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Deutscher Reporterpreis 2020 - die Ausschreibung

 

 

Am Montag, 7. Dezember, wird der Deutsche Reporterpreis 2020 vergeben.

Mit dem Reporterpreis sollen herausragende Reportagen, Interviews und Essays ausgezeichnet und vorbildliche Texte und Multimedia-Arbeiten zur Diskussion gestellt werden.


Diese Diskussion ist der eigentliche Sinn des Reporterpreises, weil wir glauben, dass das gute Beispiel der beste Weg ist zu besserem Journalismus - und zu Zeitungen, Zeitschriften und Websites, die so viele Leserinnen und Leser finden wie sie verdienen.

Einsendeschluss ist Donnerstag, 1. Oktober 2020, 12 Uhr.

Bitte reicht eure Arbeiten ein über das Formular auf reporterpreis.de.


Wie im Vorjahr:

  • kann jede Journalistin, jeder Journalist pro Kategorie einmal gewinnen. Ausgenommen davon sind Teams, in denen vier oder mehr Kolleg:innen zusammengearbeitet haben. 
  • verlangen wir ein Making-of, in dem der Rechercheweg offengelegt wird. Kontaktadressen von Protagonisten müssen nicht beigefügt werden, aber es kann sein, dass unser Dokumentar danach fragt. Die nominierten Arbeiten werden stichprobenartig, die prämierten Arbeiten vollständig überprüft. 
  • wird der Reporterpreis in elf Kategorien vergeben. Mit einer Änderung: aus "Beste Kritik" wird "Beste Kulturreportage".

 

Für den Reporterpreis können alle deutschsprachigen journalistischen Texte und Web-Projekte eingereicht werden, die zwischen dem 1. Oktober 2019 und dem 30. September 2020 in Tages- und Wochenzeitungen, Magazinen und auf Websites veröffentlicht wurden. Zweitveröffentlichungen, Übersetzungen, Buchveröffentlichungen und Manuskripte sind ausgeschlossen. Jeder Beitrag kann nur in einer Kategorie eingereicht werden.

2020 wird der Reporterpreis in elf Kategorien verliehen:


Beste Reportage: In den Redaktionen von Zeitungen und Zeitschriften wird der Platz und der Spielraum der Reporter:innen beschnitten, der Preis für die beste Reportage des Jahres soll Ansporn sein, die große Reportage zu recherchieren und zu schreiben, immer wieder neue Geschichten zu entdecken und sie auf ungewöhnliche Art zu erzählen.

Beste Freie Reporterin /
Bester Freier Reporter: Immer mehr Kollegen arbeiten nicht mehr in Redaktionen, der wirtschaftliche Druck hat viele Medienhäuser veranlasst, kostenaufwendige journalistische Formen auf freie Autor:innen auszulagern. Sie tragen nun das Risiko aufwändiger Recherche und akribischer Textarbeit. Sie wollen wir mit dieser Auszeichnung ermuntern, weiter an Texten zu arbeiten, die ihnen wichtig sind, auch wenn sie sich vielleicht nicht mehr rechnen.

Beste Kulturreportage:
In deutschen Feuilletons wird viel besprochen, gedacht, erörtert, verworfen, die Rezension ist die beherrschende Stilform. Selten wird erzählt, wird die Entstehung kultureller Leistungen in Augenschein genommen, werden Künstlerinnen, Orchester, VR-Gamer über einen längeren Zeitraum begleitet. Ausgezeichnet werden soll die beste Reportage über klassische Künste oder neueste Kultur, von Bildhauerei bis Graffiti, von Kammermusik bis Deutschrap.


Beste Investigation: Die Recherche ist der Anfang jeder guten Story, nur was neu ist, nur was stimmt kann begeistern. In jedem Jahr gibt es Enthüllungen, die mehr sind als Stories, sie überragen, weil sie die Wirklichkeit nicht nur beschreiben, sondern verändern.

Datenjournalismus: Die Datenmenge in der Welt nimmt unaufhörlich zu, immer mehr Lebensbereiche werden vermessen und erfasst. Aufgabe von Datenjournalisten ist es, relevante Daten zu finden, technisch zu bereinigen und geschickt zu analysieren. Oftmals arbeiten sie in gemischten Teams, erzählen gemeinsam mit Programmiererinnen, Designern und versierten Reportern datengestützte Stories, die gesellschaftliche Verhältnisse in einem anderen Licht erscheinen lassen.  


Beste Wissenschaftsreportage:
Die neuesten, oft abstrakten Erkenntnisse der Natur- und Gesellschaftswissenschaften einem breiten Publikum so zu vermitteln, dass es sich gleichermaßen unterhalten wie informiert fühlt, Betrüger im Forscherkittel durch aufwändige Recherchen zu entlarven, Debatten und Streit in Unis und Laboren transparent zu machen - das ist beispielhaft guter Wissenschaftsjournalismus, den wir mit einem eigenen Preis würdigen wollen.    

Beste Lokalreportage: 
Reporter:innen in kleinen Redaktionen arbeiten unter erschwerten Bedingungen, sie stehen unter Zeit-, Platz- und Kostendruck, sie müssen sich ihre Reportagen erkämpfen gegen widrige Umstände. Umso bemerkenswerter ist die Qualität vieler dieser Texte, umso mehr Respekt verdienen all jene Kolleg:innen, die nicht nur ihre Seiten zusammenzimmern, sondern sich ins Handgemenge begeben, in die Welt ihrer Leser und zurückkommen mit erzählenswerten Geschichten.  

Bester Essay: Bisweilen ist die Reportage eine zu szenische, zu gedankenarme journalistische Form, um die Gegenwart zu deuten. Zunehmend schreiben Autor:innen deshalb essayistische Reportagen, Texte, die in der Wirklichkeit beginnen, aber dann dem Gedanken, der Reflexion, nicht der Beschreibung folgen. So entstehen beispielhaft kluge Texte, die weniger Reportage sind, mehr Essay - und es verdienen, mit einem eigenen Preis gewürdigt zu werden.

Bestes Interview: Reporter:innen haben neue Spielarten des Interviews entwickelt. Sie pflegen wieder das lange Gespräch, kommentieren die Antworten des Gesprächspartners, kombinieren erzählerische Passagen mit Interview-Teilen. Und fragen bei alldem so geschickt und präzise nach, dass sie einen Menschen, und sei er noch so prominent, auf ganz neue Weise porträtieren.

Multimedia: Neueste Web-Stories
kombinieren Text, Bild, Tonspuren, Videosequenzen, sie lassen sich interaktiv steuern oder nonlinear erleben. Nicht selten sprengen die Arbeiten dabei die klassischen Genre-Konventionen und binden die Zuschauer:innen auf ganz neue Weisen ein. In dieser Kategorie können auch Podcasts eingereicht werden. Auch darin loten Journalist:innen zunehmend aus, wie sich spannende Stoffe neu erzählen lassen - und nutzen den Sog, den Serien entfalten können

Beste Sportreportage: Viele erfolgreiche Reporterinnen haben als Sportreporter begonnen. Der Zeitdruck und die Konkurrenz durchs Fernsehen haben ihre Fähigkeit zur originellen Themensuche, zur präzisen Recherche, zur packenden, anschaulichen Sprache geschärft - Qualitäten, die sich exemplarisch wiederfinden sollten in jener Sportreportage, die mit dem Reporterpreis geehrt wird. 

 


Mehr als 100 Vorjuror:innen sichten sämtliche eingereichten Arbeiten im Oktober und übergeben die Longlists Anfang November der Hauptjury. Die nominierten Arbeiten werden auf der Website des Reporter-Forums vorgestellt, in der Kategorie "Beste Reportage" bitten wir die Besucher:innen der vergangenen Reporter-Workshops um ein Votum.

Der Reporterpreis wird am 7. Dezember 2020 um 20 Uhr auf Zoom verliehen. Wie? Lasst euch überraschen.





 

Deutscher Reporterpreis 2020 - die Jury

 

Wir begrüßen stolz die Jurorinnen und Juroren des Deutschen Reporterpreises 2020:

Franziska Augstein, Micky Beisenherz, Teresa Bücker, Astrid Csuraji, Gesine Cukrowski, Kristina Dunz, Michael Ebert, Sylke Gruhnwald, Richard Gutjahr, Axel Hacke, Claus Kleber, Friedrich Küppersbusch, Sascha Lobo, Helge Malchow, Uwe Martin, Ulrich Matthes, Caren Miosga, Elisabeth Niejahr, Marcel Reif, Anja Reschke, Vera Schroeder, Pauline Tillmann, Maja Weber, Jessy Wellmer, Christine Westermann, Armin Wolf, Sonja Zekri, Diana Zinkler.

Die Hauptjury wird sich Ende November zu einer virtuellen Sitzung treffen.

Die feierliche Verleihung des Reporterpreises ist am Montag, 7. Dezember 2020 um 20 Uhr auf Zoom.






Termine 2020


Der Reporterpreis findet statt! Wir verleihen ihn am Montag, 7. Dezember 2020 um 20 Uhr auf Zoom. Wie? Lasst euch überraschen.


Do 1. Oktober 2020, 12 Uhr

Einsendeschluss für den Reporterpreis

 

Mo 2. November 2020

Nominierungen für den Reporterpreis

 

Mo 7. Dezember 2020, 20 Uhr

Feierliche Verleihung des Reporterpreises auf Zoom


(Wir haben lange überlegt, ob und wie wir den Reporter-Workshop nachholen könnten. In einer Uni mit großen Räumen? Virtuell? Am Ende hat keine Lösung überzeugt. Und so gab es im Corona-Jahr 2020 keinen Workshop. Wir sehen uns im Juni 2021.)


 



Das Reporter-Forum ist eine Bürgerinitiative für guten Journalismus.

Es wird unterstützt vom Augustinum und der Robert Bosch Stiftung.

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Kontakt: Reporter Forum e.V. | Sierichstr. 171 | 22299 Hamburg