Big Whopper dem anderen. Herausragende Texte zur Diskussion zu stellen, das ist der eigentliche Sinn des Deutschen Reporterpreises, weil wir daran glauben, dass das gute Beispiel der beste Weg ist zu besserem Journalismus, und zu Zeitungen, Zeitschriften und Websites, die so viele Leser finden, wie sie verdienen."


Neugierig geworden?


Hier geht's zum Buch: 


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Das Reporter-Forum ist eine Bürgerinitiative für guten Journalismus.

Es wird unterstützt vom Augustinum und der Robert Bosch Stiftung.

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Termine 2018



Anfang Mai
Anmeldung
Reporter-Workshop 2018

15./16. Juni
Reporter-Workshop 2018
beim SPIEGEL 

Anfang September
Ausschreibung 
Deutscher Reporterpreis 2018

3. Dezember
Verleihung
Deutscher Reporterpreis 2018



Masterclass Wissenschaftsjournalismus


Vor einem Jahr haben die Robert Bosch Stiftung und das Reporter-Forum die Masterclass Wissenschaftsjournalismus ins Leben gerufen. Gemeinsam wollten wir ausloten, wie sich komplexe Wissenschaftsthemen auf neue Art erzählen lassen. Zehn Reporter-Teams, ausgewählt von einer Jury,
erhielten Recherche-Stipendien. Referenten mit internationalem Renommee schulten sie in multimedialem Storytelling, dann machten sie sich ans Werk, unterstützt vom Leiter der Masterclass, dem Wissenschaftsautoren Christian Schwägerl.

Jetzt sind die zehn Arbeiten fertig. Wir möchten Sie einladen, sie in Augenschein zu nehmen, auf dieser eigens gebauten Seite: HIER.



 

Kontakt: Reporter Forum e.V. | Sierichstr. 171 | 22299 Hamburg