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13.12.17

Deutscher Reporterpreis 2017 in Berlin verliehen

©Daniel Wolcke



Wer dabei war, wird es nicht vergessen: Als Undercover-Urgestein Günter Wallraff gegen das Kartell der Korrupten auf Malta wetterte. Als Moderator Claus Kleber die drei Söhne der ermordeten Bloggerin Daphne Galizia auf die Bühne bat. Als sie die Stufen hinauf tappten, betäubt von Trauer. Als das Publikum aufstand und minutenlang applaudierte – da war Vielen im Raum klar, wie viel plötzlich auch in Europa auf dem Spiel steht, dass wir Journalisten nur gemeinsam bestehen werden, dass wir nicht aufhören dürfen, die Schattenwelt des dunklen Geldes mit unseren Recherchen auszuleuchten. Die drei Söhne von Daphne Galizia waren von ihrem geheim gehaltenen Aufenthaltsort nach Berlin gekommen, um den Ehrenpreis für investigative Recherche entgegenzunehmen.

Es war eine festliche Gala, größer als in den Vorjahren und erstmals im Tipi am Kanzleramt, inmitten des Berliner Regierungsviertels. Zum 9. Mal ist der Deutsche Reporterpreis am Montagabend verliehen worden, der Preis von Journalisten für Journalisten. Aus guter Tradition hielt Cordt Schnibben die Eröffnungsrede – und stellte darin die Reporterfabrik vor, die „Journalistenschule für alle“, die 2018 an den Start gehen wird. Denn, so Schnibbens Beobachtung: „Nie zuvor war die veröffentlichte Meinung vielfältiger. Nie zuvor war die veröffentlichte Meinung unqualifizierter.“ Die Reporterfabrik soll gegensteuern: Mit Online-Tutorials und Werkstätten quer durchs Land. 

Beste Reportage:
Die Trophäe für die „Beste Reportage“ – einen stilisierten, an beiden Seiten heruntergekürzten Bleistift aus schwerem Messing – sicherte sich 2017 „Spiegel“-Reporter Markus Feldenkirchen mit "Mannomannomann". Er hatte den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz über Monate im Wahlkampf begleitet, hatte – „all access“ – an zig internen Treffen des Kampagnen-Teams teilnehmen dürfen. Und verdichtete sein umfangreiches Material dann zu einem „historischen Dokument, das Einblick gibt in den Zustand der Politik in unserer Gesellschaft“, so Laudator Sascha Lobo.

Beste Wissenschaftsreportage:
Den Titel für die „Beste Wissenschaftsreportage“ nahm „Zeit“-Reporter Björn Stephan mit nach Hause. Für sein ebenso ausrecherchiertes wie unterhaltsames Stück „"Armer Hund“. Stephan beschreibt, wie absurd es ist, dass wir Deutschen „reine“ und zugleich kranke Rassehunde qualzüchten, allen voran den Mops. Und fragt, was die übersteigerte Tierliebe bedeutet. Welche Ängste kompensieren wir damit? Verzärtelt der Mensch den Hund, auch um sich freizukaufen von der Schuld, sich um das Wohlergehen von Millionen Schlachttieren kaum einen Dreck zu scheren?

Hauptstadt-Preis:
Mit dem „Hauptstadt-Preis“ werden künftig Reportagen ausgezeichnet, die um innerpolitische Themen kreisen, die kühn und schlau Politikern und Beamten auf die Finger schauen. Im ersten Jahr wird der Preis geteilt. Beide Siegertexte sind im „Spiegel“ erschienen. In „Made in Germany“ – die Autoren sind Ullrich Fichtner, André Geicke, Matthias Geyer und Andreas Wassermann – wird ein weiteres Mal das Desaster um den Hauptstadtflughafen BER analysiert. Und doch, rief Laudator Ulrich Matthes dem Publikum emphatisch zu, habe er erst in diesem Text verstanden, wie es zu der unfassbaren Pannenserie kam. Und wer die Schuldigen sind. Ebenfalls auf dem Siegertreppchen: Britta Stuff mit ihrem meisterhaften Text „Wo ist Hintze?“ über den 2016 verstorbenen CDU-Generalsekretär Peter Hintze. Viele haben Hintze als schroff und besserwisserisch in Erinnerung. Britta Stuff zeigt, wie wichtig er war für den inneren Zusammenhalt der Christdemokraten. Ein ungewöhnlicher Text, changierend zwischen Nachruf und Porträt. 

Beste Kulturkritik:
Der Preis für die „Beste Kulturkritik“ geht an den „Zeit“-Redakteur Hanno Rauterberg. In seinem Stück „Tanz der Tugendwächter“ erzählt er von Gemälden, die aus Museen entfernt werden müssen, weil sie religiöse oder moralische Gefühle verletzen. Fragt, was das für eine "Betroffenenkunst" ist, die auch auf der jüngsten Documenta zu sehen war. Rauterberg: „Was bis eben noch autonom war, soll kuschen. Was als radikal galt, soll beschnitten werden. Plötzlich sind Respekt und Rücksicht gefragt.“ Und weiter: „Eine Kunst, die im Grunde keine Kunst mehr sein will, sondern Belehrung, endet rasch in der Bigotterie.“

Bester Essay:
Auch der „Beste Essay“ kreist um das Thema Political Correctness - es spielte nicht zuletzt bei der Wahl von US-Präsident Trump eine wichtige Rolle. In „Das PC-Monster“ beschreibt Philipp Oehmke, „Spiegel“-Korrespondent in New York, wie an den Universitäten des Landes den Studierenden längst nicht mehr alle Wahrheiten zugemutet werden. Von „Trigger Warnings“ ist plötzlich die Rede, von „Safe Spaces“. Dabei hat alles einmal ganz anders begonnen. Wie konnte Politische Korrektheit von einem Projekt der Gegenkultur, in dem Minderheitenperspektiven zuallererst zugelassen werden, zu einem Projekt der Bildungselite werden? Wo hat PC zu mehr Freiheit geführt - und wo zu mehr Unfreiheit?

Beste Lokalreportage:
1997 geschah in Beutelbach auf der Schwäbischen Alp eines jener unfassbaren Verbrechen, die monatelang für Schlagzeilen sorgen: Pflegeeltern ließen ein Kind verhungern, der Bruder überlebte knapp. 19 Jahre später trifft Peter Schwarz, Reporter beim Zeitungsverlag Waiblingen, den „Verlorenen“ zu intensiven Gesprächen - und stößt auf einen jungen Mann, dessen Katastrophe nie aufgehört hat. "Die Beine sind ihm krumm gewachsen, Spätfolgen der Unterernährung. Er neigt dazu, H-Milch zu horten, die Tetrapacks reihen sich auf in Reih und Glied wie eine Armee, die gegen den Hunger beschützt." Selbst in überregionalen Medien würde dieser Text auffallen - in einer Kleinstadt ragt er heraus. Fand die Jury. Und zeichnete Peter Schwarz' Text "Der Verlorene" als "Beste Lokalreportage" aus.

Bestes Interview:
Der Preis für das „Beste Interview“ geht an Steffen Dobbert von „Zeit Online“. Er hat in Brüssel den britischen UKIP-Leitwolf Nigel Farage getroffen und mit seinen Fragen so beharrlich nachgebohrt, dass Farages Pressesprecher das Interview erst mehrfach unterbrach – und den Reporter schließlich vor die Tür setzte. Entlarvend ist es trotzdem – weil Dobbert so beharrlich nachbohrt. Warum weigert sich Farage so hartnäckig, über seine Verbindungen zu Wikileaks und nach Russland reden? Das Gespräch trägt den Titel „Sie werden mich für immer hassen“. Und ist, so die Jury, ein exzellentes Beispiel für die hier und da reichlich aus der Mode gekommene Tugend des journalistischen Insistierens.

Bester freier Reporter:

Als „Beste freie Reporterin“ wurde die Berliner Autorin Emilia Smechowski ausgezeichnet. In „Der Anpasser“ hat sie für das „SZ-Magazin“ Paul Ziemiak porträtiert, den erstaunlich sympathischen Vorsitzenden der Jungen Union. 15 Mal hat Smechowski den aufstrebenden Politiker getroffen, der wie sie selbst polnische Wurzeln hat - und lotet fair und differenziert seine Bruchlinien aus. Ein Aussiedlerkind, das gegen Migranten wettert? Ein Mann, der für seinen Sohn die doppelte Staatsbürgerschaft fordert, sie "den Türken" aber vorenthalten will - und fortwährend, wie so viele Einwanderer, zwischen den Polen Selbstverleugnung über Überanpassung oszilliert. --- Eine lobende Erwähnung geht an die Berliner Reporterin Lena Niethammer. Sie hat in diesem Jahr das Kunststück fertiggebracht, quer durch die Kategorien mit sagenhaften vier Texten für den Reporterpreis nominiert gewesen zu sein. Ihr Memoir "Sieht mich jemand?" über einen Mann in Berlin, den sie kennenlernte über Ebay-Kleinanzeigen - "Ich bin einsam und wünsche mir nur eine einzige Person, die mit mir in den Zoo geht" hat die Juroren berührt und erschüttert.

Bestes Web-Video:
Es geht weiter mit den drei Kategorien für besonders gelungene Arbeiten im Netz. Das „Beste Web-Video“, so die Jury, stammt von Michael Ginsburg, Martin Heller und Christiane Wittenbecher von IntoVR, einer Agentur, die journalistische Inhalte für VR-Brillen aufbereitet. Die auslotet, wie nachhaltig man Zuschauer in virtuelle Welten entführen kann. Nicht mehr geht es nur darum, eine Geschichte perfekt zu erzählen - sondern die Zuschauer zum Teil der Geschichte werden zu lassen. Und das gelingt erstaunlich gut. In „Was wollten Sie in Berlin?!“ wird historisch akkurat nachgestellt, wie ein Gefangener in die Stasi-Haftanstalt Berlin-Hohenschönhausen eingeliefert wird, angeschrien und gedemütigt wird, auf Wärter, Vernehmer und Zellennachbarn trifft. Wegweisend!

Datenjournalismus:
In der Kategorie „Datenjournalismus“ gewinnt ein Team von „Zeit-Online“: Sascha Venohr, Christian Bangel, Philip Faigle, Flavio Gortana, Andreas Loos, Fabian Mohr, Julia Speckmeier und Julian Stahnke. Seit dem Machtwechsel in den USA wird auch bei uns die Frage gestellt, ob unsere Gesellschaft von unsichtbaren Gräben durchzogen ist. Wie tief der Graben ist zwischen den Vorwärtsstürmenden und den Abgehängten. Methodisch sauber analysiert „Stadt, Land, Vorurteil“ riesige Datensätze. Immer wieder sind Quizfragen in den Text gewoben, in denen die Autoren uns mit unseren Vorurteilen konfrontieren. Treffen sich Menschen auf dem Dorf öfter mit Freunden? Gehen Menschen in größeren Städten seltener in die Kirche? Schlafen die Menschen auf dem Dorf besser? Na? Wer weiß es?

Multimedia:
Den Preis für die „Beste Multimedia-Reportage“ sichern sich Dominik Osswald, Kaspar Manz, Marc Brupbacher, Olivier Christe, Christian Mülhauser und Urs Wyss vom Online-Team des Zürcher „Tagesanzeigers“. In der Reportage „In eisigen Tiefen“ nutzen sie 360-Grad-Panoramabilder, Videos und Animationen, um uns in das Innerste des Plaine-Morte-Gletschers zu entführen, der sich, bis zu 200 Meter dick, in einem gewaltigen Kessel in den Schweizer Alpen erstreckt, rund 2700 Meter über dem Meer. Stellenweise wirkt das Stück, als habe ein Expeditionsteam von „National Geographic“ über Monate daran gearbeitet. Die Mittel, die das „Tagesanzeiger“-Team zur Verfügung hatte, waren jedoch weitaus bescheidener. Sie machten diesen Nachteil wett durch Engagement - und Können. 

Investigation:

Wer war Anis Amri? Welche Behörden versagten, als es um die Kontrolle des islamistischen „Gefährders“ ging? Warum konnte Amri wieder und wieder untertauchen - und am Ende 12 Menschen auf dem Berliner Weihnachtsmarkt töten? Nur Tage nach dem Anschlag formierte sich ein Rechercheteam der „Zeit“, bestehend aus Mohamed Amjahid, Daniel Müller, Yassin Musharbash, Holger Stark und Fritz Zimmermann, und veröffentlichte bereits Anfang April einen Hintergrundbericht, dessen Ergebnisse bis heute standhalten. „Ein Anschlag ist zu erwarten“, hießt ihr Stück, es gewinnt den Deutschen Reporterpreis 2017 in der Kategorie „Beste Investigation“. ----- Eine lobende Erwähnung vergab die Jury an CORRECTIV für die Recherche „Alte Apotheke". In Bottrop steht der Apotheker Peter S. im Verdacht, Krebsmedikamente gepanscht zu haben. Füllte er Kochsalzlösungen statt Wirkstoff in die Beutel, um sich - den Tod seiner Patienten in Kauf nehmend - hemmungslos zu bereichern? Diesen Fragen ging Correctiv auf vielen Kanälen nach, einer Dokumentation, einem Buch, und nicht zuletzt aus einer Art Pop-Up-Redaktion heraus, direkt neben der Apotheke. Wie schon in den Vorjahren eröffnet CORRECTIV damit neue Perspektiven im Recherche-Journalimus.



Reportage - Die Nominierten

Copyright: Markus Feldenkirchen ©Maurice Weiss; Ulrich Fichtner ©Thomas Rusch; Jana Simon ©Frank Rothe



In den Redaktionen von Zeitungen und Zeitschriften wird der Platz und der Spielraum der Reporter beschnitten, der Preis für die beste Reportage des Jahres soll Ansporn sein für Reporter und Redaktionen, die große Reportage zu recherchieren und zu schreiben, immer wieder neue, unerzählte Geschichten zu entdecken und sie auf ungewöhnliche Art zu erzählen.

Nominiert in der Kategorie "Reportage":

Amrai Coen und Daniel Müller mit "Kampf um den Kornmarkt"; Henning Sußebach mit "Politik, neu entdeckt"; Jana Simon mit "Diese beiden Männer reden den ganzen Tag. So wollen sie das Töten beeenden"; Markus Feldenkirchen mit "Mannomannomann"; Claas Relotius mit "Löwenjungen"; Ullrich Fichtner, Hauke Goos und Martin Hesse mit "Heimatlos"; Jonathan Stock mit "Herr Piepgras macht Politik" und "Eine schönere Welt"; Alexander Smoltczyk mit "Fremdenverkehr"; Barbara Hardinghaus mit "Sieben Jahre"; Patrick Bauer mit "An der Kante"; Lorenz Wagner mit "Nach ihrer Pfeife"; Raphael Geiger mit "Unter Ruinen das Leben"; Jan Christoph Wiechmann mit "Die Revolution frisst ihre Kinder" und "Das letzte Gefecht"; Fabian Federl mit "Portugals Muschelmafia"; Britta Stuff mit "Die Heimsuchung". 



Wissenschaftsreportage - Die Nominierten

Copyright: Björn Stephan ©Maria Feck; Vivian Pasquet ©Benne Ochs; Dialika Neufeld ©Maria Schiffer, Hannes Vollmuth ©Natalie Neomi Isser; Christina Berndt ©Alessandra Schellnegger



Die meist hochkomplizierten Erkenntnisse der Natur- und Gesellschaftswissenschaften einem breiten Publikum so zu erzählen, dass es sich gleichermaßen unterhalten wie informiert fühlt, ist eine Kunst, die wir besonders dann auszeichnen wollen, wenn sie sich aller Formen bedient, die heutzutage dem modernen Erzähler zur Verfügung stehen.

Nominiert in der Kategorie "Wissenschaftsreportage":

Hannes Vollmuth mit "Der Marsianer"; Björn Stephan mit "Armer Hund"; Dialika Neufeld mit "Bumm, bumm, bumm"; Mathias Schneider mit "Wenn der Schlaf dich holt"; Vivian Pasquet mit "Mein Stottern und ich" und "Körper los"; Marco Lauer mit "Wachstumsschmerz"; Patrick Bauer mit "Ein graues Leben"; Christina Berndt mit "Paul sieht rot".



Freier Reporter - Die Nominierten

Copyright: Emilia Smechowski ©Linda Rosa Saal; Johannes Böhme ©Schnetz; Silke Weber ©Malin Schulz



Immer mehr Reporter arbeiten nicht mehr in Redaktionen, der wirtschaftliche Druck hat viele Zeitungen und Zeitschriften veranlasst, kostenaufwendige journalistische Formen auf Freie auszulagern. Sie tragen nun das Risiko aufwändiger Recherche und akribischer Textarbeit, viele von ihnen können sich Reportagen nicht mehr leisten. Sie wollen wir mit dem Preis für den besten freien Reporter ermuntern, weiter an Texten zu arbeiten, die ihnen wichtig sind, auch wenn sie sich vielleicht nicht mehr rechnen.

Nominiert in der Kategorie "Freier Reporter":

Emilia Smechowski mit "Der Anpasser"; Fritz Zimmermann mit "Die unsichtbare Gefahr"; Johannes Böhme mit "Sorgenkinder"; Silke Weber mit "Eine Liebesgeschichte"; Lena Niethammer mit "Sieht mich jemand?"; Julia Amberger mit "Die Queen trägt Dynamit"; Sonja Hartwig mit "Und Adem nahm den Gürtel".



Lokalreportage - Die Nominierten



Reporter in Lokalredaktionen arbeiten unter besonders schwierigen Bedingungen, sie stehen unter Zeit-, Platz- und Kostendruck; sie müssen sich ihre Reportagen erkämpfen gegen widrige Umstände. Umso bemerkenswerter ist die Qualität vieler dieser Reportagen, sie zeigen, dass die Reportagen gerade in den Lokalteilen der Tageszeitungen unverzichtbar sind, weil sie nah dran sind am Leben der Leser und es widerspiegeln. (Wichtig: Bitte in dieser Kategorie nur Reportagen von Lokalzeitungen einreichen.)

Nominiert in der Kategorie "Lokalreportage":

Uta Keseling mit "Einmal Papst und zurück"; Peter Schwarz mit "Der Verlorene"; Anne Fromm mit "Wehe, du kommst!"; Andreas Roth mit "Rechts abgebogen"; Anna Klöpper mit "Macht‘s gut!"; Martin Nejezchleba mit "Er will es nochmal wissen."; Johannes Bebermeier mit "Voll auf die Glocke"; Dietmar Telser mit "Siedlungs-Bande".   



Hauptstadt-Preis - Die Nominierten

Copyright: Ulrich Fichtner ©Thomas Rusch // fehlt: Andreas Wassermann



Der politische Betrieb der Berliner Republik wird von Reportern, Kommentatoren und Essayisten beschrieben und analysiert, in den Texten von Journalisten wie Herbert Riehl-Heyse, Jürgen Leinemann oder Nina Grunenberg wurde deutsche Politik beispielhaft durchsichtig gemacht. In dieser Tradition sollen Texte ausgezeichnet werden, die neue Einsichten und Ansichten auf die Regierungs-, Parlaments- und Behördenarbeit erlauben.

Nominiert in der Kategorie "Hauptstadt-Preis":

Nicola Meier mit "Die erste Frau im Staat"; Britta Stuff mit "Wo ist Hintze?"; Ullrich Fichtner, André Geicke, Matthias Geyer, Andreas Wassermann mit "Made in Germany"; Andreas Hoffmann und Axel Vornbäumen mit "Ziel Kanzleramt"; Caterina Lobenstein mit "Hier herrscht Klassenkampf"; Jens König mit "Der durch die Hölle geht"; Gesa Steeger und Kersten Augustin mit "Ströbeles Erben"; Lena Niethammer mit "Die grüne Hölle".



Investigation - Die Nominierten

Copyright: Mohamed Amjahid ©Die Zeit; Harald Schumann ©Mike Wolff; Georg Mascolo ©Christian Spielmann/NDR; Karsten Polke-Majewski ©Vera Tammen; Elisa Simantke ©Kitty Kleist-Heinrich; Hans-Martin Tillack ©Götz Schleser; Tobias Timm Tobias ©Julian Röder Ostkreuz



Die Recherche ist der Anfang jeder guten Story, nur was neu ist, nur was stimmt, kann begeistern. In jedem Jahr gibt es Enthüllungen, die mehr sind als Stories, sie überragen, weil sie die Wirklichkeit nicht nur beschreiben, sondern verändern.

Nominiert in der Kategorie "Investigation":

Karsten Polke-Majewski, Lutz Ackermann, Benedikt Becker, Manuel Daubenberger, Philip Faigle, Felix Rohrbeck, Christian Salewski und Oliver Schröm mit "CuMex"; Hannes Grassegger und Till Krause mit "Die sehen was, was du nicht siehst"; Isabell Beer mit "Das unsichtbare Verbrechen"; Tobias Timm mit "Ist das echt?"; Mohamed Amjahid, Daniel Müller, Yassin Musharbash, Holger Stark und Fritz Zimmermann mit "Ein Anschlag ist zu erwarten."; Dietmar Hawranek und Frank Dohmen mit "Das Auto-Syndikat"; Anna Mayr, Bastian Schlange, David Schraven, Hüdaverdi Güngör, Marcus Bensmann, Oliver Schröm und Niklas Schenck mit "Alte Apotheke"; Maximilian Zierer, Pia Dangelmayer, Wolfgang Kerler und Steffen Kühne mit "Money Island"; Wolf Wiedmann-Schmidt, Maik Baumgärtner, Jörg Diehl, Martin Knobbe und Fidelius Schmid mit "Ich bin ein Terrorist, haha!"; Kristina Gnirke, Isabell Hülsen und Martin U. Müller mit "Ein krankes Haus"; Jannis Brühl, Vanessa Wormer, Simon Hurtz, Catharina Felke, Johannes Boie, Benedict Witzenberger, Elena Erdmann, Hakan Tanriverdi, Mirjam Hauck und Marvin Strathmann mit "Offen und gefährlich"; Hans Leyendecker, Georg Mascolo, Klaus Ott, Nicolas Richter und Ralf Wiegand mit "Dirty Diesel"; Harald Schumann und Elisa Simantke mit "Grenzenlose Überwachung"; Simone Schlindwein mit "Abschottung im Auftrag Europas"; Hans-Martin Tillack, Margherita Bettoni und Frederik Richter mit "Panzer für den Emir"; Hannes Grassegger und Till Krause mit "Im Netz des Bösen/Mauern des Schweigens".



Datenjournalismus - Die Nominierten

Copyright: Christina Elmer ©Christian O. Bruch/LAIF; Karsten Polke-Majewski ©Vera Tammen; Robert Schöffel ©Max Hofstetter; Ulrike Köppen ©Markus Konvalin/BR



Die Datenmenge in der Welt nimmt unaufhörlich zu, immer mehr Lebensbereiche werden vermessen und erfasst. Die Aufgabe der Datenjournalisten ist es, journalistisch relevante Daten zu finden, technisch zu bereinigen und zu analysieren. Oftmals arbeiten sie in gemischten Teams mit Programmierern und Grafikdesignern zusammen, um gesellschaftliche Zusammenhänge aus Daten herauszulesen und diese verständlich zu erzählen - offline oder im Netz. Die Kraft des Datenjournalismus liegt am Ende nicht in einer bestimmten Erzählform, sondern im Wahrheitsgehalt seiner Geschichten.

Nominiert in der Kategorie "Datenjournalismus":

Robert Schöffel, Christina Elmer, Oliver Schnuck, Patrick Stotz, Steffen Kühne, Achim Tack und Ulrike Köppen mit "Hanna und Ismail"; Timo Grossenbacher und Angelo Zehr mit "Auf Achse"; Julius Tröger, Christopher Moeller, André Pätzold, David Wendler, Marie-Louise Timcke und Moritz Klack mit "Es war nicht immer der Osten – Wo Deutschland rechts wählt"; Justus von Daniels und Stefan Wehrmeyer mit "Irrsinn der Agrarpolitik"; Karsten Polke-Majewski, Astrid Geisler, Andreas Loos, Kai Biermann, Philip Faigle, Daniel Mayer und Sascha Venohr mit "Die Waffenbürger"; Sascha Venohr, Christian Bangel, Philip Faigle, Flavio Gortana, Andreas Loos, Fabian Mohr, Julia Speckmeier und Julian Stahnke mit "Stadt, Land, Vorurteil"; Hendrik Lehmann, Helena Wittlich, Georg Hubmann, Murad Mulhem, Arne Siebenmorgen und Lu Lu mit "Verkehrslücken"; Hendrik Lehmann, Kevin Hoffmann, Fabian Bartel und Philipp Bock mit "Wie digital ist Berlin?".         




Multimedia - Die Nominierten



Im Web werden Geschichten multimedial erzählt und sind doch ganz anders: Sie kombinieren Text, Foto, Ton und Video, lassen sich dabei interaktiv steuern oder nonlinear erleben. Nicht selten verlassen sie dabei die klassischen Genre-Konventionen der Reportage oder sie binden den Rezipienten auf neuartige Weisen in die Geschichte ein.

Nominiert in der Kategorie "Multimedia":

Dominik Osswald, Kaspar Manz, Marc Brupbacher, Olivier Christe, Christian Mülhauser und Urs Wyss mit "In eisigen Tiefen"; Marius Münstermann und Christian Werner mit "Die Glimmer-Kinder"; Alexander Epp und Olaf Heuser mit "Heroin fürs Volk"; Yannick Dillinger, Christian Schellenberger, Martin Hennings, Simon Haas, Michael Scheyer, Alexei Makartsev und David Weinert mit "Schmerz"; Matthias Böhm, Stefan Bönisch, Celia Borm, Carolyn Braun, Björn Erichsen, Christian Franke, Thomas Hallet, Eva Mommsen, Deana Mrkaja, Janis Konrad, David Lichtenberger, Frederic Lyden, Marcus Pfeil, Tina Pokern, Till Prochaska, Janina Schaa, Robert Schäfer, Anne Schüssler, Jan Tackmann, Christoph Teves, Jakob Vicari, Bertram Weiß mit "Superkühe". 



Web-Video - Die Nominierten



Im digitalen Journalismus ersetzt das Video immer öfter den Text, dabei sind neue interessante, anschauliche Formen entstanden, die besonders in den sozialen Medien mit journalistischen Inhalten ganz neue Zielgruppen erreichen.

Nominiert in der Kategorie "Web-Video":

Elisabeth Weydt, Elise Landschek, Lisa Maria Weber, Omri Aloni, Sasha Disko, Jakob Fuhr, Lena Hegger, Clara Herrmann, Ursula Hudson, Anne Kristina Kliem, Marie Lammers, Sarah-Christin Peter, Thomas Rasshofer, Christian Schneider, Thies Schneider und Hannes Schulze mit "deradika"; Alexander Epp, Brindusa Nastasa, Bernhard Riedmann, Yara Said und Annabella Stieren mit "Gute-Nacht-Geschichten aus Flüchtlingslagern: Paradies auf Erden, Suleyman und die Ameisen, Das Mädchen vom Markt, Die große Reise"; Michael Ginsburg, Martin Heller und Christiane Wittenbecher mit „Was wollten Sie in Berlin?!“; Carsten Behrendt mit "iuventa – Unterwegs mit Flüchtlingsrettern auf dem Mittelmeer"; Alexandra Bondi de Antoni, Filippa Stackelberg und Sebastian Weis mit "Berlin‘s New Drag".



Kulturkritik - Die Nominierten

Copyright: Volker Weidermann ©Christian O. Bruch/DER SPIEGEL



Der Kritiker, vor allem im Feuilleton zuhause, ist eine uralte journalistische Figur, mal Hassfigur, mal König, immer umstritten - wir möchten jene Kritiker auszeichnen, denen es gelingt, mit eigener Sprache und neuen Formen ihren Job zu machen.

Nominiert in der Kategorie "Kulturkritik":

Lars Weisbrod mit "Reine Kritik ohne Vernunft"; Moritz Aisslinger mit "Zwei Frührentner, die gern biken."; Lucas Wiegelmann mit "Treu doof"; Hanno Rauterberg mit "Tanz der Tugendwächter"; Marc Baumann mit "Ha ha ha ha"; Patrick Bauer mit "Werk und Wahn"; Philipp Oehmke mit "Sein Englisch ist all right" und "Ein Trump in jeder Familie"; Volker Weidermann mit "Dichter seines Lebens" und "M wie Mörder"; Thomas Hüetlin mit "Hömma, Kate".



Essay - Die Nominierten

Copyright: Friedemann Karig ©Paul Ripke; Sascha Lehnartz ©Claudius Pflug/weltN24



Oft ist das Erzählerische, die Reportage, eine zu szenische, zu gedankenarme, zu unintelligente journalistische Form, um über die Wirklichkeit und ihre Widerspiegelung im Überbau zu berichten. Zunehmend schreiben Reporter deshalb essayistische Reportagen, Texte, die irgendwo in der Wirklichkeit beginnen, aber dann lieber dem Gedanken folgen als der Erzählung. So entstehen beispielhaft gute Texte, die immer weniger Reportagen sind und immer mehr Essays und deshalb verdienen, mit einem Preis gewürdigt zu werden.

Nominiert in der Kategorie "Essay":

Lena Niethammer mit "Kontinent Utopia", Mark Schieritz mit "Warum ist das ärmste Land der Welt so arm?"; Alexander Osang mit "Wut und Glück"; Alard von Kittlitz mit "Der Trump in uns"; Sören Kittel mit "Wenn Sören Kittel Sören Kittel trifft"; Lara Fritzsche mit "Kulturschock"; Friedemann Karig mit "Wie ich einmal eine Wohnung suchte"; Sascha Lehnartz mit "Der alte deutsche Traum ist ausgeträumt"; Philipp Oehmke mit "Das PC-Monster".



Interview - Die Nominierten

Copyright: Giovanni di Lorenzo ©Jim Rakete für DIE ZEIT; Timo Frasch ©F.A.Z.-Foto / Wolfgang Eilmes



In den letzten Jahren haben Reporter neue Spielarten des Interviews entwickelt. Sie kombinieren beschreibende, erzählerische Passagen mit Interview-Teilen, sie pflegen wieder das lange Gespräch, das wie ein Portrait wirkt, oder sie kommentieren Antworten des Gesprächspartners, ordnen sie ein. Oder sie fragen einfach so genau und so hartnäckig, bis der Befragte dem Leser einen Einblick gewährt in ein Leben, das bisher im Verborgenen lag. So sind Interviewformen entstanden, die beispielhaft sind.

Nominiert in der Kategorie "Interview":

Christian Krug mit „Das, was ich bringen konnte, hat nicht gereicht.“; Holger Fröhlich mit „Es gab in Deutschland keine Vorbilder, die so aussahen wie ich.“; Arno Luik mit „Ob es ein Mordversuch war?“; Christoph Schwennicke und Christoph Seils mit „Sie fangen ja gleich mit den ganz großen Sätzen an.“; Steffen Dobbert mit „Sie werden mich für immer hassen.“; Giovanni di Lorenzo mit „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“; Timo Frasch mit „Es kann gar nicht genug Raucher geben.“; Barbara Nolte mit „Nichts ist toter als ein erfüllter Wunsch.“; Lena Niethammer mit „Täter und Opfer".



Publikumsjuror - Aufruf zur Abstimmung



Die Entscheidung über den Deutschen Reporterpreis 2017 geht in die entscheidende Phase: Am 11. Dezember wählen die Juroren aus den 112 nominierten Arbeiten die Preisträger.

Zur Jury gehören in diesem Jahr die Journalisten Nikolaus Brender, Astrid Csuraji, Matthias Eberl, Michael Ebert, Sylke Gruhnwald, Richard Gutjahr, Rainer Hank, Tina Hildebrandt, Claus Kleber, Caren Miosga, Anja Reschke, Evelyn Roll, Vera Schroeder, Jessica Schober, Regine Sylvester, Pauline Tillmann, Dominik Wichmann, Armin Wolf und Diana Zinkler; die Autoren Axel Hacke, Ildikó von Kürthy, Sascha Lobo und Christine Westermann; die Verleger Michael Krüger und Helge Malchow; die Schauspielerin Gesine Cukrowski und der Schauspieler Ulrich Matthes; der TV-Produzent Friedrich Küppersbusch und die Sprachwissenschaftlerin Elisabeth Wehling.

Ein weiterer Juror wird von den Besuchern unserer Workshops bestimmt.

Schicken Sie uns bis zum 24.11.2017 Ihren Favoriten in der Kategorie "Beste Reportage" an votum@reporter-forum.de. Die Texte finden Sie im Reader, den wir heute per Mail an alle Workshop-Teilnehmer der vergangenen Jahre verschicken.

Unter denjenigen, die für den meist genannten Text stimmen, verlosen wir einen Platz in der Jury - Anreise nach Berlin, Hotel und Eintrittskarte für die Preisverleihung inklusive.


Wir freuen uns über eine rege Teilnahme!


Die Nominierten des Reporterpreises



Die Nominierten für den Deutschen Reporterpreis 2017 stehen fest: Aus den 1612 eingereichten Arbeiten haben die 95 Vorjuroren in den zwölf Kategorien insgesamt 112 Texte und Projekte nominiert.


Nominiert in der Kategorie "Freier Reporter":

Emilia Smechowski mit "Der Anpasser"; Fritz Zimmermann mit "Die unsichtbare Gefahr"; Johannes Böhme mit "Sorgenkinder"; Silke Weber mit "Eine Liebesgeschichte"; Lena Niethammer mit "Sieht mich jemand?"; Julia Amberger mit "Die Queen trägt Dynamit"; Sonja Hartwig mit "Und Adem nahm den Gürtel".
     

Nominiert in der Kategorie "Wissenschaftsreportage":

Hannes Vollmuth mit "Der Marsianer"; Björn Stephan mit "Armer Hund"; Dialika Neufeld mit "Bumm, bumm, bumm"; Mathias Schneider mit "Wenn der Schlaf dich holt"; Vivian Pasquet mit "Mein Stottern und ich" und "Körper los"; Marco Lauer mit "Wachstumsschmerz"; Patrick Bauer mit "Ein graues Leben"; Christina Berndt mit "Paul sieht rot".


Nominiert in der Kategorie "Reportage":

Amrai Coen und Daniel Müller mit "Kampf um den Kornmarkt"; Henning Sußebach mit "Politik, neu entdeckt"; Jana Simon mit "Diese beiden Männer reden den ganzen Tag. So wollen sie das Töten beeenden"; Markus Feldenkirchen mit "Mannomannomann"; Claas Relotius mit "Löwenjungen"; Ullrich Fichtner, Hauke Goos und Martin Hesse mit "Heimatlos"; Jonathan Stock mit "Herr Piepgras macht Politik" und "Eine schönere Welt"; Alexander Smoltczyk mit "Fremdenverkehr"; Barbara Hardinghaus mit "Sieben Jahre"; Patrick Bauer mit "An der Kante"; Lorenz Wagner mit "Nach ihrer Pfeife"; Raphael Geiger mit "Unter Ruinen das Leben"; Jan Christoph Wiechmann mit "Die Revolution frisst ihre Kinder" und "Das letzte Gefecht"; Fabian Federl mit "Portugals Muschelmafia"; Britta Stuff mit "Die Heimsuchung".  
    

Die Texte lagen den Vorjuroren anonymisiert vor, Texte aus der eigenen Redaktion wurden den Vorjuroren nicht zugewiesen.


In den kommenden Tagen stellen wir die Arbeiten und Fotos der Nominierten auf unsere Seite.



Die Nominierten des Reporterpreises



Die Nominierten für den Deutschen Reporterpreis 2017 stehen fest: Aus den 1612 eingereichten Arbeiten haben die 95 Vorjuroren in den zwölf Kategorien insgesamt 112 Texte und Projekte nominiert.


Nominiert in der Kategorie "Investigation":

Karsten Polke-Majewski, Lutz Ackermann, Benedikt Becker, Manuel Daubenberger, Philip Faigle, Felix Rohrbeck, Christian Salewski und Oliver Schröm mit "CuMex"; Hannes Grassegger und Till Krause mit "Die sehen was, was du nicht siehst"; Isabell Beer mit "Das unsichtbare Verbrechen"; Tobias Timm mit "Ist das echt?"; Mohamed Amjahid, Daniel Müller, Yassin Musharbash, Holger Stark und Fritz Zimmermann mit "Ein Anschlag ist zu erwarten."; Dietmar Hawranek und Frank Dohmen mit "Das Auto-Syndikat"; Anna Mayr, Bastian Schlange, David Schraven, Hüdaverdi Güngör, Marcus Bensmann, Oliver Schröm und Niklas Schenck mit "Alte Apotheke"; Maximilian Zierer, Pia Dangelmayer, Wolfgang Kerler und Steffen Kühne mit "Money Island"; Wolf Wiedmann-Schmidt, Maik Baumgärtner, Jörg Diehl, Martin Knobbe und Fidelius Schmid mit "Ich bin ein Terrorist, haha!"; Kristina Gnirke, Isabell Hülsen und Martin U. Müller mit "Ein krankes Haus"; Jannis Brühl, Vanessa Wormer, Simon Hurtz, Catharina Felke, Johannes Boie, Benedict Witzenberger, Elena Erdmann, Hakan Tanriverdi, Mirjam Hauck und Marvin Strathmann mit "Offen und gefährlich"; Hans Leyendecker, Georg Mascolo, Klaus Ott, Nicolas Richter und Ralf Wiegand mit "Dirty Diesel"; Harald Schumann und Elisa Simantke mit "Grenzenlose Überwachung"; Simone Schlindwein mit "Abschottung im Auftrag Europas"; Hans-Martin Tillack, Margherita Bettoni und Frederik Richter mit "Panzer für den Emir"; Hannes Grassegger und Till Krause mit "Im Netz des Bösen/Mauern des Schweigens".
     

Nominiert in der Kategorie "Hauptstadt-Preis":

Nicola Meier mit "Die erste Frau im Staat"; Britta Stuff mit "Wo ist Hintze?"; Ullrich Fichtner, André Geicke, Matthias Geyer, Andreas Wassermann mit "Made in Germany"; Andreas Hoffmann und Axel Vornbäumen mit "Ziel Kanzleramt"; Caterina Lobenstein mit "Hier herrscht Klassenkampf"; Jens König mit "Der durch die Hölle geht"; Gesa Steeger und Kersten Augustin mit "Ströbeles Erben"; Lena Niethammer mit "Die grüne Hölle".


Nominiert in der Kategorie "Lokalreportage":

Uta Keseling mit "Einmal Papst und zurück"; Peter Schwarz mit "Der Verlorene"; Anne Fromm mit "Wehe, du kommst!"; Andreas Roth mit "Rechts abgebogen"; Anna Klöpper mit "Macht‘s gut!"; Martin Nejezchleba mit "Er will es nochmal wissen."; Johannes Bebermeier mit "Voll auf die Glocke"; Dietmar Telser mit "Siedlungs-Bande".   
    

Die Texte lagen den Vorjuroren anonymisiert vor, Texte aus der eigenen Redaktion wurden den Vorjuroren nicht zugewiesen.

Morgen veröffentlichen wir die Nominierten in den Kategorien "Freier Reporter", "Wissenschaftsreportage" und "Reportage" hier auf unserer Website.


Die Nominierten des Reporterpreises



Die Nominierten für den Deutschen Reporterpreis 2017 stehen fest: Aus den 1612 eingereichten Arbeiten haben die 95 Vorjuroren in den zwölf Kategorien insgesamt 112 Texte und Projekte nominiert.


Nominiert in der Kategorie "Web-Video":

Elisabeth Weydt, Elise Landschek, Lisa Maria Weber, Omri Aloni, Sasha Disko, Jakob Fuhr, Lena Hegger, Clara Herrmann, Ursula Hudson, Anne Kristina Kliem, Marie Lammers, Sarah-Christin Peter, Thomas Rasshofer, Christian Schneider, Thies Schneider und Hannes Schulze mit "deradika"; Alexander Epp, Brindusa Nastasa, Bernhard Riedmann, Yara Said und Annabella Stieren mit "Gute-Nacht-Geschichten aus Flüchtlingslagern"; Michael Ginsburg, Martin Heller und Christiane Wittenbecher mit „Was wollten Sie in Berlin?!“; Carsten Behrendt mit "iuventa – Unterwegs mit Flüchtlingsrettern auf dem Mittelmeer"; Alexandra Bondi de Antoni, Filippa Stackelberg und Sebastian Weis mit "Berlin‘s New Drag".
     

Nominiert in der Kategorie "Multimedia":

Dominik Osswald, Kaspar Manz, Marc Brupbacher, Olivier Christe, Christian Mülhauser und Urs Wyss mit "In eisigen Tiefen"; Marius Münstermann und Christian Werner mit "Die Glimmer-Kinder"; Alexander Epp und Olaf Heuser mit "Heroin fürs Volk"; Yannick Dillinger, Christian Schellenberger, Martin Hennings, Simon Haas, Michael Scheyer, Alexei Makartsev und David Weinert mit "Schmerz"; Matthias Böhm, Stefan Bönisch, Celia Borm, Carolyn Braun, Björn Erichsen, Christian Franke, Thomas Hallet, Eva Mommsen, Deana Mrkaja, Janis Konrad, David Lichtenberger, Frederic Lyden, Marcus Pfeil, Tina Pokern, Till Prochaska, Janina Schaa, Robert Schäfer, Anne Schüssler, Jan Tackmann, Christoph Teves, Jakob Vicari, Bertram Weiß mit "Superkühe".  


Nominiert in der Kategorie "Datenjournalismus":

Robert Schöffel, Christina Elmer, Oliver Schnuck, Patrick Stotz, Steffen Kühne, Achim Tack und Ulrike Köppen mit "Hanna und Ismail"; Timo Grossenbacher und Angelo Zehr mit "Auf Achse"; Julius Tröger, Christopher Moeller, André Pätzold, David Wendler, Marie-Louise Timcke und Moritz Klack mit "Es war nicht immer der Osten – Wo Deutschland rechts wählt"; Justus von Daniels und Stefan Wehrmeyer mit "Irrsinn der Agrarpolitik"; Karsten Polke-Majewski, Astrid Geisler, Andreas Loos, Kai Biermann, Philip Faigle, Daniel Mayer und Sascha Venohr mit "Die Waffenbürger"; Sascha Venohr, Christian Bangel, Philip Faigle, Flavio Gortana, Andreas Loos, Fabian Mohr, Julia Speckmeier und Julian Stahnke mit "Stadt, Land, Vorurteil"; Hendrik Lehmann, Helena Wittlich, Georg Hubmann, Murad Mulhem, Arne Siebenmorgen und Lu Lu mit "Verkehrslücken"; Hendrik Lehmann, Kevin Hoffmann, Fabian Bartel und Philipp Bock mit "Wie digital ist Berlin?".           
    


Die Texte lagen den Vorjuroren anonymisiert vor, Texte aus der eigenen Redaktion wurden den Vorjuroren nicht zugewiesen.

Morgen veröffentlichen wir die Nominierten in den Kategorien "Investigation", "Hauptstadt-Preis" und "Lokalreportage" hier auf unserer Website.



Reporterpreis 2017 - Das sind die Nominierten



Die Nominierten für den Deutschen Reporterpreis 2017 stehen fest: Aus den 1612 eingereichten Arbeiten haben die 95 Vorjuroren in den zwölf Kategorien insgesamt 112 Texte und Projekte nominiert.


Nominiert in der Kategorie "Interview":

Christian Krug mit „Das, was ich bringen konnte, hat nicht gereicht.“; Holger Fröhlich mit „Es gab in Deutschland keine Vorbilder, die so aussahen wie ich.“; Arno Luik mit „Ob es ein Mordversuch war?“; Christoph Schwennicke und Christoph Seils mit „Sie fangen ja gleich mit den ganz großen Sätzen an.“; Steffen Dobbert mit „Sie werden mich für immer hassen.“; Giovanni di Lorenzo mit „Sie sollten erst einmal nachschlagen, was das ist, ein Diktator!“; Timo Frasch mit „Es kann gar nicht genug Raucher geben.“; Barbara Nolte mit „Nichts ist toter als ein erfüllter Wunsch.“; Lena Niethammer mit „Täter und Opfer".
      

Nominiert in der Kategorie "Essay":

Lena Niethammer mit "Kontinent Utopia", Mark Schieritz mit "Warum ist das ärmste Land der Welt so arm?"; Alexander Osang mit "Wut und Glück"; Alard von Kittlitz mit "Der Trump in uns"; Sören Kittel mit "Wenn Sören Kittel Sören Kittel trifft"; Lara Fritzsche mit "Kulturschock"; Friedemann Karig mit" Wie ich einmal eine Wohnung suchte"; Sascha Lehnartz mit "Der alte deutsche Traum ist ausgeträumt"; Philipp Oehmke mit "Das PC-Monster".


Nominiert in der Kategorie "Kulturkritik":

Lars Weisbrod mit "Reine Kritik ohne Vernunft"; Moritz Aisslinger mit "Zwei Frührentner, die gern biken."; Lucas Wiegelmann mit "Treu doof"; Hanno Rauterberg mit "Tanz der Tugendwächter"; Marc Baumann mit "Ha ha ha ha"; Patrick Bauer mit "Werk und Wahn"; Philipp Oehmke mit "Sein Englisch ist all right" und "Ein Trump in jeder Familie"; Volker Weidermann mit "Dichter seines Lebens" und "M wie Mörder"; Thomas Hüetlin mit "Hömma, Kate".


Die Texte lagen den Vorjuroren anonymisiert vor, Texte aus der eigenen Redaktion wurden den Vorjuroren nicht zugewiesen.

Morgen veröffentlichen wir die Nominierten in den Kategorien "Web-Video", "Multimedia" und "Datenjournalismus" hier auf unserer Website.


Rekordbeteiligung beim Deutschen Reporterpreis



1612 Texte, Web-Videos und Multimedia-Projekte bewerben sich in diesem Jahr um den vom Reporter-Forum ausgelobten Deutschen Reporterpreis. Das sind deutlich mehr als in den vergangenen Jahren. In der 30-köpfigen Jury urteilen in diesem Jahr zum ersten Mal die Sprachwissenschaftlerin Elisabeth Wehling, die Daten-Journalistin Sylke Gruhnwald, die Autorin Ildikó von Kürthy sowie die Schauspielerin und Globalisierungskritikerin Gesine Cukrowski.

95 Vorjuroren aus 41 Redaktionen werden in den nächsten Wochen aus den eingereichten Reportagen, Interviews, Essays und Multimedia-Projekten diejenigen Arbeiten nominieren, die am 11. Dezember von der Jury ausgezeichnet werden.

Für möchten uns an dieser Stelle herzlich für das Engagement unserer Vorjuroren bedanken!

Es sind:

Hartmut Altenpohl (ZDF Medienakademie), Robert Arsenschek (Akademie der Bayerischen Presse), Sonja Banze (frei), Katja Bauer (Stuttgarter Zeitung), Wolfgang Bauer (Die Zeit), Patrick Bauer (SZ-Magazin), Sven Behrisch (Das Magazin), Axel Bojanowski (Spiegel Online), Bernhard Borgeest (Focus), Silke Burmester (frei), Finn Canonica (Das Magazin), Georg Dahm (frei), Denis Dilba (frei), Stefan Domke (WDR), Anette Dowideit (Die Welt), Daniel Drepper (Buzzfeed), Ingrid Eißele (Zeitenspiegel), Joachim Fahrun (Berliner Morgenpost), Jochen Förster (C3), Frauke Huber (Bombay Flying Club), Julia Friedrichs (frei), Dieter Fuchs (Stuttgarter Zeitung), Nora Gantenbrink (stern), Dirk von Gehlen (Süddeutsche Zeitung), Astrid Geisler (Zeit Online), Johannes Gernert (Die Zeit), Volker ter Haseborg (Bilanz), Jan Heidtmann (Süddeutsche Zeitung), Stefan Heijnk (FH Hannover), Nicola von Hollander (NDR), Steffi Kammerer (frei), Boris Kartheuser (frei), Alard von Kittlitz (Die Zeit), Timm Klotzek (SZ-Magazin), Egmont Koch (frei), Stefan Kruecken (Ankerherz), Katrin Langhans (Süddeutsche Zeitung), Diana Larz (GEO), Holger Liebs (Hatje Cantz), Judith Liere (stern), Heinrich Löbbers (Sächsische Zeitung), Raoul Löbbert (Christ & Welt), Dirk Lübke (Mannheimer Morgen), Marin Majica (C3), Arno Makowsky (frei), Uwe H. Martin (Bombay Flying Club), Lorenz Matzat (Lokaler), Philipp Maußhardt (Zeitenspiegel), Georg Meck (FAS), Fabian Mohr (Zeit Online), Daniel Müller (Die Zeit), Kai Müller (Der Tagesspiegel), Marc Neller (Welt am Sonntag), Barbara Nolte (Der Tagesspiegel), Andreas Öhler (Christ & Welt), Marta Orosz (Correctiv), Carolin Pirich (frei), Ismene Poulakos (Kölner Stadt-Anzeiger), Ole Reißmann (Spiegel Online), Jan Rübel (Zeitenspiegel), Anja Rützel (frei), Jörg Sadrozinski (DJS), Julia Saldenholz (NDR), Paula Scheidt (Das Magazin), Juliane Schiemenz (Reportagen), Stefan Schirmer (Die Zeit), Rainer Schmidt (frei), Dieter Schnaas (Wirtschaftswoche), Jens Schröder (pm), Thomas Schumann (stern), Johannes Schweikle (frei), Jana Simon (Die Zeit), Emilia Smechowski (frei), Alexandra Stark (frei), Karin Stawski (stern), Simon Sticker (Bombay Flying Club), Carsten Stormer (Zeitenspiegel), Michael Streck (stern), Judka Strittmatter (frei), Kurt Stukenberg (greenpeace Magazin), Barbara Supp (Der Spiegel), Dagmar von Taube (Welt am Sonntag), Christian Thiele (frei), Julius Tröger (Berliner Morgenpost), Karin Truscheit (FAZ), Lorenz Wagner (SZ Magazin), Andreas Weber (frei), Simone Wendler (Lausitzer Rundschau), Jennifer Wilton (Die Welt), Martina Wimmer (frei), Eva Wolfangel (frei), Tilman Wörtz (frei), Christine Zerwes (stern), Felix Zimmermann (taz), Florian Zinnecker (g+j).


Wir haben die Vorjuroren in Gruppen unterteilt und einer Kategorie zugewiesen. Jetzt beginnen sie mit der Lektüre und benennen die Nominierten, die wir dann im November an dieser Stelle veröffentlichen werden.


Jury des Reporterpreises benannt

Die Juroren - Copyright: Ildikó von Kürthy ©Frank Grimm; Michael Krüger ©Peter-Andreas Hassiepen; Axel Hacke ©Thomas Dashuber; Helge Malchow ©Bettina Flitner; Caren Miosga ©NDR/Thorsten Jander; Ulrich Matthes ©privat, Gesine Cukrowski ©Mirjam Knickriem



Die Jury des Deutschen Reporterpreises 2017 steht fest: Sie setzt sich in diesem Jahr zusammen aus Journalisten, Autoren und professionellen Lesern, die auf sehr unterschiedliche Weise Experten sind für die Beurteilung von journalistischer Qualität.

Es sind die Journalisten Nikolaus Brender, Astrid Csuraji, Matthias Eberl, Michael Ebert, Sylke Gruhnwald, Richard Gutjahr, Rainer Hank, Tina Hildebrandt, Claus Kleber, Caren Miosga, Anja Reschke, Evelyn Roll, Vera Schroeder, Jessica Schober, Regine Sylvester, Pauline Tillmann, Dominik Wichmann, Armin Wolf und Diana Zinkler; die Autoren Axel Hacke, Ildikó von Kürthy, Sascha Lobo und Christine Westermann; die Verleger Michael Krüger und Helge Malchow; die Schauspielerin Gesine Cukrowski und der Schauspieler Ulrich Matthes; der TV-Produzent Friedrich Küppersbusch und die Sprachwissenschaftlerin Elisabeth Wehling.

Der 30. Juror ist der/die große Unbekannte – er/sie wird im Namen der Teilnehmer des Reporter-Forums votieren. Die Forumsteilnehmer stimmen per Mail über die beste Reportage des Jahres ab; unter denen, die sich für die Reportage mit den meisten Stimmen entschieden haben, wird der Juror per Los bestimmt.



Ausschreibung: Deutscher Reporterpreis 2017



Zeitungen und Zeitschriften verlieren Leser - weil die Leser blöder werden oder weil die Journalisten sie langweilen? Waren wir den Ereignissen des Jahres gewachsen, haben wir sie beschreiben können, erklären können, einordnen können? Oder haben wir nur abgebildet, was sowieso jeder sah? Mit dem Deutschen Reporterpreis sollen die herausragenden Reportagen, Interviews, Essays und Innovationen des Jahres ausgezeichnet und vorbildliche Texte und Multimedia-Arbeiten zur Diskussion gestellt werden.

Diese Diskussion ist der eigentliche Sinn des Reporterpreises, weil wir daran glauben, dass das gute Beispiel der beste Weg ist zu besserem Journalismus, und zu Zeitungen, Zeitschriften und Websites, die so viele Leser finden, wie sie verdienen. Der Preis ist nicht dotiert, zukünftig wollen wir aus unseren Einnahmen lieber Workshops finanzieren, in denen neue Formen des Journalismus gefördert und präsentiert werden.

Im letzten Jahr haben Journalisten über 1400 Arbeiten eingereicht und den Reporterpreis zum deutschen Print-Medienpreis mit den meisten Einsendungen gemacht. In diesem Jahr wollen wir noch mehr als bisher neue Formen des Print- und des Online-Journalismus auszeichnen.


Einsendeschluss ist Montag, 2. Oktober 2017, 12 Uhr.


Bitte formatieren Sie Ihren Text nach dieser Vorlage und senden Sie ihn an reporterpreis@reporter-forum.de. (Hinweis: Bitte TATSÄCHLICH das Format der Vorlage übernehmen!)


Bei webbasierten Einreichungen reicht es, den Link per Email zu schicken.

Eingereicht werden können alle deutschsprachigen Texte, Multimedia-Beiträge und Projekte, die zwischen dem 1. Oktober 2016 und dem 30. September 2017 veröffentlicht wurden.

WICHTIG: Jeder Beitrag kann nur in einer Kategorie eingereicht werden. Bitte geben Sie die Kategorie in Ihrer E-Mail an.


Der Reporterpreis wird in diesem Jahr in zwölf Kategorien vergeben:


Reportage: In den Redaktionen von Zeitungen und Zeitschriften wird der Platz und der Spielraum der Reporter beschnitten, der Preis für die beste Reportage des Jahres soll Ansporn sein für Reporter und Redaktionen, die große Reportage zu recherchieren und zu schreiben, immer wieder neue, unerzählte Geschichten zu entdecken und sie auf ungewöhnliche Art zu erzählen.

Investigation: Die Recherche ist der Anfang jeder guten Story, nur was neu ist, nur was stimmt, kann begeistern. In jedem Jahr gibt es Enthüllungen, die mehr sind als Stories, sie überragen, weil sie die Wirklichkeit nicht nur beschreiben, sondern verändern.

Datenjournalismus: Die Datenmenge in der Welt nimmt unaufhörlich zu, immer mehr Lebensbereiche werden vermessen und erfasst. Die Aufgabe der Datenjournalisten ist es, journalistisch relevante Daten zu finden, technisch zu bereinigen und zu analysieren. Oftmals arbeiten sie in gemischten Teams mit Programmierern und Grafikdesignern zusammen, um gesellschaftliche Zusammenhänge aus Daten herauszulesen und diese verständlich zu erzählen - offline oder im Netz. Die Kraft des Datenjournalismus liegt am Ende nicht in einer bestimmten Erzählform, sondern im Wahrheitsgehalt seiner Geschichten.

Wissenschaftsreportage: Die meist hochkomplizierten Erkenntnisse der Natur- und Gesellschaftswissenschaften einem breiten Publikum so zu erzählen, dass es sich gleichermaßen unterhalten wie informiert fühlt, ist eine Kunst, die wir besonders dann auszeichnen wollen, wenn sie sich aller Formen bedient, die heutzutage dem modernen Erzähler zur Verfügung stehen.

Lokalreportage: Reporter in Lokalredaktionen arbeiten unter besonders schwierigen Bedingungen, sie stehen unter Zeit-, Platz- und Kostendruck; sie müssen sich ihre Reportagen erkämpfen gegen widrige Umstände. Umso bemerkenswerter ist die Qualität vieler dieser Reportagen, sie zeigen, dass die Reportagen gerade in den Lokalteilen der Tageszeitungen unverzichtbar sind, weil sie nah dran sind am Leben der Leser und es widerspiegeln. (Wichtig: Bitte in dieser Kategorie nur Reportagen von Lokalzeitungen einreichen.)

Hauptstadt-Preis: Der politische Betrieb der Berliner Republik wird von Reportern, Kommentatoren und Essayisten beschrieben und analysiert, in den Texten von Journalisten wie Herbert Riehl-Heyse, Jürgen Leinemann oder Nina Grunenberg wurde deutsche Politik beispielhaft durchsichtig gemacht. In dieser Tradition sollen Texte ausgezeichnet werden, die neue Einsichten und Ansichten auf die Regierungs-, Parlaments- und Behördenarbeit erlauben.

Essay: Oft ist das Erzählerische, die Reportage, eine zu szenische, zu gedankenarme, zu unintelligente journalistische Form, um über die Wirklichkeit und ihre Widerspiegelung im Überbau zu berichten. Zunehmend schreiben Reporter deshalb essayistische Reportagen, Texte, die irgendwo in der Wirklichkeit beginnen, aber dann lieber dem Gedanken folgen als der Erzählung. So entstehen beispielhaft gute Texte, die immer weniger Reportagen sind und immer mehr Essays und deshalb verdienen, mit einem Preis gewürdigt zu werden.

Kulturkritik: Der Kritiker, vor allem im Feuilleton zuhause, ist eine uralte journalistische Figur, mal Hassfigur, mal König, immer umstritten - wir möchten jene Kritiker auszeichnen, denen es gelingt, mit eigener Sprache und neuen Formen ihren Job zu machen.

Interview: In den letzten Jahren haben Reporter neue Spielarten des Interviews entwickelt. Sie kombinieren beschreibende, erzählerische Passagen mit Interview-Teilen, sie pflegen wieder das lange Gespräch, das wie ein Portrait wirkt, oder sie kommentieren Antworten des Gesprächspartners, ordnen sie ein. Oder sie fragen einfach so genau und so hartnäckig, bis der Befragte dem Leser einen Einblick gewährt in ein Leben, das bisher im Verborgenen lag. So sind Interviewformen entstanden, die beispielhaft sind.

Freier Reporter: Immer mehr Reporter arbeiten nicht mehr in Redaktionen, der wirtschaftliche Druck hat viele Zeitungen und Zeitschriften veranlasst, kostenaufwendige journalistische Formen auf Freie auszulagern. Sie tragen nun das Risiko aufwändiger Recherche und akribischer Textarbeit, viele von ihnen können sich Reportagen nicht mehr leisten. Sie wollen wir mit dem Preis für den besten freien Reporter ermuntern, weiter an Texten zu arbeiten, die ihnen wichtig sind, auch wenn sie sich vielleicht nicht mehr rechnen.

Multimedia: Im Web werden Geschichten multimedial erzählt und sind doch ganz anders: Sie kombinieren Text, Foto, Ton und Video, lassen sich dabei interaktiv steuern oder nonlinear erleben. Nicht selten verlassen sie dabei die klassischen Genre-Konventionen der Reportage oder sie binden den Rezipienten auf neuartige Weisen in die Geschichte ein.

Web-Video: Im digitalen Journalismus ersetzt das Video immer öfter den Text, dabei sind neue interessante, anschauliche Formen entstanden, die besonders in den sozialen Medien mit journalistischen Inhalten ganz neue Zielgruppen erreichen.


90 Vorjuroren aus mehr als 30 verschiedenen Redaktionen sichten die Einreichungen und nominieren in jeder Kategorie die besten Arbeiten. Texte aus der eigenen Redaktion liegen einem Vorjuror nicht vor. Die nominierten Arbeiten werden auf der Website des Reporter-Forums vorgestellt, in der Kategorie "Reportage" können die Teilnehmer des Reporter-Workshops in Hamburg als Juroren mitwirken.

Am 11. Dezember kommt die Jury des Deutschen Reporterpreises, in der Journalisten, Publizisten und qualifizierte Leser sitzen, in Berlin zusammen, diskutiert die besten Texte und übergibt die Preise abends an die ausgezeichneten Journalisten.




Web-Akademie für Journalismus gegründet



Seit einigen Monaten basteln wir und andere an einem größenwahnsinnigen Projekt: wir bauen im Netz eine Web-Akademie des Journalismus auf, für Nicht-Journalisten und Journalisten. Sie heißt „Reporterfabrik“ und hat vier Ziele: Grundlagen des journalistischen Handwerks vermitteln, die Funktionsweise von sozialen und klassischen Medien durchschaubar machen, Versuche der Desinformation erkennbar machen, Fortbildung und Erfahrungsaustausch von Journalisten.

Es ist der Versuch, die aufklärerische, konstruktive, solidarische Vision des Netzes zu verteidigen gegen die dunkle Seite, gegen Hass, Fake-News, Desinformationen und Trash, eine Plattform zu schaffen für eine redaktionelle Gesellschaft, in der Vierte und Fünfte Gewalt nicht gegeneinander arbeiten, sondern miteinander recherchieren, kritisieren, aufklären. Reporterforum und Correctiv sind die Träger des Projekts, der Kreis der Unterstützer reicht von Chefredakteuren wie Giovanni di Lorenzo („Die Zeit“), Klaus Brinkbäumer („Der Spiegel“), Christian Lindner („Rhein-Zeitung“), Mathias Müller von Blumencron („FAZ“), Wolfgang Krach („Süddeutsche Zeitung“) bis zu Bloggern wie Richard Gutjahr oder Netzjournalisten wie Teresa Bücker („Edition F“) oder Constantin Seibt (Projekt R); vom Telekom-Vorstand Claudia Nemat bis zur Schriftstellerin Doris Dörrie; vom Medienunternehmer Sebastian Turner bis zu den Professoren Dr. Christoph Meinel (Hasso-Plattner-Institut), Dr. Bernhard Pörksen (Uni Tübingen), Dr. Sönke Knutzen (Hamburg Open Online University) und dem Leiter der Henri-Nannen-Schule, Andreas Wolfers; von den TV-Moderatoren Claus Kleber (ZDF) und Armin Wolf (ORF) bis zur Werbeunternehmerin Karen Heumann (Thjnk) und der CEO Julia Jäkel (Gruner+Jahr).

Wir wollen mit Journalistenschulen und Volkshochschulen kooperieren. In dieser Phase sind wir damit beschäftigt, die nötigen Gelder aufzutreiben und mit eLearning-Spezialisten die Tools der Reporterfabrik zu entwickeln.

Wer glaubt, durch spezielle Kenntnisse, journalistische oder pädagogische Kompetenz einen Beitrag leisten zu können, bitte melden, bei Cordt Schnibben oder David Schraven, beim Reporterforum oder bei Correctiv. Und bitte das Konzept teilen!


HIER geht es zum Konzept, Link bitte teilen: bit.ly/2jkHofK





Die besten Reportagen des Reporterpreises als Buch



Seit 2009 vergibt das Reporter-Forum den Deutschen Reporterpreis. Jetzt ist in Kooperation mit dem Ankerherz Verlag ein Buch mit preisgekrönten Reportagen entstanden. Es trägt den Titel "Ins Herz der Welt" und bringt einige der besten Reporter zusammen, die in den letzten Jahren mit dem Reporterpreis ausgezeichnet worden sind. 

Aus dem Vorwort:

"Gute Reportagen fangen die Zeit ein, sehr gute Reportagen frieren die Zeit ein, und wenn man sie auftaut, Jahre später, dann sind sie immer noch so wahr, wie sie waren, als sie geschrieben wurden. Seit 2009 vergibt das Reporter-Forum den Deutschen Reporterpreis, in acht Kategorien werden die besten Reportagen, Essays und Interviews ausgezeichnet.
Die besten Reportagen der sechs Jahre sind in diesem Buch versammelt, nicht nur, weil sie gut geschrieben sind, auch, weil sie große Geschichten erzählen, die es wert sind, wieder aufgetaut zu werden. Einen Moment der Wahrheit einzufangen und einzufrieren, der etwas Wichtiges erzählt über die Menschen, über die Geschichte, über die Welt, das ist die Aufgabe der Reportage und das verbindet diese Texte.
Martin Walser hat über Reportagen geschrieben, sie lieferten eine „Tatsachennähe, die nicht zur Meinung schrumpft, sondern zur Erfahrung wird“, besser kann man nicht sagen, was eine gute Reportage leisten muss. Jede gute Reportage beginnt mit guter Recherche, nicht nur schöne Sprache macht eine Reportage gut, sondern die Geschichte, die mit der schönen Sprache erzählt wird.

[...]

Gibt es große Trends in der Entwicklung der Reportage? Ja, vier Trends verändern die Reportage, machen sie noch interessanter und vielseitiger. Zum Ersten: Die Entdecker sind dabei, die Tautologen zu verdrängen. Die Tautologen, das sind die Edelfedern und die Schönschreiber, die glauben, allein die Kraft ihrer Sprache reicht, um immer wieder dieselben Geschichten erzählen zu können, vom Tod, vom Verbrechen, vom Alkohol, Geschichten aus dem Altersheim, dem Arbeitsamt, der Bahnhofsmission, also diese Sozialreportagen, die heute jeder Computer von allein schreiben kann. Lange saß ich in der Jury des Egon-Erwin-Kisch-Preises und konnte in den letzten beiden Jahrzehnten beobachten, wie sich unter den besten Reportern der Republik immer mehr Entdecker profilierten, Reporter also, die an ihre Texte kommen durch einen investigativen Spürsinn für das Unerzählte.
Das ist der heroische Impetus der Reporter: Man will dort sein, wo sich die Gischt der Geschichte bricht. Kisch hat damals vom gesellschaftlichen Experiment in der Sowjetunion erzählt, aus dem dynamischen Amerika, vom Aufbruch in Asien, und heute ist Asien wieder ein großer Steinbruch für Geschichten, aber auch die Hirnforschung oder die Finanzwelt.
Die Sujets vieler Reportagen stammen noch aus der guten alten Männerwelt: Boxen, Krieg, Industriekapitäne, und es gibt immer noch wesentlich mehr Reporter als Reporterinnen. Aber, zweitens, das ändert sich. Denn Frauen haben bessere Voraussetzungen für den Beruf des Reporters, jeder Mann erzählt seine Geschichte lieber einer Frau, und jede Frau doch sowieso. Wir haben viele Reporterinnen, die in Krisengebiete wollen. Derzeit werden in den Journalistenschulen zwei Drittel Frauen aufgenommen und nur ein Drittel Männer.
Der Mythos will ja, dass der Reporter der Einzelgänger ist, der lonesome cowboy, auch das, drittens, ändert sich. Wir haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht, ein sehr großes Thema wie den 11. September, den Irakkrieg oder die Finanzkrise im Team zu erzählen, weil nur so die Widersprüchlichkeit der Wirklichkeit erzählt werden konnte. Der durch die Welt ziehende einsame Cowboy ist da überfordert. Die moderne Reportage braucht die Gang und den Einzelgänger.
Der Leser will die Authentizität, die aus gelebter Zeitzeugenschaft resultiert. Ein Reporter soll mir als denkende Kamera vermitteln, was er erlebt hat, sodass ich das Gefühl habe, dabei gewesen zu sein. Das ist wie bei einem Unfall, den man im Vorbeifahren sieht: Man will alles wissen, Teil werden eines Vorgangs, der eigentlich schon abgeschlossen ist. Um Texte zu schreiben, die für Leser zur Erfahrung werden können, muss der Reporter ihm wie eine denkende Kamera Wirklichkeit vermitteln. Das Wort war dabei immer der Stolz des Reporters, dann kamen Fotos dazu, zunächst misstrauisch betrachtet vom Reporter, weil er sein Handwerk bedrängt und bedroht sah. Bald musste der schreibende Reporter mitansehen, wie ein mächtiger Konkurrent ihm die Leser stahl: der filmende Reporter des Fernsehens, der vieles konnte, was das gedruckte Wort nicht kann.
Und gerade erleben wir, viertens, die nächste kühne Stufe in der Evolution des Reporters: Die Digitalisierung des Journalismus verändert ihn, sein Handwerk, meinetwegen auch seine Kunst, auf revolutionäre Weise. Wenn der Reporter das Netz nicht als Bedrohung sieht, sondern als Herausforderung, dann kann er erzählen wie kein Reporter vor ihm. Er kann Wort, Foto und Video so mischen, dass für den Leser und Betrachter Wirklichkeit vielschichtiger wirksam wird als je zuvor.

[...]

Reporter aller Länder, schreibt um euer Leben, verändert euch! Ihr geht spannenden, stürmischen, ruhmreichen Zeiten entgegen, wenn eure Texte herausragen aus dem Brei all jener Reportägchen, die sich so ähneln wie ein Big Whopper dem anderen. Herausragende Texte zur Diskussion zu stellen, das ist der eigentliche Sinn des Deutschen Reporterpreises, weil wir daran glauben, dass das gute Beispiel der beste Weg ist zu besserem Journalismus, und zu Zeitungen, Zeitschriften und Websites, die so viele Leser finden, wie sie verdienen."


Neugierig geworden?


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Das Reporter-Forum ist eine Bürgerinitiative für guten Journalismus.

Es wird unterstützt vom Augustinum und der Robert Bosch Stiftung.

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Die Siegertexte 2017


Der Reader zum Reporterpreis 2017 - mit allen Siegern. Viel Spaß beim Lesen!


Termine 2017



11. Dezember:
Verleihung
Deutscher Reporterpreis 2017



Masterclass Wissenschaftsjournalismus


Vor einem Jahr haben die Robert Bosch Stiftung und das Reporter-Forum die Masterclass Wissenschaftsjournalismus ins Leben gerufen. Gemeinsam wollten wir ausloten, wie sich komplexe Wissenschaftsthemen auf neue Art erzählen lassen. Zehn Reporter-Teams, ausgewählt von einer Jury,
erhielten Recherche-Stipendien. Referenten mit internationalem Renommee schulten sie in multimedialem Storytelling, dann machten sie sich ans Werk, unterstützt vom Leiter der Masterclass, dem Wissenschaftsautoren Christian Schwägerl.

Jetzt sind die zehn Arbeiten fertig. Wir möchten Sie einladen, sie in Augenschein zu nehmen, auf dieser eigens gebauten Seite: HIER.



 

Kontakt: Reporter Forum e.V. | Sierichstr. 171 | 22299 Hamburg